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Selten hier zu sehen: Herrenoberbekleidung.

Dies ist das letztjährige Geburtstagshemd meines Mannes. Ähem. Vor ein paar Wochen meinte er so en passant, er könne das ja am 28.02. anziehen, wenn er als Jubilar beim Ski-Club geehrt würde. Dann käme das Hemd auch in die Zeitung.

Nothing like a bit of publicity, right?

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Naja, da ich gerade in einem Gewaltmarsch mir ein Kleid für die Projektabschlußfeier genäht hatte – unter anderem unterstützt durch ihn – packte mich das schlechte Gewissen nun sehr. Schließlich ist sein Geburtstag dieses Jahr schon näher als der letzte.

Ich wußte noch, dass ich den Kragen schon angesteckt hatte und so setzte ich mich am 28.02. so gegen elf an die Maschine und dachte: Naja, Ärmel noch und Knopflöcher. DAS muß ja bis halb sechs zu schaffen sein. Dann wollte er nämlich los. Nähen gegen die Zeit ist nicht so wirklich mein Ding, aber es zwingt dann in eine Konzentration, die ich sonst selten erreiche, weil ich zwischendrin immer mal bei Twitter reingucke oder einen podcast höre oder dringend mal was Nachlesen muß.

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Wie’s dann so kommt: Beim Kragen brauchte ich vier Anläufe, bis er so drin saß, wie ich’s wollte. Die Ärmel muckten auch rum. Ich hatte bei der ersten Anprobe das Armloch vergrößert – natürlich ohne auf dem Schnitt was zu ändern. Bevor ich die Ärmel zuschnitt, hab ich schon noch mal nachgemessen, aber dann war doch das Armloch größer als der Ärmel und ich mußte ziemlich tricksen. Dann hatten mehrere Menschen Hunger und es mußten Nudeln gekocht werden …

Er ist dann schließlich um kurz vor sechs mit offenem Hemd über T-Shirt gegangen. Die Knopflöcher waren drin, aber die Knöpfe hab ich erst am nächsten Morgen angenäht.

Ichbin  ganz zufrieden mit dem Hemd, besonders mit der Musteraufteilung. Aber wie bei allen anderen Versionen, einschließlich des Originals, spannt es direkt über der Brust für meinen Geschmack zu sehr.

Insgesamt merke ich mit jeder Version, die ich immer wieder anpassen muß, daß der ursprüngliche Schnitt, den ich ja von einem Kaufshirt kopiert habe, zu ungenau ist. Vor dem nächsten Hemd konstruiere ich entweder einen Schnitt oder ich kaufe einen. Wobei ich gerne ein Vintage-Modell hätte, aber die sind dann vermutlich nicht in des Gatten Größe erhältlich. Gnarr.

Wenn er das Hemd länger anhat, merkt man, daß Stoff und Schnitt nicht übereinstimmen. Hawaiihemden sind zumeist aus Seide oder Viscose, in jedem Fall aus weichfallenden Stoffen. Das kann man nun von dem Waxprint von Vlisco, den er sich ausgesucht hatte, wirklich nicht behaupten. Obwohl schon zweimal gewaschen, ist der Stoff immer noch sehr steif und bleibt auf seinen Unterziehshirts hängen.

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Der Herr des Hauses ist schwer begeistert von seinem neuen Hemd. Wurde er doch auf der Jahreshauptversammlung gleich drauf angesprochen. Entspannt vor der Kamera posen üben wir dann noch mal. Nun muß nur das Wetter noch mitspielen. ;-)

Ach ja: total production time: ca. 10 h – verteilt über drei Tage in 9 Monate.