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Accessoires im weitesten Sinne sind heute Thema beim Spring Style-Along. Heute? Ähm, ja. Vermutlich hat die eine oder andere sich letzten Montag etwas gewundert. Denn laut veröffentlichtem Plan wäre der Post schon letzte Woche fällig gewesen. Allerdings steht in meinem Terminkalender der Post erst heute und nun ja … shit happens.

Ich liebe Hüte. Vielleicht, weil meine beiden Großväter es verstanden Hüte zu tragen. Der eine sah mit Hut immer wie Hans Albers aus, der andere wie James Cagney. Vielleicht, weil ich noch immer gerne Verkleiden spiele. Mit Hut bin ich zwar nicht jemand anderes, aber ich bin ich in einem anderen Zustand. Sicherlich auch, weil Frau mit Hut heute ebenso auffällt, wie Frau ohne Hut vor einem halben Jahrhundert aufgefallen wäre. Ein Hut ist ein Hingucker.

Jedes gute Accessoire hat diese beiden Eigenschaften: es versetzt seine Trägerin in einen aufrechteren, wacheren, freudigeren, energiegeladeneren oder sinnlicheren Zustand und es fängt den Blick des Betrachters.

newglasses

Ich trage seit Anfang 20 durchgehend Brille. Natürlich hat meinen nähere Umgebung immer eine neue Brille kommentiert. Aber erst seitdem ich diese blaue Brille habe, sprechen mich völlig fremde Menschen auf die Brille an. Meistens andere Brillenträger, aber manchmal auch “Laien”. Die Brille fällt auch. Menschen übersehen sie nicht. Und ich setze sie mit Freude auf.

Noch besser als eine auffallende Brille haben, ist allerdings morgens tatsächlich entscheiden zu können, welche Brille ich aufsetze. Und nicht einfach  nur DIE Brille aufsetzen zu müssen, weil frau sie braucht und keine andere da ist. (Völlig neuer Zustand für mich.)

sparklyshoes

Schuhe sind so essentiell, dass ich sie eigentlich gar nicht zu den Accessoires zählen mag. Wer geht schon ohne Schuhe auf die Straße? Kaum einer. Vermutlich gehen mehr Menschen ohne Unterwäsche raus als ohne Schuhe. Schuhe schützen nicht nur unsere Füße, sie verändern unseren Gang und unsere Haltung. Sie sind unumgänglich, aber deshalb müssen sie nicht nichtssagend sein. Schuhe machen vielleicht noch kein Outfit, aber sie verderben uns definitiv die Laune und den Tag, wenn sie für schmerzende Füße sorgen. Schuhe schützen zuerst und schmücken dann. Aber sie sollten ruhig beides tun, non?

Ein Accessoire kann vieles: es lenkt den Blick des Betrachters, es verstärkt das Gefühl seiner Trägerin, es schützt und nützt, es schmückt. Es sagt etwas über unseren Geschmack, manchmal auch etwas über unseren Geldbeutel aus. Accessoires fügen unserer Kleidung eine weitere Bedeutungsebene zu: Die alte Brosche erinnert an Oma. Die Kette, die wir von ersten gehalt gekauft haben, an unser berufliches Selbstverständnis. Der Hut an den südfrankreichurlaub und wie sengend Sonne sein kann. aber auch für die Betrachtenden fügen Accessoires Wirkung hinzu. Enger Rock und Netzstrümpfen mit Docs getragen lesen sich anders als wenn eine Heels dazu trägt. Accessoires können die Wirkung der Kleidung unterstreichen, alles aus einem Guss erscheinen lassen oder einen kalkulierten Bruch setzen.

Ziel des Spring Style-Alongs ist ja, auf Vorhandenes noch mal neu drauf zu gucken und altgeliebten Stücken neue Partner zu finden.

Ich war letzte Woche ziemlich verblüfft, als ich in einem Verzweiflungsakt (Wäschestau) eine recht unbequeme, weinrote Kaufhose aus dem Schrank zog, zu der meine an der See genähte hellblaue Bluse super aussah, ebenso die neue pinke Jacke und die rosefarbenen Slipper. Dann stellte sich auch noch heraus, dass eine meiner im Sommerurlaub in Frankreich gekauften Ketten genau in den Ausschnitt passte und den goldenen Akzent der Schuhe wiederholte. Als hätte ich das so zusammen erdacht. Hatte ich aber nicht. Vermutlich wäre es unter “normalen” Umständen gar nicht zu dieser Zusammenstellung gekommen.

Ich glaube mittlerweile, dass frau das Neukombinieren erzwingen muss. Schleppt also alles, was für Eure Frühlingsgarderobe vorgesehen ist vor den Spiegel und zieht es tatsächlich an. Inklusive Socken und Sonnenbrille und Lidstrich. Rumspielen. Immer ein Teil einwechseln, eins ausziehen. Und besser Fotos zur Dokumentation machen.

Mein Kopf merkt sich nur die Kombinationen, die er kennt. Sprich: die ich oft genug angehabt hatte. Zwingen mich dann äußere Umstände (aka: wieder nur Kinderwäsche gewaschen), “neue” Kombinationen anzuziehen, stelle ich später am Tag fest, dass ich das irgendwann schon mal so anhatte, aber vergessen hatte, dass das auch geht. Und das bei einem echt übersichtlichen Kleiderschrank. Also: Fotos und ausgedruckt in den Kleiderschrank kleben.

Was sind also Eure Lieblings-Accessoires? Gibt es bei Euch da einen Saisonwechsel? Expliziten “Sommerschmuck”, z.B.? Oder greift Ihr wetter- und jahreszeit unabhängig zu den gleichen Stücken? Welches Style Concept verfolgt Ihr? Was von dem, was vorhanden ist, passt? Welche Teile fehlen vielleicht noch? Und könnt Ihr davon welche selbst herstellen?

Vor meinem inneren Auge sehe ich manche meiner angestrebten Outfits mit einer mehrreihigen Kette aus Ebenholz und einem passenden Armreif. Das ist die Kette, die ich vor 12 Jahren in Hamburg nicht gekauft hab und die mich seither verfolgt. Ich befürchte, da werde ich nichts Adäquates finden. Ein Paar Herrenschnürschuhe in einer unerwarteten Farbe wären noch sehr schön. Und fußfreundlicher, als die hochhackigen Sandalen, auf die ich ein Auge geworfen habe. Aber so ein Paar Pantoletten mit Blockabsatz könnten ein Kompromiss zwischen etwas mehr Größe und Bequemlichkeit sein. Und eine “fiese” Brosche mit blutrotem Stein. Ich hoffe auf die Urlaube in Venedig und Frankreich, um entsprechendes zu finden.