Ich hatte solch schöne Pläne. Ich wollte Photos machen. Von dem Geburtstagshemd für den besten aller Gatten. Von der wirklich bezaubernden Zeitschrift / Buchserie (?), über die ich neulich gestolpert bin. Ach, von all den neuen Schnitten, die hier einekauft worden sind. Aber nun ist es wieder halb neun an einem grauen Abend und ich mag eigentlich nur noch mit meinem Cava / Fragolino Mix auf die Couch.  – Ehrlich: ich weiß wirklich nicht, wie Lehrer einen vollen Schultag am Stück unterrichten können. Drei Stunden workshop und noch mal zwei im Büro und ich bin fertig für den Rest des Tages.

Anyway, das hier sollte nicht in ein Jammerfest ausarten. Denn eigentlich wollte ich Euch auf all die wunderbaren Dinge hinweißen, die mir in den letzten Wochen begegnet sind.

1. Alkoholfreier Bitter. Für all die Spritzliebhaber: es gibt eine Version ohne jeglichen Alkohol, was bei über30GradTagen – von denen wir vermutlich keine mehr haben werden – gar kein schlechter sundowner ist.

2. Kinfolk – A Guide to Small Gatherings – einHybrid aus Zeitschrift und Buchserie. Amazon stieß mich drauf. Meistens lese ich die Empfehlungen nicht, diese war aber auf. den.Punkt. Ich hab mir den Band über Eiscreme gegönnt. Ja- man kann ein ganzes Magazin – zumindest aber den Hauptteil – mit Eiscreme gestalten. Lecker. Und wunderbar anzusehen und dann noch exzellent geschrieben. So ein Moment, wenn man entdeckt, daß man gar nicht alleine so bekloppt ist, sondern, daß es offensichtlich genug Menschen gibt, die das ähnlich sehen, um ein Magazin dazu zu machen.  Herrrrlich!

3. Die pure Tatsache, daß ich viel früher als gedacht in die Normandie zurückfahre und sogar den Umweg über Paris nehme – die mitreisenden Männer schicke ich Eifelturm gucken und ich gehe Stoff kaufen. – Ja, so ungefähr stelle ich mir das Paradies vor. Soll ich Euch jetzt noch die Unterkiúnft zeigen? Wir probieren diesen Sommer Wimdu aus. ;-)

4. Die grünen Berge und mitunter arg engen Täler des Sauerlands. Auch wenn beides zur Zeit viel zu oft wolkenverhangen ist. Das darf jetzt ruhig rot im Kalender angekreutzt werden, denn ich hätte nicht von mir gedacht, daß je zu sagen. Aber seit dem ich jobmäßig so viel im Märkischen Kreis unterwegs bin, bieten sich doch entlang meiner Wege immer wieder schöne Aussichten. Und gelegentlich findet Mittagspause als Picknick mit Kartoffelsalat am Straßenrand mit Weitblick statt.

5. Der kirschrote Baumwollsatin, der gerade in die Waschmaschine gewandert ist. Ich befürchte zwar fast, daß das mit dem Konferenzkleid nähen bis nächsten Samstag nicht mehr hinhaut, denn die Präsentation hat nun mal Vorrang, aber noch lasse ich nicht von dem Plan ab, am nächsten Samstag in meiner Version von Roland Mourets Galxy Dress zu präsentieren.

6. Recto Verso von Mademioselle Zaz. Da stellt sich selbst im tiefsten Werdohl noch savoir vivre ein. Versprochen. Also: Anhören. Die Büronachbarin hab ich schon angesteckt.

7. Die vielen Frauen unterschiedlichster Herkunften, mit denen ich in den letzten zwei Wochen workshops gemacht habe – so viel Spielfreude, wo ich sie nicht erwartet hatte. Danke, ladies. Und auf einen heißen Herbst.

8. Das arschgeile Herbst- / Winterprogramm, das ich gerade konzipiere. Demnächst hier zu finden. Selten so weit gedacht. Drückt mir alle verfügbaren Daumen, daß sich wenigstens die Hälfte realisieren läßt. – Und wenn jemand einen Künstler zwischen Arnsberg und Kierspe kennt, der Ebru unterrichten kann und dies auch für ein kleines Honorar täte, denn stellt bitte den Kontakt her. Kann doch nicht sein, daß die alle in Köln, Berlin und Istanbul leben.

9. Die hängenden Erdbeeren in meinem Garten. Da kommen die dämlich verfressenen Schnecken nämlich nicht dran. Ätschbätsch. Drecksdinger.

10. Ohne hektisches Kind erst in die Kita bringen und um zwei wieder abholen müssen zur Arbeit fahren und Kind bei Papa gut versorgt wissen. Auch wenn’s jetzt nur zwei krankheitsbedingte Tage sind. Herrrrlich. Bestärkt mich einmal mehr in meiner Meinung, daß ALLE Familienmitglieder spätestens um dreie zuhause sein sollten. (Ja, ich weiß. Das geht in manchen Bereichen nicht. Ich bin auch abends noch mal unterwegs. Aber so als Normalsituation? Fänd ich phantastisch.