Nach dem theoretischen Teil am Donnerstag, nehme ich Euch heute mit in erste, eigenen Überlegungen zu meiner Herbst und Winter Garderobe.

1. Soul-Searching:

Welche Kriterien lege ich an meine selbstgenähten Kleidungsstücke an? Hat sich da etwas verändert in den letzten Monaten?

Mittlerweile ist der Kleiderschrank ganz gut gefüllt – verglichen mit dem Stand von vor 2-3 Jahren. Dieses innere Drängeln nach mehr, mehr, mehr hat deutlich nachgelassen. Ich möchte mich in Zukunft darauf konzentrieren, ordentlicher zu arbeiten, mehr Zeit ins Design zu stecken und die Verzieungen, vor denen ich aus Zeitgründen bis jetzt immer zurück geschreckt bin, umzusetzen.

Aber nicht nur der Kleiderschrank, sondern auch der Stoffvorrat ist gut gefüllt. Insofern werde ich max. 2 neue Stoffe für die kommenden Monate kaufen.

Was ist für mich in Herbst und Winter unverzichtbar?

Unverzichtbar für mich sind in Herbst und Winter Wärme, Kuscheligkeit, Farbe und Glamour.

Wärme: Kälte macht mich extrem unleidlich. Also starten die Überlegungen zu H/W-Garderobe bei mir immer bei der äußersten Hülle. Für den richtigen Winter bin ich mit einem superwarmen Mantel versorgt. Aber für den Übergang fehlt etwas Warmes und etwas Regenfestes.

Kuscheligkeit: Grundbemühen in Herbst und Winter ist bei mir, eingemuckelt auf der Couch zu sitzen und ins Feuer zu gucken. Da sich das meist nicht mit den Anforderungen meines Lebens verträgt, erwarte ich von meinen Kleidungsstücken eine gewisse taktile Anschmiegsamkeit. Stoffe, die ich in der kalten Jahreszeit vernähe, sind zumeist griffig und kuschelig.

Farbe: Je monochromer es draußen wird, desto mehr will ich Farbe an mir. Kräftige, tiefe Töne. Eigentlich. Ich springe erstaunlicherweise gerade auch auf Beige und Taupe an.

Glamour: Entwickelt sich mehr und mehr zu einer Grundanforderung für alle Jahreszeiten, aber besonders im Winter gelüstet es mich nach Glitzerndem. Nach Glänzendem. Nach Funkelsteinen.

Was habe ich vor in den kalten Monaten?

Mich erfasst dieses Jahr mehr als sonst der Wunsch, mich in mein nun vorhandenes Studio zurück zu ziehen und sehr intensiv an ein paar wenigen Dingen zu arbeiten. Ungestört. Ich möchte einen e-Kurs entwickeln und eine Schnittmuster-Kollektion, also werde ich viel drin sein und arbeiten. Allerdings liebe ich auch die Weihnachtszeit und freue mich darauf, mit dem kleinen Menschen über Weihnachtsmärkte und durch hoffentlich verschneite Wälder zu spazieren. Außerdem stehen diverse Besuchswochenenden an.

Wie will ich mich fühlen?

In den kalten Monaten will ich mich oft vor allem beschützt fühlen und hätte gern Kleidung, in die ich mich wetterbedingt wie in ein Schneckenhaus zurückziehen kann.

Gleichzeitig mag ich aber nicht das Gefühl von Schwere, das oft mit Winterkleidung einhergeht. Warm und trotzdem federleicht wäre schön.

Welche Bilder schweben in Eurem Kopf herum?

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In meinem Kopf spukt die Bibliothek eines englischen Landsitzes, in der das Kaminfeuer brennt und das Chesterfield davor steht. Ich sehe nebelverhangene, dunkelgrüne, menschenleere Wälder und glitzernde Parties. Und über dem liegt so ein 70s Starsky & Hutch / The Professionals Hauch. Yeah, don’t ask. Go figure.

Nehme ich mir nur die Bibliothek einmal näher, dann sind da die Farben der ledergebundene Bücher. Bücher mit Illustrationen. Mit schön gemustertem Einbandpapier. Handschriftliches. Kalligraphie. Ich sehe Samtvorhänge und -kissen. Ein Cord-Sakko. Ein Tee-Service mit feinen Blumen oder Chinoiserien. Die Bibliothek ist mit hochgelegten Beinen Zeitung lesen. Am Fenster sitzen und kompliziertesten Abhandlungen nachsinnen. Unanagestrengte Kleidung, weil es hier um Kopfarbeit geht. Stille. Konzentration.

Der Nebelwald sind Regentropfen wie kleine Diamanten auf dunklem Stoff. Raschelnde Säume weiter Capes. Elbenumhänge. Große Kaputzen und Silberfibeln. Feine, durchsichtige Stoffe, die sich wie Nebel über andere legen.

70s Flavour: Die Farben: Bordeaux, Cognac, Moos. Leder und Wildleder. Große Revers und Kragen. Röcke mit Kellerfalte. Britische Armeepullover. Cabanjacken. Lederblousons. Stiefel mit Blockabsatz. Collegeschuhe. Boho-Maxikleider mit Empiretaille und Borte über Borte.

Winterglamour: Stickereien, Glitzerstein-Applikationen, glänzende Stoffe, vielleicht sogar nur Details aus glänzenden Stoffen. Gequiltete, glänzende Oberflächen. Eine Herzköniginnenjacke aus dem in München gekauften Wollstoff. Lange rote Handschuhe. Ein Nachthemd aus Seidenjersey und Spitze. Ein gefütterter Morgenmantel.

Das sind die ersten Ideensplitter für meine H/W Garderobe. Die lasse ich jetzt mal ein paar Tage vor sich hinblubbern. Und kümmere mich in der Zwischenzeit um den Realitätscheck.