NFL2 – VERWANDLUNG – Entwürfe

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Guten Morgen! Alle ausgeschlafen? Fein! Dann man los.

Heute soll es also schon um die ersten Entwürfe gehen. Dio mio. Warum ist immer so schnell der erste Monat rum?

Ich sag’s gleich vorweg: ich habe, was das geplante Kleid angeht, immer noch keinen Entwurf, der mir so richtig gut gefällt. Das hat ganz sicher was damit zu tun, daß ich Drapierungen nicht vernünftig zeichnen kann, mich gleichzeitig aber auch noch nicht aufraffen konnte, was an der Puppe zu machen. Sei’s drum. Hier meine Entwürfe.

Die Fliegerjacke:

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Die neuen Marker scannen sich leider nicht wirklich farbgetreu. Duh! Die Unterarme jenseits der schwarzen Paspel sind in violettem Satin gedacht. Den hab ich noch. Kragen und Bündchen hingegen sind schlicht grau. Wirklich gerade so eben taillenlang. Und den Kragen hätte ich vermutlich fast lieber noch etwas größer. Dicker Metallzipper. Und der dicke schwarze Querstrich auf der linken Seite soll eine Reißverschlußtasche sein.

Definitiv mein Favorit.

Die längere Jacke:

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Diesmal ist der schwarz-weiß melierte Stoff das Hauptmaterial. Schultern und Manschetten sind aus grauem Stoff. Der violette Stoff soll dann wieder der Satin sein.

Ist so: Naja. Und die Länge haut mich nicht so richtig um.

Die Kleider:

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Bei diesem Kleid sollen die ausgefallenen Abnäher am Hals der Star sein und die unten eingearbeiteten zackenartigen Stoffspielereien. Vernünftig, tragbar. Meilenweit weg von dem, was mir eigentlich vorschwebt.

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Hier geht’s schon los mit dem nicht zeichnen können. Der Clou hier ist der Ärmel, der ab Mitte Oberarm geschlitzt ist. Vorbild ist dieser hier:

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Und: Der Stoff ist entlang der Mittelachse gerafft – statt Abnähern. Der Ausschnitt erinnert schon ein bißchen sehr an das Galaxy Dress, was ich ja schon gerne anziehe. Der karierte Stoff haut mich da nun nicht um, da wäre wohl eher der melierte angesagt.

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Mein momentaner Favorit. Aber überhaupt kein eigener Designanteil, bis jetzt. Totaler rip-off des blauen Kleids aus dem letzten NFL-post. Ich befürchte bloß, das weder der graukarierte, noch der schwarz-melierte Stoff so eine feine Drapierung mitmachen. Auch nicht schräg zugeschnitten.

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Das ist auch nix Neues. Ich hab’s glaub ich als Donna Karan Design irgendwo gesehen. Aber: ich finde das Drapierte an mir nicht übel. Allerdings wollte ich ja irgendwie 30er Jahre Flair. Und das hat es nun gar nicht.

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Das ist so 30er wie ich es gerade hinkriege. Die oben schon mal gezeigten Ärmel, schräger Fadenlauf, ein leicht drapierter Kragen. Der Hingucker wäre dann hier die Rückenansicht:

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So, over to you: Welcher Entwurf überrascht Euch am meisten? Welcher paßt am ehesten zu mir? Welche Kombination ist Euer Favorit?

Und dann natürlich: WIE SEHEN EURE ENTWÜRFE AUS?

 

Me Made Mittwoch: Das Nach-Weihnachten-ist-vor-Weihnachten-Kleid

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Was bitte ist draußen los? Jaa, ich hab den ganzen Winter über gesagt: Besser kalt und sonnig, als kalt und trüb. Aber hallo? Es ist Frühling! Wir hatten im Vorfrühling schon 20 Grad. Und jetzt morgens kratzen? Wieder drei Lagen übereinander ziehen? What the hell ist going on?

Ich lasse mich aber nicht entmutigen, zeihe mein kürzestes Kleid an und hülle mich darüber in weitere Lagen.

Dies ist das bis jetzt nicht verbloggte Weihnachtskleid, das natürlich nicht zu Weihnachten fertig wurde. Auch nicht zum Theaterbesuch am 27.12. und erst recht nicht zu Silvester. Aber: Ich war total OM dabei. Echt jetzt. Nicht lachen.

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Warum ich aber meinte, es nicht zur anNÄHerung tragen zu können – Spitze ist doch nur was für hohe Feiertage und so – kann ich beim besten Willen nicht mehr erklären.

Zwischenzeitlich habe ich es schon zum Interkulturellen Frauenfrühstück anläßlich des Weltfrauentags getragen, zu einer Geburtstagsparty und etliche Male ins Büro. Mit meiner Lieblingsstrickjacke drüber, denn in unseren Altbauräumen wird’s nie so richtig warm.

Im Gegensatz zum Rock von letzter Woche, ist dieses Stöffchen (der Viscose-Crèpe vom Roten Faden) extrem bürotauglich. Da knittert nämlich nix. Weshalb ich den Stoff mittlerweile auch in drei anderen Farben bevorrate. ;-)

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Der Schnitt ist im Original ein schlichtes 60s Kleid. Ich habe ihn hier relativ originalgetreu verarbeitet und hier und hier gibt’s schon riffs davon. Nun also mal in kurz. Ich meine ja immer, meine Knubbelkniee verstecken zu müssen, aber bei meiner Größe / Kleine, ist ja italienische Länge nicht das schlechteste, no? Also teste ich mal kürzere Rocklängen an. Wird ja bald Sommer … bibber.

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Welche Längen und Lagen anderswo in der Republik heute bevorzugt werden, lest und sehr Ihr wie immer mittwochs hier.

 

MeMadeMittwoch: Ich-denk-nicht-weiter-drüber-nach-Bürolook

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Maaltid,

zwischen zurück von der Arbeit und Kind abholen finde ich plötzlich 25 min Zeit. Und es ist Mittwoch. Also: Wenn ich heute nicht mal wieder am MMM teilnehme, wird das niiiiiie mehr was.

Also: Kram zur Seite schieben, Robbie anmachen, schnell Lippenstift nachlegen und quick ‘n dirty ein paar Photos schießen.

Klamotte:

Alles nix Neues, bis auf die Schuhe.

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Rock: Bleistift-Rock nach selbstgebasteltem Schnitt aus dem Mantelstoff vom Himmelfahrtskommando. Gerade habe ich aus den allerletzten Resten davon noch eine Jungshose in der Mache. Damit teilen sich die 60€ für den Stoff nun auf 3 Teile. Kein so schlechter Kurs, finde ich.

Bluse: 80s Revival-Bluse. Schnitt von einer zu kleinen Kaufbluse abgenommen und leicht vergrößert (bzw. in den Schultern viiiiiel schmaler gemacht).

Blöde Posen aufm Photo ergeben sich mit Mr Williams im Hintergrund von alleine. Und ja, könnte ich Photoshop, hätte ich diese beiden Monsterpickel wegretuschiert. Tja, Pech gehabt. That’s life.

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Unter that’s life fallen auch die Knitterfalten im Rock. Nach 4 Stunden sitzen sieht das so aus. Außer man nimmt den Crepe vom Roten Faden, der knittert nicht. Aber das zeige ich dann mal an einem anderen Mittwoch ….

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NFL – From A Far Away Place – Abschlußbericht

Keine 100 Jahre später endlich meine Tragephotos. Es hat nun doch noch länger gedauert, weil mein Fokus diese Woche auf gleich drei Veranstaltungen zum Weltfrauentag lag, die ich mitgestaltet habe. Da war für mein NFL Kleid nur wenig Kapazität.

Jetzt aber!

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Einsätze. Tatsächlich eingesetzt und nicht nur aufgenäht.

 

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Einsätze, noch mal im Ganzen. Und ja: Das übe ich noch mal.

 

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Ausschnitt: Nicht perfekt, aber ich bin mächtig stolz darauf, die Verschränkung so hingekriegt zu haben, wie ich wollte.

 

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Kimono-Ärmel mit Zwickel in einer Kombination aus Gerties Technik und der Beschreibung in nem 50s Schnitt.

 

 

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Rücken: In der nächsten Version wohl doch noch mehr Weite ab Taille.

 

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Versonnen aus dem Fenster blickend.

 

Jo. Statt Sekt gab’s ein dunkles Bier. Das war auch mehr ein Arbeitssieg. Ganz fertig bin ich schließlich nicht. Denn es sollte  noch ein Unterkleid mit Petticoat geben, damit die Weite im unteren Teil des Rocks besser zur Geltung kommt. Aber ich befürchte: das trage ich dann alltags eh nicht dazu. Also wird es wohl nur ein ganz schlichtes Unterkleid. Drunter muß in jedem Fall noch was, denn dieser Baumwollsatin klebt. An der Unterwäsche, an der Strumpfhose ….

Fazit:

Der Entwurfsprozeß hat mir unglaublichen Spaß gemacht. Und auch insgesamt war ich ziemlich OM während der ganzen Produktionszeit. Am meisten Ärger hat mir tatsächlich das mega-exakte Nähen, das die Schultereinsätze und die Paspeln erfordern, gemacht.

Im Großen und Ganzen bin ich mit meinem Ergebnis vom Design her zufrieden. Das Taillenband muß etwas weiter nach oben. Auch an die Schulternaht muß ich im nächsten Versuch noch mal ran, da stimmt was nicht, ich weiß nur nicht was. Vielleicht traue ich mich ja auch noch eingesetzte Ärmel zu versuchen. Die Kimonoärmel sind der schwindenden Zeit geschuldet. Die Falten, die sich da bilden, gefallen mir nicht so recht. Auch wenn Lucy dazu ja schon was Richtiges gesagt hat.

Die Paßform finde ich ganz okay. Vermutlich wäre etwas mehr Weite schon ab der Taille besser. Aber vielleicht tut es auch schon ein flutschiges Unterkleid. So bleibt’s halt schnell auf dem Pölsterchen hängen, wo ich’s nicht haben will.

Leider habe ich beim Informbügeln der Schrägstreifen für den Ausschnitt beide Seiten überdehnt. Merde. Die lagen nämlich an der Puppe bis zur Schulter wunderbar an. Die Stoffauswahl überzeugt mich nach wie vor nicht voll und ich habe hier schon eine monochrone Zusammenstellung in drei Grüntönen liegen.

Zum Thema Alltagstauglichkeit kann ich jetzt schon sagen, daß es wohl einen Schuhkauf nach sich ziehen wird. Einen weiteren. Denn ich war Freitag gerade erst Schuhe kaufen. Doch: hochhackig überzeugt nicht. Kitten-heel überzeugt nicht. Und Schnürschuh überzeugt, wie man sieht, auch nicht. Also wohl Ballerinas?

Wie bin ich nun zu diesem Ergebnis gekommen?

Ich habe ziemlich lange mit der Recherche verbracht.

Dann habe ich verschiedene Elemente, die mich an den Hanboks interessierten, in verschiedenen Zeichnungen an meiner Figurine ausprobiert.
Der jetzt verwirklichte Entwurf unterscheidet sich nur in zwei Dingen von der Zeichnung: Ich habe einen V-Ausschnitt gewählt, weil ich mir bei dem sicherer wahr, daß er mir steht. Und ich habe noch die türkisenen Schrägstreifen eingefügt. Als ich die zugeschnittenen Rockteile vor mir liegen hatte, was mir der Kontrast zu heftig zwischen dem hellen und dem roten Stoff.

Mit der ausgewählten Entwurfszeichnung ging es an die Puppe. Zunächst habe ich den Unterbau (eine Lage eingekräuselter Tüll) drapiert, dann den Rock darüber. Die erste Version war zu wuchtig und vor allem zu zipfelig. Die zweite gefiel mir dann schon sehr gut.

Von der Teilung der Rockbahnen ausgehend, habe ich dann die Teilungsnähte für das Oberteil mit Band auf meiner Puppe abgesteckt und die zum Drapieren nötigen Stücke ungefähr auf diese Maße zugeschnitten und dann drapiert.

Nachdem ich alle Nähte und einige Paßzeichen markiert hatte, habe ich alle Teile (also einmal die rechte Seite des Kleides) zusammengenäht und anprobiert. Dabei wurden natürlich nötige Änderungen sichtbar.

Dann habe ich dieses halbe Probekleid auseinander genommen, die Nahtzugaben abgeschnitten und den Nessel als Schnitt benutzt. Mit entsprechenden Änderungen habe ich ein zweites Probeteil mit einer ersten Ärmelvariante zugeschnitten, insgesamt eine Verarbeitungsreihenfolge festgelegt und genäht.

Danach waren Korrekturen am Ärmel nötig: Einarbeiten des Zwickels, Reduzierung der Ärmelweite.

An diesem Oberteil habe ich dann mit schwarzem Edding die Einsätze angezeichnet.

Da ich mich mit dem Ergebnis der zweiten Probe zufrieden gab, habe ich dann auch wieder alle Nahtzugaben abgeschnitten und die Schnittteile auf Papier übertragen. Und mit diesen Schnittmustern dann den richtigen Stoff zugeschnitten.

Beim Nähen mußte ich dann aber doch noch mal an den Seiten unter den Ärmeln korrigieren – und beinahe war da nicht genug Stoff.

Insgesamt hätte ich mit der Zeit hinkommen können. Aber nachdem ich einen Entwurf hatte, der mir wirklich gut gefiel, machte sich so eine “Ich-hab’s-ja-schon-im-Sack”-Stimmung breit. Von wegen. Und dann ist ein bißchen Zeit verloren gegangen, als ich nicht den Stoff fand, den ich wollte. Und im Moment hab ich zeitlich halt kaum Reserven, um so verlorene Zeit dann noch rausholen zu können.

Heißt für NFL2 KONTINUIERLICH dranbleiben.

Aber jetzt hole ich erstmal einen gemütlichen Abend mit meinem Mann nach. Die fielen nämlich in den letzten zwei Wochen auch mehrfach zugunsten der Näherei aus.

Euch allen eine schöne Woche.