Moin und herzlich willkommen zum vorletzten Spring Style-Along Termin. Time flies, non? Heute geht es um das zugleich schwierige und ergötzliche Thema der Kombinationen oder auch um die Kunst, aus fünf Kleidungsstücke dröflzig “Outfits” zu zaubern.

Seit Ihr alle im Plan? Habt Ihr aufgegeben? Oder Urlaub beantragt, um noch was fertig zu bekommen? Hier rückt die deadline – Abreise nach Venedig – immer näher und ich hinke so was von hinterher … Nun ja …

Ziel des Spring Style-Alongs ist es ja erklärter Maßen nicht, eine komplett neue Frühjahrsgarderobe zu produzieren, sondern dem Vorhandenen mit einigen neuen Teilen neues Leben einzuhauchen. Aber wie geht eine dabei nun am besten vor?

Ich beginne zunächst mal mit der Negativprobe. Was genau macht das Kombinieren so schwierig? Was sorgt für das Gefühl, einen ganzen Schrank voller “nichts Anzuziehen” zu haben? Was verhindert Leichtigkeit beim Ankleiden?

  1. mangelnde Übersicht im Kleiderschrank
  2. zu viel oder zu wenig Auswahl
  3. ein zu breites Farbspektrum – ggf. ohne “neutrale” Farbe
  4. Kleidungsstücke, die in den Silhouetten bzw. stilistisch zu weit auseinander liegen
  5. kein konsequentes Editieren
  6.  fehlende Partner bei Schuhen, Unterwäsche, etc.

Im Umkehrschluss: Was erleichtert das Kombinieren?

  1. ein aufgeräumter Kleiderscharnk, der am besten alles auf einen Blick bietet
  2. eine klare Palette
  3. eine Auswahl an Kleidungsstücken, die der individuellen Rollen- und Aktionsbreite, sowie dem Waschzyklus entspricht
  4. Gruppen von Kleidungsstücke, die in Silhouette und Proportionen, sowie stilistisch zusammenpassen
  5. entsprechende Auswahl an Schuhen, Unterwäsche, etc.

Zwei konkrete Beispiele aus meinem Kleiderschrank. Das eine gelungen, das andere ein Problemfall.

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Während des Sewing by the Sea-Wochenendes hatte ich mir diese Bluse nach einem Schnitt von Style Arc genäht. Schon bei der ersten Anprobe stellte ich fest, dass die Bluse neben dem grauen Bleistiftrock, den ich dazu plante, und den schmalen Kaufhosen (schwarz und dunkelweinrot), die ebenso als Kombinations-Partner vorgesehen waren, ziemlich gut zu meinem Lieblingsollenjeansrock passte.

Leider musste ich noch eine ganze Weile warten, bis es letzten Monat mal einen Tag so warm war, dass ich mein luftiges Blüschen anziehen konnte. An dem Tag lag nun aber der vorgesehene Hauptpartner – besagter grauer Rock – schmutzig in der Wäschekiste. Que faire? Ich durchforstete meinen Kleiderschrank nach weiteren engen Röcken, die farblich passen konnten und zog diesen Spitzenbleistiftrock hervor. Bingo. Kombination sah toll aus. Ich war hochzufrieden, dass mittlerweile nicht nur die geplanten drei, sondern fünf Unterteile zu meinem neuen Oberteil passten.

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Älteres Foto des Spitzenbleistiftrocks..

Warum diese Fügung? Erstens bewege ich mich seit zwei Jahren in einer ziemlich abgezirkelten Palette, deren Mittelgrund Dunkel-, Hell- und Stahlblau bilden. Dabei ist das mit den Fabren gar nicht so entschlossen, dass ich immer erst eine Farbkarte ziehe, ehe ich was kaufe. Ich kaufe meistens nur noch Farben, die mir gefallen UND die mir stehen. Und so fügt sich meine Garderobe farblich mittlerweile ganz gut.

Außerdem fügt sich das neue Oberteil zu zwei meiner “Unterteil”-Silhouetten, nämlich dem schmalen, meist kniebedeckenden Rock und der ebenso schmalen Hose.

Das Negativbeispiel resultiert aus einem Stoffkauf, der weit außerhalb meines Farbspektrums liegt. Manchmal ist eine halt schockverliebt und unvernünftig. Andere solcher Ärgerteile hätte ich schon längst entsorgt, aber dieser Stoff war erstens sehr teuer und zweitens gefällt er mir  immer noch sehr.

Allerdings habe ich bis heuer genau drei farblich passende Oberteile dazu gefunden / gekauft / genäht.

Zum einen ein petrolfarbenes Shirt, hier schon mal gezeigt.

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In dem fühle ich mich aber nicht wohl. Es ist zu weit, die Drapierung sitzt an der für mich falschen Stelle, der Wasserfallkragen fällt nicht schön und es hat die falsche Länge zu diesem für mich doch sehr kurzen Rock. Ich hatte diese Kombination am 3.5. an, weil ich mich im Rahmen des #mmmay dazu gezwungen habe, alte Schätze zu sichten. Ich bin darin nicht aus dem Haus gegangen. Im allerletzten Moment hab ich das Shirt gegen diesen rosefarbenen Pulli getauscht.

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Bild vom letzten #mmay.

Der harmionierte dann auch fein mit meinen rosa Glitzerschuhen, aber die petrolfarbene Strumpfhose wollte nicht passen. Kaum war ich mittags zuhause, folg alles in die Ecke. Der Pulli passt zwar farblich, aber leider schoppt er sich in der Taille hoch. Und sieht dann ganz doof aus.

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Einzig dieses lila Top ergänzt den Rock schön, allerdings ist das dann auch wirklich ein Heiße-Tage-Outfit.

Der Rock macht solchen Ärger, weil er farblich nicht funktioniert und weil er so viel kürzer als meine anderen Röcke ist. Daraus resultiert, dass ganz viele Oberteile zu lang sind. Oder zu voluminös, oder  zu gemustert.

Das Shirt liegt jetzt im Jerseyfach des Stoffschranks und wird einmal ein Oberteil für den Sohn. Der Rock ist eh etwas weit, also werde ich ihn wohl komplett auftrennen und aus dem eh etwas schrägen Falten- einen einfachen, eingereihten Rock machen. Da er mir noch mit keiner Strumpfhose dazu gefallen hat, muss ich wohl damit leben, dass er ein reiner Sommerrock ist und bleibt. Allerdings ist er jetzt wirklich dringend auf Partnersuche.

Und wie sieht es bei Euch aus? Haben die neuen Teile schon zu überraschenden Funden im Kleiderschrank geführt? Und sind das positive oder negative Überraschungen?