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Im Rahmen des #brotundbutter-Sew-alongs stehen mindestens 4 Oberteile auf meinem Plan. Wenigstens zwei davon sollten taillenkurz sein, um zu meinen weiten Röcken zu passen. Da habe ich schlicht zu wenig passende Oberteile.

Allerdings wollte ich mit den längeren, zu meinen Hosen passenden Pullovern anfangen, aber dann reichten die vorhandenen Strickstoffe alle nicht für den Schnitt, in den ich mich verliebt hatte. Also schob ich spontan einen ersten Kurzpulli-Versuch mit Astoria aus der Seamwork dazwischen.

Der sollte laut Beschreibung ja auch rasch genäht sein. Ich erwartete einen schnellen Erfolg.

Jo.

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Vorsichtshalber maß ich schon mal in allen Größen die Schultern durch, denn trotz recht großer Oberweite hab ich sehr schmale Schultern, die ich außerdem gerne permanent nach vorne ziehe. Das führt immer wieder zu Anpassungsdramen.

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Ausgehend von meinen Schultermaßen hätte ich eine Größe wählen müssen die drei Größen unter der liegt, die ich laut Brust und Taillenmaß brauche. Das übliche Dilemma.

Ich entschied mich für einen Mittelweg. Von den laut Maßnehmen passenden Schultern ging ich über zur Größe mit meinem Brust und Taillenmaß. Also keine FBA.

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Wohlgemut schnitt ich zu – erstmal ohne Ärmel – heftete Vorder- und Rückenteil zusammen und erwartete das Beste. Ja, Pustekuchen. Die Schultern waren immer noch erheblich zu weit. Dito der Rücken. Und an den Armausschnitten saß auch nüscht. Also im Rücken zwei Zentimeter in Form einer Rückennaht weggenommen, gen Hals sogar noch mehr, weil die meisten Ausschnitte sonst dumm abstehen – Haltungsschaden, vermute ich. Schultern verkürzt, rund ums Armloch erheblich Stoff weggenommen, wieder mal frohgewesen, im Nähkurs gelernt zu haben, nie die Ärmel zuzuschneiden, bis das Armloch nicht in seiner endgültigen Form feststeht.

Tatsächlich mußte ich in der Armkugel auch Weite zugeben, obwohl die Ärmel insgesamt viel zu weit waren, ausgehend von den diversen Modell-Fotos. Einen Ärmel eingesetzt, festgestellt, dass da immer noch viel zu viel Stoff seitlich und oberhalb der Brust Richtung Armloch war. Ärmel wieder ausgetrennt. Abnäher platziert, Ärmel wieder eingesetzt. Sah gut aus. Also verfuhr ich auf der anderen Seite genauso.

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Als ich dann den Pulli mit zwei einsetzten Ärmeln wieder anprobierte, waren die Ärmelansätze wieder weit über das Ende meiner Schultern hinausgerutscht. Also baute ich beim Annähen des Halsbündchen in der vorderen Mitte noch zwei kleine Falten ein.

Nach der cleanen Form des Astoria-Pullis sieht mein Ergebnis nun also überhaupt nicht aus. Ich habe zwar alle Änderungen ordentlich ind en Schnitt übertragen und aus selbigem dann den seitlichen Abnäher wieder rauskonstruiert – denn Pulli mit Brustabnäher finde ich irgendwie schräg – aber ob ich noch einen weiteren Versuch mit dem nun stark geänderten Schnittmuster wage, weiß ich noch nicht. Für Kurzpulli zwei ist nämlich ein schöner, fester Jersey mit tollem Blumenmuster vorgesehen und in das möchte ich eigentlich keine Falten legen oder Abnäher nähen.

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Positivste Nebenwirkung dieses Pulli-Experiments. Als ich mit dem fertigen Pulli rumexperimentierte, welche Kleidungsstücke noch so dazu passen könnten, fiel mir meine alte, heißgeliebt, nicht mehr passende Cordhose in die Hände. Die hat ein moderat weites Bein und einen hohen Bund und sah sehr lässig zum Kurzpulli aus. Also ist sie mitterweile auseinander genommen und zum noch anzupassenden Schnittmuster mutiert.

Die Passformspielereien gehen also weiter.

Ob das anderswo auch so nervt, lest Ihr heute bei RUMS.

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Schlussfoto in Kulturdezernentinnen-Attitüde. Fotografieren ist zur Zeit der absolute Stimmungskiller hier.