Tempus fugit … und während ich immer noch über meinem Artikel brüte, in dem es um italienischen Stil gehen soll, rinnen die Wochen dahin. Bevor die ersten Schneeflocken fallen, nehme ich Euch deshalb heute mit auf einen kleinen Spaziergang rund um den Gardasee.

 

Genau, Italien ist das noch nicht.

Schon komisch, die Bayern, hängen Stühle in Bäume.

Dafür gibt’s herzige Ausschnitte.

Jetzt aber: Die Bucht der Nixen. Ganz ohne Frage eines der schönsten Freibäder. Glasklares Wasser. Man schwimmt mit Fischen und besser mit Schuhen, weil kiesig. Was für den ganzen See gilt. Perfekten Caffe Latte gibt’s rechts außerhalb des Bildes. Dito: Pattatine, für ewig pommes-hungrige Kinder. Ich möcht nicht wissen, was hier in der Hauptsaison los ist, doch die Liegewiesen (unter Olivenbäumen) oberhalb sind auch sehr nett. Pro Eintrittskarte eine Liege. Fair, right? Außerdem gibt es einen großen Kinderspielplatz auf dem Gelände. Eine Reihe Picknicktische. Diverse Kicker und Tischtennisplatten. Herz, was willste mehr?

Und gleich nochmal. Von der Seite. Herrlich.

Butterstücke hat die EU offensichtlich noch nicht genormt. Italienische Butterstücke sind länglicher, dafür dünner und kommen mit diesen Nietenverschlüssen. Und: Die hier gezeigte einheimische Butter, aus dem nächsten Ort, war teurer als die importierte Altbayrische. Ud zwar erheblich.

Angeberschlafzimmer. Was man nicht sieht? Den Narnia-Kleiderschrank mit angelaufenem Spiegel, das antike Zweiersofa und den Sessel.

Klaro: Wir hatten auch Sonnenschein. Hafenpromenaden ohne Geländer sind allerdings nichts für Eltern mit schwachen Nerven.

Lazise ist ein charmantes Örtchen mit eeetlichen Schuhläden. Meine Beute an diesem Tag bestand aber nur aus einem Armband und einer Kappe. Und einem ziemlich mächtigen Eis. Ach ja: Die Kindergartenkinder in Italien tragen wirklich diese komischen pastellenen Hemdchen aus den Leo-Lausemaus-Büchern. Und Conni heißt in Italien Gaia.

Ich fange ja immer gleich an, nach Immobilien zu gucken: Die untere Dachterrasse mit Blick auf den Hafen von Salo? Nicht übel.

Schuhe? Auch nicht übel.

Definitiv: Nicht übel.

Ob Frau sie allerdings so kombinieren muß?

Accessoires? Auch nicht von schlechten Eltern.

Eigentlich steh ich gar nicht so auf Klunker … mal gut, daß zu diesem Zeitpunkt mein Budget schon ausgereizt war.

Ich hab sogar mal einen Gürtel probiert. Yeah, you read that right: Ich einen Gürtel. Der war hübsch. – Aber nix für mich.

Bißchen grau für Missoni, wa? Aber diese kleinen Pelzjacken haben es mir irgendwie angetan. Und der Rote Faden hat leider, leider, leider, genau so was graues Kunstpelziges im Angebot. Uhuhu.

Leo-Biker, auch nicht verkehrt.

Der Großteil meiner Schaufenster-Photos ist nichts geworden. Ich habe eine ganze Serie nicht mehr zu erkennender Asschnittslösungen. Hier ist er einigermaßen zu erkennen.

Architektur kann ich besser. Und Jugendstil gefällt mir immer noch.

Älteres natürlich auch. Das ist jetzt schon Verona, also ein wenig weg vom See. Lohnt sich. In jedem Fall. Nur nicht Julias Balkon.

Aussicht beim Spritz auf der Piazza delle erbe: Venedig muß in der Nähe sein.

Und ein Sohnemann-Photo darf ich, oder? Hier inspiziert er gerade das Marzipanschwein, was er unbedingt wollte und dann auch verspeist hat.

Fazit:

Landschaftlich und kulinarisch: ein Traum. Vom Einkaufen rede ich jetzt lieber gar nicht. Nur so viel: Ferienwohnung lohnt sich schon deshalb, weil man dann die auf dem Markt oder im Supermarkt erstandenen Köstlichkeiten zubereiten kann.

Wer unbedingt meint, Aktiv-Urlaub machen zu müssen (wir diesmal so nicht): Radweg geht rund um den See, direkt am Wasser. Wer unbedingt Höhenmeter machen will: auch das geht mit Rad, zu Fuß und per Auto. Segeln, surfen, paddeln (eher das Seekayak mitnehmen als den Kanadier): fein. Klettern, wandern, Kalorien verbrennen: geht alles gut.

Reisezeit Mitte September? Temperaturen so Mitte 20 Grad. Ab und an mal ein Regentag.

Man trifft viele andere Familien mit nichtschulpflichtigen Kindern. Trifft sich, in unserem Fall. Vielerorts ist man auf dieses Publikum eingestellt.

Strandtreiben mit sandbuddelwütigem Kind: eher schwierig, weil viel Kies, kaum Sand.

Fahren wir da noch mal hin? Aber sicher doch.

Einziger Wehmutstropfen – und ich fürchte, das klingt jetzt snobby -: auf jedem Parkplatz am See, auf den man kommt, stehen mindestens so viele deutsche wie italienische Autos. Und in manchem Café wähnte man sich eher in einer deutschen, denn in einer italienischen Stadt. So richtiges Auslandsfeeling am nicht auf. Mallorca stelle ich mir so ähnlich vor.