nixfürlemmingegross

Moin. Geht gleich gut los, nee? Die Leithammeline verpennt den zweiten Termin.

Einzige Entschuldigung: innerlich hab ich meins ganz klar und das Thema moodboard fühlte sich erledigt an.

Nun ja. *husthust* Dann wollen wir mal. Worum geht’s in diesem zweiten Treffen? Sich selber über wesentliche Elemente und Stimmungen der geplanten Kollektion klar zu werden. Und diese den anderen Teilnehmerinnen und natürlich unseren Leserinnen zum Mitdenken zu präsentieren.

herbstimpressionen3

Woodland Creatures

ist der Arbeitstitel meiner Kollektion.

Die Waldimpressionen, die meinen Wunsch nach einem neuen NIX FÜR LEMMINGE überhaupt in Gang gesetzt haben, hab ich bei der Themenwahl schon gezeigt. Mehr Bilder findet Ihr hier auf meinem Pinterest-Board.

Deshalb nur die zentralen Punkte.

Mich interessiert innerhalb einer reduzierten Farbpalette das Spiel mit unterschiedlichen Texturen, so wie sie in einem Winterwald auch viel deutlicher ins Auge fallen. Neben verschiedenen Stoffqualitäten sollen aber auch Stickereien zum taktilen Eindruck entscheidend beitragen. Ein Ansatz sind da die Regentropfen, die bei jenem Waldspaziergang funkelnd an jedem Zweig hingen. Als Akzente sollen außerdem kleine Farbtupfer gesetzt werden, wie die letzten Beeren, die von dürren Winterästen luken.

Woodland Creatures heißt auch: Kleidung schaffen, die den Waldspaziergang unbeschadet übersteht. Natürliche Materialien, die vor Wind und Wetter schützen. Ich sehe im Moment ziemlich viel schwarze Wolle. Das wird mir vermutlich schnell zu langweilig. Aber ich habe seit langem einen schwarzen Wollrock und dessen Anmutung ist genau das, was ich im Kopf habe. Zeitlose Kleidungsstücke, in hochwertiger Qualität. Ich möchte diesmal nicht hudeln, sondern wirklich Wertstücke schaffen.

Das also mal zur Materialanforderung und zur Arbeitsqualität.

Farbpalette: dunkel. Ob’s nun bei dem Schwarz bleibt, oder ein anderer dunkler Grundton wird, weiß ich noch nicht genau. Das kommt vermutlich auch auf das Material an, was ich innerhalb meiner Budgets haben kann. Und auf dieser eher dunklen Leinwand dann Farb- und Glitzerkleckse.

Bei den Materialgegensätzen interessiert mich vor allem das Spiel zart gegen rustikal und glänzend gegen matt. Vom Asudruck her möchte ich ein Schillern zwischen streng und verspielt. In vielen norddeutschen Trachten findet sich eine unglaubliche Strenge, die dann durch allerhand Tand kaum gebrochen wird. Während das Dirndl vorrangig verspielt und kokett zu sein scheint und ihm die herrschaftliche strenge fehlt. Zwischen diesen beiden Polen werde ich mich bewegen. Und zwischen Zweckmäßigkeit und Opulenz.

Mir sind bei der Recherche zu Jackenformen von weiblichen Trachten ganz oft Formen begenet, die ich ungemein modern oder zumindest alterslos fand … beim Ansehen via Fotos. Ich möchte in den Schnitten der Jacke, der Hose und des langen Rocks eine schlichte Reduziertheit erreichen, die dann durch die Stickereien und Applikationen sowie durch die zarten Blusen und die opulente Weste gekontert werden.

Das wären also meine 5 Schnitte:

1 Hose mit moderat weitem Bein, einer Zimmermannshose nachempfunden

1 Jacke

1 langer dunkler Wollrock

1 zarte Baumwollbluse mit ausgefallenen Ärmeln (evtl. in zwei Farben)

1 mit Kunstfell gefütterte Weste um sie über der Jacke zu tragen

Die absolute Kür wären ein bodenlanger Übermantel ähnlich den friesischen Hindeloopen wentkes und eine schlichte „Zimmermannsweste“ mit Samtkragen.

Damit seid Ihr also eingeweiht in meine Grundideen. Was plant Ihr?