brotundbutter

Guten Morgen. Mein Name ist Alexandra Gerull und ich bin eine anonyme Uniformträgerin.

You’re what?

Wenn mich die Umstände oder meine Laune nicht zu etwas anderem zwingen, kann ich eine ganze Woche quasi immer ein und das selbe Outfit tragen.

An einem ganz normaler Tag im home-office findet man mich entweder in einer Kombination aus Skinny Jeans und hüftlangem Pulli mit V-Ausschnitt oder ich trage ein knielanges Strickkleid mit langer Strickjacke, gerne mit Overknees dazu. (Das das die Winteredition ist, versteht sich, right?)

Das heißt, dass die beiden Hosen, die ich zur Zeit besitze – beide gekauft – abwechselnd in der Waschmaschine / im Trockner bzw. an der Frau sind. Und so sehen sie mittlerweile auch aus.

Mein schwarzer Lieblingspulli ist an den Ellenbogen schon  fadenscheinig. Jedesmal, wenn er zum Trocknen auf dem Wäscheständer liegt, und ich gezwungen bin, ein anderes Oberteil zu tragen, schelte ich mich wieder dafür, dass ich ihn nicht gleich in mehreren Farben gekauft habe. Damals, vor fast drei Jahren.

Als ich noch täglich ausging zum Arbeiten war das ein wenig anders: da habe ich weitaus mehr Zeit mit Anziehen verbracht, besonders an Tagen mit „schwierigen“ Terminen. Auch jetzt gibt es Tage, gelegentlich gar Wochen, in denen ich Lust habe, jeden Tag was ganz anderes anzuziehen. Aber im Jahresmittel trage ich genau zwei Outfits pro Jahreszeit.

Warum das so ist, kann ich nicht vollständig erklären. Ich kleide mich im home-office deutlicher in Richtung Komfort. Im Büro oder im Theater überwog eher der repräsentative Charakter von Kleidung. Aber mir gegenüber muss ich nichts darstellen.

Das ist nun erstmal gar nicht schlimm. Das Dumme ist nur: genau das, was ich winters fast tagtäglich trage, nähe ich mir nie. Also fast. Mein Weihnachtskleid 2015 wurde ein schlichter 60s Schnitt aus einem wunderbar kuscheligen, dicken Jersey. Die gekauften Strickkleider haben also eine DIY-Ergänzung.

Sie könnten auch noch eine zweite, vielleicht eine dritte Ergänzung gebrauchen. Und da kommt Frau Siebenhundersachens #projektbrotundbutter gerade Recht. Es gemahnt, noch mal genau auf die eigene Garderobe, die eigenen Trage- und Nähgewohnheiten zu gucken und sich gezielt da zu benähen, wo wir’s am häufigsten nutzen. Bei den Arbeitstieren unserer Garderobe. Den Workhorses.

Ja, das ist nicht ganz so sexy wie Fummel oder Statement Pieces zu produzieren, aber: Es sorgt für mehr Wear! Für mehr Tragbarkeit, für mehr Flexibilität, letztlich für mehr Leichtigkeit im Kleiderschrank.

Mein Plan sieht mithin wie folgt aus: Ich werde im Rahmen von Brot und Butter

2  Langarmshirts mit Raglan-Ärmeln

1 Pulli mit V-Ausschnitt

1 anderer Pulli

1 oder 2 Jerseykleider nach dem Weihnachtskleidschnitt

(und wenn ich dann noch Lust habe: 1 Hose)

nähen.

Stoff für die Shirts und die Jerseykleider nehme ich aus dem Bestand. Mindestens 1 Pulli kann ich auch aus vorhandenem Strickstoff arbeiten. Dann muss ich noch mal schauen.

Für den V-Ausschnitt Pulli habe ich gerade Sylt bei Schnittquelle bestellt. Den Schnitt für den anderen Pulli nehme ich aus einer Burda.

Für die Shirts werde ich einen Schnitt aus der letzten Ottobre verwenden. Den für die Kleider gibt’s schon. Da verändere ich evtl. bei einer Version den Ausschnitt von Karree zum V.

Bei den Hosen schwanke ich noch. Am einfachsten wäre es wohl, eine meiner alten Marlene-Cord-Hosen von NoaNoa aufzutrennen, den Schnitt abzunehmen, an den kritischen Stellen zu vergrößern und aus stretchigem Stoff zu nähen. Allerdings hab ich Stretchiges nur mit extrem auffälligem Muster, was ich für den ersten Hosenversuch nicht optimal finde. Wir werden sehen.

Auch wenn sich meine tägliche Kleidungsroutine neu justiert hat, bleibt ein inneres Luxusbedürfnis. Nur weil „Komfort“ und „Kein Aufwand“ regieren, heisst das nicht, dass ich nicht auch einen Hauch Glamour in meinen Alltagsklamotten will. Deshalb würde ich bei den beiden Shirts jeweils eine Verzierungstechnik aus dem Alabama Chanin Studio verwenden. Aller möglicher Perlen-und Pailletten-Tand ist vorhanden.

Welche Kleidungsstücke anderswo die Brot und die Butter sind, könnt Ihr hier lesen. Herzlichen Dank an Frau Siebenhundertsachen, die uns mit dieser Aktion gemahnt, sinnvolle rund damit nachhaltiger zu produzieren.