Seid Ihr schon mitten drin in der Produktion? Das will ich sehr hoffen! Schließlich haben wir nicht viel Zeit.

Heute geht es um konkrete Hilfestellung. Wer hardert mit Passform, Nähanleitung, Stoff oder Sonstigem? Der soll geholfen werden. Zeigt also her, die Problemfälle und lasst uns gemeinsam überlegen, was wie gerettet werden kann.

Ich hatte ja glücklicherweise am letzten Wochenende bei Sewing by the Sea ( Bericht kommt noch!) fachkundige Unterstützung, um die diversen Probleme mit meinem Mantel zu bewältigen, ohne ihn rituell verbrennen zu müssen.

Aber vielleicht zunächst ein paar Worte zum roten Kleid. Da ich mit meinem ersten Grasser Schnitt gleich ein veritables Ufo produziert hatte – die gewählte Größe war zu groß und dank der raffinierten Schnittführung war ist es schwierig, am Oberteil was zu ändern – bin ich beim Kommunions-Outfit ( Grasser Schnitt 423 ) auf Nummer sicher gegangen und habe ein Probeteil genäht. Dabei habe ich mich an dem extrem gut gemachten Schnitt erfreut, der sich wunderbar zackig runternähen ließ. Beim Ausmessen der Schnittteile hatte ich entschieden an den Oberteilen einen Zentimeter mehr Nahtzugabe zuzugeben, als im Schnitt vorgesehen ist. Das war eine gute Entscheidung. Am Probemodell wurde dann klar, dass ich im vorderen Oberteil oberhalb der Brust mal wieder zu viel Stoff hatte. Außerdem war der Rock viel zu lang und an der Hüfte seeehr viel zu weit ausgestellt.

Also habe ich im Rockschnitt fast zehn Zentimeter rausgenommen – auf Höhe der Hüfte und dann noch mal die Rundung angepasst. Außerdem habe ich vom Halsausschnitt bis zum Taillenbundansatz auslaufend zwei Zentimeter aus der Mitte weggenommen.

Danach habe ich den Originalstoff zugeschnitten und bis auf die Hüfte, wo ich immer noch nen Zentimeter wegnehmen kann, sitzt alles schön. Easy peasy.

Aber dann. Aus der Nähtrends habe ich im letzten Jahr das eine oder andere Teil genäht ohne großen Passformprobleme. Also habe ich für meinen Mantel ( Heft 01/2019; Modell 30) kein Probeteil genäht. (Jaja, ich weiß …). Schon beim Zuschnitt dachte ich: „Für ne überschnittene Schulter ist da aber irre viel Armkugel. Aber nun gut, die werden schon wissen, was sie machen.“ Jo.

Ein weiterer genauer Blick in die technische Zeichnung hätte mir zwei weitere Schwierigkeiten zeigen können, aber die habe ich erst erkannt, als ich dabei war. Zunächst mal gibt es bei den Paspeltaschen nur ein Schnittteil für das vordere und das hintere Taschenteil. Eins müsste aber viel länger sein, damit die Tasche überhaupt funktionale Tiefe bekommt.

Dann muss ein zweiteiliger Ärmel in eine Armloch mit überschnittener Schulter. Also vier Nähte die nicht aufeinander treffen, was bei einer Röhre ein bisschen sehr tricky ist.

Ich habe also schön brav meinen schwierigen Abnäher Mit einschnitt in den wie wild fransenden Stoff genäht, Paspeltaschen gemacht, den Korpus des Mantels zusammengetackert … nur um dann festzustellen, dass die Schultern für mich viel zu überschnitten waren. Da der Mantel auch insgesamt zu weit war, konnte ich über die Seiten was vom Armausschnitt wegnehmen.

Als ich dann aber meinen zweiteiligen Ärmel mit normal ausgearbeiteter Armkugel einnähte, sah ergab sich eine Pestbeule unterhalb der Armansatznaht. Nach einiger Konsultation mit Sewionista und Anna und mehreren Versuchen, die mich einen halben Tag Arbeit gekostet haben, waren die Ärmel endlich drin. Ein bisschen beult es immer noch, aber irgendwann musste die Fummelei mal ein Ende haben. Wird also wieder nichts mit dem perfekten Mantel.

Was lernen wir also einmal mehr? Verdammtes Probeteil nähen. Vor allem dann, wenn der Originalstoff und die Zeit knapp sind.

So. Over to you. Wie sieht es aus? Alles smooth sailing oder verzweifelt Ihr gerade?

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