Elvis is in the Building

sternchenkleid

Moin.

Ihr denkt sicherlich schon: Die Gerull schreibt bloß noch und näht nicht mehr.

Falsch gedacht. Ich habe tatsächlich ein paar unverbloggte selbstgenähte Kleidungsstücke, aber seit dem rush, mein Silvesterkleid noch fertig zu bekommen, leide ich unter akuter Nähunlust. Anstatt meinem Mantel endlich ein Futter zu verpassen, stricke ich lieber ganz stumpf glatt rechts vor mich hin.

Ich erinnere mich dunkel, daß  das letzten Januar ganz genauso war.

Be that as it may: Hier präsentiere ich also mein Silvester-Party-Kleid, das zwar mitgenommen wurde nach Bonn, dann aber auf Grund der Party-Umstände – wir saßen draußen rund um Feuerkorb und Grill bis wir hinreichend geräuchert waren – nicht getragen wurde.

Dann wollte ich es eigentlich zum ersten Tag im Büro anziehen, doch ich ahnte, daß unsere Büroheizung wieder mucken würde und entschied mich dagegen. Smarty pants.

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Heute nun zum definitiv letzten Weihnachtsbesuch der 2014 Saison habe ich es endlich ausgetragen – hatte allerdings über weite Strecken des Tages noch eine lange schwarze Strickjacke drüber. Zwischen Dessert und Torte waren der Mann und ich mal kurz auf dem Balkon der Cousine, wo es windig und sehr kalt war. Deshalb gibt’s auch nur ein paar nicht so grandiose Photos. Ich mache die doch am liebsten alleine.

Nun mal zu den Details. Wenn ich jemals ein Kleidungsstück zusammen gefrankenpatterned habe, dann dieses.

Der Grundschnitt ist das 60s Etui-Kleid, das auch schon hier, hier und hier benutzt wurde. Die Ärmelaufschläge sind einem 50s Blusenschnitt entliehen und kamen hier schon mal zum Einsatz. Der Kragen ist einer Burda neueren Datums entnommen.

Der Stoff ist aus London. Und Dolly Clackett hat ihn auch schon mal verarbeitet.

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So richtig zufrieden bin ich nicht mit dem Kleid.

Einerseits gefällt mir der knallige Stoff ja, andererseits komme ich mir  wie Elvis in seiner Las Vegas Phase vor. Vermutlich vor allem auf Grund des großen Kragens. Für ne Silvester-Party der richtige Vibe, aber ansonsten? Mal gucken, wie es sich im Alltag macht. Mit dem Nicht-Weihnachtskleid von 2013 habe ich ja auch eine Weile gefremdelt, bevor ich es dann dauernd anhatte.

Beim Verarbeiten habe ich hier und da ein bißchen mehr gehudelt als mir eigentlich lieb ist. Eigentlich wäre auch überall noch ein bißchen Weite rauszunehmen, besonders im Rücken, wie ich auf dem Photos sehen konnte, aber da der Stoff null Dehnbarkeit hat, habe ich der Bequemlichkeit nachgegeben. Und das hat sich beim langen Sitzen am Eßtisch heute auch schon bewährt.

Dem letzten Nähkränzchen kamen wir überein, daß ich besser eine kürze Länge wählen sollte. In der überknielangen Version sah es eher nach Kittelschürze aus.

Die Ärmel sollten dreiviertel lang werden, aber irgendwie habe ich beim Schnittmischen die beiden Schnittteile zu sehr gegeneinander verschoben und das ist mir auch erst nach dem Zuschnitt aufgefallen. Dann wollte ich lieber fertig werden, als noch mal zuschneiden. Nun ja.

“Nun ja” fast meine Reaktion insgesamt ganz gut zusammen. Der Gesamteindruck befriedigt mich nicht wirklich, aber ich kann auch nicht genau den Finger drauf legen, was es nun ist. Es ist nicht so geworden, wie ich es mir vorgestellt habe. Es ist aber auch nicht soo greuslich, das es niemals mehr das Licht der Welt sehen wird. Vielleicht muß ich es noch mal mit einer kurzen schwarzen Strickjacke drüber probieren?

Und was macht Ihr mit Kleidern, die so lala geworden sind?

 

Stoffwechsel: Danke! Und wir sehen uns Silvester!

Ich hatte es ja schon befürchtet. Leider ist es nun genauso eingetreten, wie ich es nicht haben wollte: Die Wochenfrist fürs Verlinken der Beiträge ist fast rum, und ich habe eine noch immer nicht fertige und auch noch nicht gut sitzende Bluse und noch keinen fertigen Rock und noch gar keine fertige Jacke.

Irgendwie grätscht mir gerade das Leben dauern in die Näherei. Und dann kam noch ein Knoten im Kopf dazu.

Vor dem flashback zunächst mal ein ganz DICKES DANKE an die Damen 700Sachen und Lottie. Das ist eine ziemlich geile Aktion gewesen. Und ich vermute ein ganzer Haufen Arbeit. Ich freue mich, daß ihr sie Euch gemacht habt. Hier sind alle fertigen Stoffwechselkleidungsstücke und ihre glücklichen Trägerinnen zu sehen.

Ich spul mal kurz zurück.

Ich kam ja aus dem Urlaub zurück mit der Idee, aus meinem Stoffwechsel-Stoff was im Stil von Walker Slater zu machen. Bevorzugt Weste und Knickerbocker.

Aber: mein Stoff wollte das nicht. Je häufiger ich ihn hin- und her wendete, desto weniger wollte sich ein Bild von der Weste und der Hose einstellen. In Konsequenz blieb nur Planänderung. Dann wollte ich schlau sein und nicht den “Fehler” machen, ein überambitioniertes Projekt anzufangen. Also dachte ich mir: Anemone von Deer&Doe, ohne Schößchen und in länger und dazu Sylphide von Papercut Patterns als Bluse. Den Rock hatte ich ja schon genäht. Das einzig Schwierige war die hohe Taille und die gedachte ich wegzulassen. Mithin: Ich startete mit der Bluse. Schnitt wurde quick und dirty geändert. Dank Rollschneider war schnell zugeschnitten … tja, und nun wollten Stoff, Schnitt und ich nicht so recht überein. Jedenfalls nicht so schnell, wie ich das gerne gehabt hätte. Liebe Stoffpatin, keine Sorge: nichts Unrettbares. Aber das Schößchen sitzt halt einfach noch nicht da, wo ich’s haben will. Da muß ich noch mal ran – nur bin ich jetzt zu allem Überfluß echt fies erkältet und hab einen viel zu dröhnenden Kopf.

Und dann hatte ich es vorvorletzte Nacht schon wieder vor Augen, so gerade kurz vorm Einschlafen. Eine Army Jacke, wie ich immer meine, daß sie Robert Ryan in Das dreckige Dutzend trägt, nur das das nicht stimmt. Aber anyway … Meine Stoffpatin hatte so schön was von Einzelstücken geschrieben. Und damit in mir den Wunsch geweckt, ihr schönes Geschenk auch in etwas Einzigartiges zu verwandeln. 2, 3 Tage nach Erhalt des Stoffes dachte ich ja schon mal: irgendwie assoziiere ich Uniform mit Farbe und Material. Und irgendwie wäre ja ein Army Battle Dress Jacket ganz cool. Dabei könnte ich meine schönen Metallknöpfe verarbeiten, die ich in Verl mitgenommen hatte, und auch das restliche Samtband von da. ABER: ich hab keine Zeit. Das wird nicht rechtzeitig fertig. Das machen wir also nicht.

Ende vom Lied: Liebe Stoffpatin, sei mir bitte nicht böse, wenn’s noch ein bißerl dauert. Aber wenn die Bluse im Kasten ist, wird das hier aus dem Wollkammgarn.

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Kannst Dich drauf verlassen!

Ach so: Ich hatte ganz schwer RitaPepita im Verdacht, denn die war die einzige, die meine Hosenidee so kommentierte, als hätte sie den Stoff in der Hand gehabt. Aber die war’s ja wohl nicht. Und damit weiß ich’s dann wirklich nicht. Außer vielleicht, daß es dann doch jemand aus Berlin war? Erlös mich doch endlich. Ich bin doch so schrecklich neugierig.

 

Stoffwechsel – Stoffvorstellung

Als ich nach einer sehr späten Heimkehr aus dem Urlaub und dem sehr frühen ersten Arbeitstag zurückkam, lag da ein Paket für mich, das ich quietschend in Empfang nahm. Der Sohn fragte: “Was ist da drin, Mama?” Meine Mutter, so ganz lakonisch: “Schuhe.” “Nee”, sage ich, und schüttele entschieden den Kopf. “Dann Stoff”, sagt meine Ma und geht Kaffee kochen.

Ja. Ich rechne es mir hoch an, daß ich tatsächlich erst mal mit der Familie Mittag gegessen habe, aber dann gab’s kein Halten mehr. Auf das Paket. Auch wenn da die Agentur Rampensau im Absender stand, (ich stelle gerade erst fest, daß es die tatsächlich gibt) war mir völlig klar: das konnte nur meine Stoffwechsel-Post sein.

Ich schälte das verpackte Stoffbündel aus seinem Briefumschlag, öffnete das Geschenkpapier und fand:

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Der sehr liebe Brief, der mit K. unterzeichnet ist ( was ich ganz skeptisch mal für ne völlig falsche Fährte halte), verriet mir, daß die seidigen Blumen eine Viskose sind und das blaugraue Tuch ein Wollkammgarn. Ich verliere vermutlich jeden Anspruch auf einen NähNerdTitel, wenn ich jetzt gestehe, daß ich erstmal googeln mußte, wie denn wohl Kammgarn so gemacht wird. Womit Ihr merkt: der unifarbenen Stoff fällt nicht in mein normales Beuteschema. Auch erschien mir die ersten ein, zwei Tage das Grau etwas blaustichiger als ich es mir ausgesucht hätte.  Das Wollkammgarn und ich mußten uns erst ein bißchen gewöhnen. Mittlerweile ist alles gut. Die Blümchen hingegen hatten mein Herz sofort bezaubert.

Was mir auch mit dem Auspacken klar war? Was diese zwei Stoffe werden würden. Meine gute Fee schlug dieses Kleid hier vor.

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Aber die wunderbaren Blümchen als Futter verschwinden lassen? Nein, das geht doch nicht. In Edinburgh hatte ich mich in die gesamte Schaufenster-Auslage von Walker Slater verliebt und deshalb sah ich den grauen Stoff sofort als Weste und Knickerbocker und die Blümchen als Bluse mit Stehkragen. So wie hier:

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Aber: Das ist ja auch schön.

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Und das hier sowieso.

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Nein, erstmal beim ersten Einfall bleiben.

 

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Als ich den Stoff dann heute zum Photographieren über meine Puppe warf, kamen mir aber Zweifel, ob das graue Tuch nicht zu fein für eine Hose ist. Vielleicht doch eher ein Rock? Oder so ein 70s-Culotte-Hosenrock-Dings? In jedem Fall werde ich da wohl den einen oder anderen Schnitt entwickeln müssen. Falls aber jemand anhand meiner Zeichnung sagen kann: Mensch in Burda xy, oder hier oder dort gab’s doch mal was sehr Ähnliches, dann bitte …. denn ehe ich mich versehe ist der 1. Advent und ich bin mit meinen hochfliegenden Plänen wieder voll im Verzug.

So. In Abwesenheit von Sherlock fasse ich mal kurz die Fakten zusammen.

Meine Stoffpatin scheint schon länger mein blog zu lesen, jedenfalls fühlte ich mich von ihrer Auswahl von Stoff und Schnitt gut erkannt. Lotti antwortete mir, als ich kurz vor Abreise in den Urlaub eine Panik-Mail schrieb – was wenn das Paket ankäme, während ich nicht da sei und dann – oh Schreckensgraus – zurückgehen würde – ich hätte überhaupt die beste Stoffpatin, woraus ich schließe, daß sie sie persönlich kennt. Was mich wiederum schließen läßt, daß es sich doch um eine Berliner Absenderin handelt. Auf den Poststempel hatte ich nicht geguckt. Dem hätte ich auch nicht getraut. Mein Paket ist ja auch nicht … aber halt. Gleichwohl sagt der Brief, die Stoffe entstammen einem Sale, also kein Marktkauf. Aber nur weil jemand in Berlin wohnt, muß sie ja nicht zwangsläufig auch … jaja, vermutlich kichert gerade jemand in einem ganz anderen Teil der Republik vor sich hin. Irgendwas im Ton des Briefes läßt mich Frau Nahtzugabe vermuten. Aber das ist nur ein intuitiver Hauch, den ich mit nichts belegen kann.

Sherlock? What do you think?

Wer und wo auch immer Du bist Frau K.: Herzlichen Dank. Ich freue mich total über den Stoff und den lieben Brief. Das ist ein sehr feines Stoffgeschenk. Und ich hoffe, ich kriege  was Ansehnliches daraus hin. Vielleicht können wir ja mal zusammen Stoff einkaufen gehen?

Alle anderen Stoffe, schönen Pläne und Rätselraterei findet Ihr hier bei Frau Siebenhundertsachen, die die textile Herbstfreude überhaupt erst ermöglicht hat. Und nun bin ich gespannt, was mein Wichtel so schreibt. Bibber.

Me Made Mittwoch! Der Hm,ha,ichweißnicht-Rock

Für alle, die den Schnitt nicht kennen: das ist Anémone von Deer & Doe. Der Stoff ist der heißgeliebte Viscose-Krepp vom roten Faden. Zusammen ergibt das ein …. ich weiß noch nicht so recht. Fertig ist der Rock schon eine ganze Weile, getragen habe ich ihn noch nicht viel.

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Aber eins nach dem anderen. Der Schnitt näht sich gut. Allerdings hatte ich meine liebe Last damit, die hohe Taille so anzupassen, daß sie auch wirklich paßt aka: nicht rutscht. Das ist mir tatsächlich auch nach mehrmaliger Frickelei nicht gelungen, deshalb der Gürtel. Das liegt aber keineswegs am Schnitt, sondern an meiner kurvenreichen Mitte.

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Ich hatte Angst, daß sich der Bund an der natürlichen Taille beim Tragen immerzu einkerben würde, deshalb habe ich ganz steife Einlage genommen. Ich bin noch nicht wirklich davon überzeugt. Zum Tragen ist es nicht super unangenehm, aber merkwürdig fremd. Die Länge ist ungewohnt, fühlt sich aber ganz cool an.

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Ich fremdele dennoch mit der Silhouettte. Von vorne finde ich die Ansicht ganz hübsch. Oder betont der Schnitt doch zu sehr, die Region meines Körpers, wo ich eher keine Aufmerksamkeit möchte? Hm ….

Was anderswo in der Republik heute Selbstgemachtes ausgetragen wird, sehr Ihr wie immer im wunderbaren Me Made Mittwochs blog.