schnittmustermantel

(Schnitt für einen roten Wollmantel im Musée Dior in Granville)

Bei der anNÄHerung_süd haben Minimale Extravaganz und ich je zweieinhalb Tage damit verbracht, an einem eigenen Schnitt zu arbeiten. Sie hatte ihren schon fertig konstruiert und war mit der Umsetzung beschäftigt, ich drapierte noch und versuchte, ein tragbares Probeteil zu nähen. Andere Teilnehmerinnen fuhren von diesem Wochenende mit gleich mehreren fertigen Kleidungsstücken nach Hause. Ich fragte mich auf dem Heimweg mal wieder: Warum tust Du Dir das eigentlich an? Denn ein bißchen neidisch bin ich jedesmal, wenn jemand in der Zeit, die ich an einem Teil sitze, eine halbe Kollektion fertigstellt (hey, und ja, ich gucke in Deine Richtung, Feinstöfflich ;-)).

Dabei ist die Antwort ganz einfach: Ich entwickele gerne eigene Schnitte. Ja, das macht viel Arbeit, aber auch sehr großen Spaß und hinterlässt bei mir am Ende eine große Befriedigung: ich hab tatsächlich ein Kleidungsstück, das niemand außer mir hat. Mit dem ich eine überraschende kreative Reise gemacht habe. Außerdem lerne ich jedes Mal unglaublich viel.

Und – nicht zu vergessen: ich muss auch so gut wie jeden fertig gekauften Schnitt endlos anpassen. Und das nervt mich noch mehr, denn ich gehe an die Arbeit mit einem gekauften Schnitt immer noch mit der Annahme heran, dass er halbwegs passt und relativ flugs zu produzieren ist.

Ich kann stundenlang durch Konstruktionsbücher stöbern – wobei mir die, die Schnitte an der Puppe drapieren, deutlich mehr liegen. Und ich lese auch unglaublich gerne die Berichte anderer darüber, wie sie beim Entwickeln ihres Schnittes vorgegangen sind. Immi tut das z.B. in wunderbarer Ausführlichkeit.

Und weil das Erarbeiten ganz eigener Schnitte und der daraus entstehenden Kleidungsstücke ein so arbeitsintensiver Prozess ist, würde ich seiner Dokumentation gerne ein bisschen mehr Aufmerksamkeit verschaffen.

So entstand die Idee für das SCHNITT-FEST!

Einmal im Monat, immer am 28., gibt’s hier auf dem blog die Chance, die Schnitte Marke Eigenbau noch mal ausführlich im Rahmen einer Verlinkung zu präsentieren und sich von anderen Schnitt-Geeks inspirieren zu lassen. Und los geht es schon im Februar.

Mitmachen kann jede und jeder (hey, Christoff, gibt’s Dich noch?). Niemand muss jeden Monat mitmachen. Aber jedeR hat jeden Monat die Chance, sich gezielt zum Thema Schnittentwicklung auszutauschen. Voraussetzung für die Teilnahme ist, dass der Schnitt, den Ihr präsentiert, selbst konstruiert oder drapiert ist. Und neben vielen Fotos freuen wir uns alle natürlich über eine ausführliche Beschreibung Eures Arbeitsprozesses.

Also: wer ist dabei?

 

 

Merken

Merken

Merken

Merken