Heute war hier im Westen wirklich Frühling! Ohne Socken, ohne Jacke bin ich schon morgens um 9 zum Wocheneinkauf gestartet. Und auch danach haben wir die Priorität auf „Sonne genießen“ gelegt. Morgen ist es nämlich mit Wärme und Sonne schon wieder vorbei.

Leider hatte ich es diese Woche nicht geschafft, meinen Artikel für heute vorzuschreiben. Deshalb nun erst. Aber wenn uns der Frühling eines lehrt, dann den Moment beim Schopfe zu packen. Und heute war ein Moment für draußen sein.

So. Nun aber zum Thema: Andere nennen es Style Concept, ist nenne es: Den roten Faden. Wir wollen ja nicht lauter hübsche Solitäre produzieren, die uns dann wieder vor das Problem stellen, nichts anzuziehen zu haben. Wir wollen maximal fünf Teile nähen, stricken, sticken, klöppeln, weben, die zusammen mit vorhandenen Kleidungsstücken eine Erweiterung unserer Garderobe darstellen. Nicht komplizierte Diven, sondern kooperative Kombinationspartner.

Das gelingt am leichtesten, wenn alle neu zu fertigenden Teile etwas haben, das sie verbindet: eine Farbpalette, einen stimmigen Materialmix, eine Mustersymphonie, gemeinsame stilistische Elemente wie formen und Silhouetten.

Also: Welche Stimmung versucht Ihr mit Euren neuen Kleidungsstücken auszudrücken? Welche Gefühle sollen die neuen Klamotten beim Anziehen in Euch wecken? Wie wollt Ihr Euch fühlen? Was wollt Ihr nach außen zeigen? Und mit welchen Gestaltungselementen setzt Ihr das am besten um?

Drama, Baby!

Ich habe dieses Frühjahr vor allem statement pieces auf der Liste.

Meine Garderobe ist mit workhorses, also mit Teilen, die im Alltag Dienst tun, gut ausgestattet. Lediglich bei den Röcken muss ich entweder was nähen, was passt oder einige meiner liebsten Röcke ändern (was ich als Tätigkeit derart ätzend finde, dass ich lieber neu nähen möchte).

Im letzten Sommer war mir schon aufgefallen, dass mir in der Sommergarderobe so die WOW-Teile fehlen. Kleidungsstücke, die einer morgens gute Laune machen und in denen sich frau den ganzen Tag zehn Zentimeter größer und unbezwingbar fühlt. Ich bewege mich schon seit einer ganzen Weile in einer sehr stabilen Farbpalette von Rose über Pink und Rot zu Lila und Blau. Zusätzlich noch Grau und Schwarz. Solange ich daraus nicht ausbreche, sollte die Kombinierbarkeit eigentlich gegeben sein.

In Paris hatte ich ein gestreiftes Prada-Hemdblusenkleid mit doppelter Rüsche anprobiert, das nicht wirklich gut saß, das mir aber von der Machart sehr gefiel. Eigentlich schlicht und dann über die Gestaltung der Rüsche doch wieder leicht over the top, aber auch nur gerade so viel, das es trotzdem alltagstauglich blieb. Das ist die Gradwanderung, auf der sich der Großteil meiner Teile bewegen wird.

Ich habe zwei schöne, aber nicht gerade auffällige Sommermäntel. Da würde ich gerne einen Brokatmantel ergänzen.

Brokatmantel und zweierlei Futter
Knopfauswahl

Mein Kind hat im Mai Kommunion und dafür möchte ich ein wirklich elegantes Kleid, schließlich kommt die gesamte (Schwieger-) Verwandschaft. Da wird die Portion Extravaganz eher vom Schnitt kommen. Beim Stoff, denke ich, werde ich uni wählen. Denn ich möchte meine neuen Mantel dazu anziehen können, wenn es kalt sein sollte.

Dann träume ich schon lange von einer Hose, die Details klassischer Männerhosen hat. In den frühen 2000er Jahren hatte ich schon mal so eine, aus grauem Twill, die ich gerne anhatte, trotz der sehr hüftigen Passform. Da möchte ich aber gerne eine hohe Taille. Ich gewöhne mich so langsam an diese Silhouette an mir. Irgendwann soll es dazu dann auch ein passendes Hemd geben, damit ich endlich mal meine MacBeth-Krawatte tragen kann.

Schließlich habe ich schon eine Bluse mit Spitzenapplikationen angefangen. Der Schnitt ist bewährt. Eine Leo-Version ist hoffentlich bald fertig. Ich hoffe, dass sie trotz Rosé und Spitze nicht niedlich wird.

Spitzenbluse Passe
Spitzenbluse Knopfleiste

So, dann nun zu euren Plänen. Habt Ihr den Faden schon in der Hand? Oder entwirrt er noch das Fadengewirr?






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