Ich packe meinen Koffer und nehme mit … Reise-Style für Rookies

Bekenntnis: Normalerweise überpacke ich fürchterlich. Zumeist besteht meine Packstrategie für den Urlaub darin, alle Lieblingssachen in die Reisetasche zu werfen, gefolgt von nötiger Funktionskleidung für a) paddeln und b) wandern.

Das resultiert zumeist darin, eine Menge ungetragener, aber total verknautschter Kleidung wieder mit nach Hause zu bringen und gleichzeitig unterwegs das Gefühl zu haben, nichts zum Anziehen mitzuhaben.

Wenn ich dann doch mal überlege, was ich mitnehmen will / sollte, kommt es zu so Übersprungshandlungen wie: schwarze, sehr hochhackige Pumps und meine durchgeknallten roten Schuhe mitzunehmen, in der irrigen Hoffnung, vielleicht einen Abend mit meinem Mann mal “schick” weggehen zu können. Right!

Diesmal – das hatte ich mir fest vorgenommen – sollte alles besser, sprich organisierter und damit einfacher werden. Und weniger wollte ich natürlich auch mitnehmen. Dementsprechend habe ich tatsächlich in der Woche vor der Abreise diverse Outfits auf meinem Bett ausgebreitet und zwar inklusive zugehöriger Strümpfe, schuhe und hier und da ein Stückchen Glitzer.

Ergebnis: Joaaaa.

Abgesehen von besagtem Schuhwahnsinn, einem völlig unnützen überschicken Kleid und einem Satz Funktionsklamotten, die das Wetter nicht nötig machte, war ich ganz gut aufgestellt.

Hier also eine Liste von Dingen, die für mich in diesem Fall (unvorhersehbares Frühherbstwetter in einem regenfreundlichen Klima, viel Besichtigung, ausgedehntes Spazierengehen, aber kein off-road Wandern, mehrmaliges Schwimmengehen im Pool und seeehr langes Sitzen im Auto und auf Fähren) gut funktioniert haben.

- Strickkleid (für reine Reisetage) – kann frau natürlich durch Jerseykleid ersetzen

- lange Strickjacke (meine sind alle schwarz ;-) )

- schmale, sehr stretchige schwarze Jeans

- grüner Lieblingsmantel

- schöne Jacke (das könnte eine entweder – oder – Entscheidung sein, wenn man nicht wie wir mit dem eigenen Auto reist)

- vier langärmelige Shirts (dunkelblau, grau, grün)

- schwarze Fellweste (neues absolutes Lieblingsteil; kann man natürlich durch was Wolliges ersetzen)

- zwei weite Röcke (blau/weiß, grau)

- ein schmaler Rock (pink buntes Bouclé)

- drei Pullis (schwarz, blau)

- ein schwarzes Sweatshirt (so eins von diesem momentan angesagten mega-kurzen Dingern)

- hellbraune flache Stiefeletten

- hellbraune Lederschnürschuhe

- bequeme weinrote Absatzschuhe (in diesem Fall: Geox)

- Hausschuhe (ich sach nur: Hotels – Teppichboden – grusel)

- diverse gemusterte Strumpfhosen und neue Burlington Kniestrümpfe (jaa, leichte Popper-Tendenzen verlieren sich nie)

- schwarzer Badeanzug

- zwei große Tücher (die man im Auto und sonstwo auch mal als Deckchen zum Schlafen benutzen)

- zwei Ketten

- kleine Handtasche für Portemonnaie, Kamera, Handy, Taschentücher, Mäppchen mit Lippenstift & Labello, Brillenetui, Stift, kleine Flasche Wasser)

Aber: sehen Sie selbst!

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Reisetag: Fellweste, Strickkleid

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Reisetag: Strickkleid, ausgelatschte Lederstiefeletten

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Mittagessen mit lange nicht gesehenen Freunden im Golfclub: Pulli, 40s Tea Skirt, weinrote Pumps mit Geox-Gummiabsatz

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Spaziergang Bruar Falls: blaues Fledermausshirt, 40s Tea Skirt, Lederschnürer, Lieblingstasche

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Mantel, Strickjacke (einmalig mit Gürtel), Langarm-Shirt, Skinny, großes Tuch

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Eilean Dunan Castle: Siehe oben ohne Mantel

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Rugby im Park: Nichtimprägniertes Schuhwerk, dafür super Strümpfe

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Spaziergang entlang des Caledonian Canals: sehr kurzes Sweatshirt, Langarm-Shirt, Tuch, Skinny

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Jacobite Steam Train: blauer Kaschmirpulli, dicker Klunker

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knallblaue Strumpfhose, Weste und so weiter

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Urquhart Castle: langer schwarzer Pulli, Weste, Skinny, türkise Burlies

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Hyde Park: Big Town Black mit dickem Klunker und Sonnenbrille

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Big Town Black mit Fliegerjacke, no socks

 

Fragen, die mensch sich beim Packen stellen sollte:

- Wo geht’s hin und wie ist da das Klima / Wetter?

- Wie geht’s da hin und wie oft / weit muß ich mein Gepäck schleppen?

- Welche Aktivitäten stehen auf dem Programm?

- Was sind meine Grundnotwenigkeiten?

Ich friere nicht gerne, tue es aber schnell. Ich werde nicht gerne naß. Ich habe nicht gerne wehe Füße, auch wenn ich hochhackige Schuhe mag. Ich möchte nicht auf den ersten Blick als Touristin erkannt werden. Ich möchte die etwas glamourösere Urlaubsversion meiner Selbst sein.

Welche Packstrategien verfolgt Ihr? Auf welches Kleidungsstück würdet Ihr unterwegs niemals verzichten wollen? Und: nehmt Ihr auch immer Euer eigenes Kissen mit?

 

 

NIX FÜR LEMMINGE – Märchen – Finale!

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Konfettiregen! Tusch! Happy End?

Heute also: große Präsentation unserer fertigen märcheninspirierten Kleider / Outfits!

Das Dumme ist: ich bin noch so was von überhaupt nicht fertig. Ich kann Euch höchstens im Laufe des Tages Photos vom Probeteil der Jacke zeigen. Wie und wann ich so in Verzug geraten bin? Naja, eigentlich schon vor dem Urlaub, als ich nämlich meinte, noch schnell zwei Sachen für selbigen fertig nähen zu müssen. Was ich auch nur zum Teil schaffte. Und dann wurde mir verboten, die Nähmaschine mit nach Schottland zu nehmen. Ja, echt jetzt!

Aber: Mein Gejammer kennt Ihr schon. Ich reiche dann also nach – so wie früher im Kunstunterricht auch immer. Die Verlinkung bleibt bis zum 10.10. offen. Also: dran bleiben und fertig machen für alle lahmen Hasen wie mich.

Was wir alle noch nicht kennen – oder nur in Andeutungen gesehen haben – sind die vielen tollen Kleidungsstücke (und Accessoires), die uns hier gleich präsentiert werden.

Ich für meinen Teil mache jetzt die Schloßtreppe frei, nehm mir einen ordentlichen English Breakfast Tea und erwarte gespannt (und echt mal: ich war noch bei keiner Herausforderung so ungeheuer neugierig wie dieses Mal), was IHR gleich Schönes, Gelungenes, Phantastisches zeigt.

Bring it on, ladies!

Nachschlag: Hier mal ein ganz schlechtes Badezimmerbild meines ersten Probeteils. Die Falten am Ärmel lege ich noch mal neu. Ansonsten laß ich das jetzt wohl so. Zweites Probeteil aus tragbarem Stoff.

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Geiselhaft – oder: Warum ich Gala Darling lieber lese als Frau Dingens

Guten Tag. Ich hätte gern unseren Feminismus zurück!

Ich jongliere täglich zwischen Kind, Job, Partnerschaft, meinen künstlerischen Ambitionen und dem ganzen Rest vom Leben. Zwischen meinen Ansprüchen, Bedürfnissen und Träumen und dem, was andere wollen.

Ich versuche, auf mein und nur auf mein Navi zu hören, aber allerlei mir eingebläute Defizite (fiktive wie reale) bringen mich allzu leicht von meiner Route ab.

Ich verhandle im Job fast täglich zwischen dem, was ideal oder richtig wäre und dem, was ich möglich machen kann.

Ich scheue weder vor kontroversen Auseinandersetzungen, noch vor hochtheoretischen Büchern zurück. Ich laß mich sogar ganz gerne irritieren. Aber morgens um 20 nach 8 muß ich da raus in das, was wir Wirklichkeit nennen, und es sind leider meist nicht die feministischen Theorieschinken, sondern so Bücher wie “Difficult Conversations” und “How to lead, when you are not in charge”. Oder eben ein straighter, glitzerig-pinker aufmunternder Tritt in den Arsch von Gala Darling oder Danielle LaPorte.

Is it just me, oder läuft da was schief?

Wie kommt es, daß gerade aus der so irrsinnig reflektierten netzfeministischen Ecke außer Minenfeldern gar nix kommt, was mir im Alltag weiterhülfe? Sollte nicht alleine schon die Reichweite dazu verpflichten, Frauen zu stärken und uns nicht immer und immer wieder als Opfer zu positionieren? Und jeden Versuch der Selbstermächtigung als priveligierten Mittelklassescheiß zu diffamieren?

Die Mädels, die da die Lufthoheit im digitalen Diskurs so schlagkräftig verteidigen, möchte ich gerne mal einen Monat in die Beratungen der Kolleginnen aus den Gleichstellungsstellen stecken.

Vielleicht würden sie dann ein wenig Demut lernen und kapieren, daß sie gerade ihre diskursive Macht mißbrauchen. Nicht zum Wohle des Feminismus. Dem Bemühen um mehr Gerechtigkeit und um Gleichstellung helfen die theoretischen Grabenkämpfe jdenfalls kein Stückchen. Und auch nicht das Austeilen und dann Dichtmachen.

Ich wüßte uns gerne geschlossen und nicht als unüberschaubaren Guerillakrieg, der darauf angelegt ist, Differenz herzustellen, statt kritische Masse. Weniger argumentatives Schaulaufen für die peer group bitte und weniger Sicherung der eigenen theoretischen Pfründe.

Go out! Get real! Get over your ego!

Ich bin es leid, jeden halbwegs pragmatischen Ansatz, die Welt ein Stückchen besser zu machen mit kleinen Schritten jeden Tag, zerlegt zu bekommen ohne ein alternatives Handlungskonzept. Grundsätzlich alles inakzeptabel zu finden, weil es jemanden ausschließt, schließt das Handeln an sich in letzter Konsequenz aus. Hochargumentative Unverantwortlichkeit.

Also, bitte, hört endlich auf, Euch als Opfer zu begreifen, hört endlich auf, die Kerle als Tiere hinzustellen, übernehmt Verantwortung und gestaltet endlich Welt nicht nur digitale (Haß-) Diskurse.

Bis dahin.

Und alle anderen: Laßt und bitte Tacheles reden: was funktioniert im Alltag? Was nicht? Und wie machen wir uns die Welt jeden Tag ein bißchen mehr so, wie sie uns gefällt.

NIX FÜR LEMMINGE – Märchen – Mood-Board

The Dark Queen Rises

Irgendwie hat es mich auf die dunkle Seite der Macht gezogen. Mit die ersten Bilder, die mir in den Kopf kamen, waren nicht aus klassischen Volksmärchen, sondern aus phantastischen Filmen bzw. Theaterstücken.  Pany Labyrinth, Sleepy Hollow, His Dark Materials.

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Nun bin ich ja eigentlich eher ein sonniger Mensch, aber: follow your hunches.

Nach einer kurzen Replik mit Lotti auf Twitter, nach dem ich wohl einige Elie Saab Kleider zu viel gepostet hatte, stand ich vor der Frage, ob ich mich was die klassischen Märchenfiguren angeht, eher als Prinzessin sehe oder als (böse) Königin. Ich entschied mich für Lady Macbeth.

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Das ist Ellen Terry als Lady Macbeth, wie John Singer Sargeant sie gemalt hat.

Das ist das tatsächliche Kostüm, nach seiner Restaurierung. Es ist mit Käfern bestickt.

beetlewing dress_ladymacbeth

Sargents Bild habe ich vor eeendlosen Ewigkeiten in Edinburgh in einer Ausstellung gesehen – und ich erinnere den Eindruck als deutlich anders. Aber da überlagern sich vielleicht auch eigenen Leseerfahrung und Bilder aus einer Macbeth-Inszenierung, bei der ich assistiert habe. Ich erinnere jedenfalls, absoluten Triumph in Lady Macbeths Selbstkrönung gesehen zu haben. Nicht schon aufflackernden Wahnsinn vor Schuld.

Ich stelle also der (bösen) Königin nach. Dementsprechend ging ich Königinnen gucken – im engeren Wortsinn, aber auch im übertragenen: sprich: mächtige Frauen.

Kate Blanchet as Elizabeth I in the movie Elizabeth, one of my favorite movies of all time.

Christine Lagarde Young | Madame Chairman: Christine Lagarde, now head of the IMF, stands on the ...

 

New Official Photos of King Willem Alexander and Queen Maxima

Christine Lagarde schien mir alltagsverträglicher zu sein als Königin Maximas blaue Krönungsrobe, also vertiefte ich mich in das kleine graue Kostüm.

DSQUARED2  | The House of Beccaria

 

Milan Fall 2013 - Roccobarocco

the jacket

 

Alles gut und schön, aber da fehlte mir dann doch das Märchen. Und ein bißchen mehr bad girl Attitüde.

yeah!

 

Irgendwie hatte es mir Elisabeth 1 angetan. Also endlos Klamotten aus ungefähr ihrer Zeit geguckt.

Doublet of Moritz von Sachsen made in 1541-1553. Deposited in Historische Museum, Dressden.

slit sleeves

 

sleeves and embellishment

 

cape

Schöne Details, aber wie bringt man das ins Hier und Jetzt?

Gucken wir mal bei Alexander McQueen?

Ärmel und Ausschnitt

the coat - and how the skirt spills out of it!

shoulders and sleeves

Dann habe ich mir in guter Theatermanier einen kleinen Charakter-Steckbrief erstellt. Denn poste ich dann mal demnächst. Und ein paar erste Ideen skizziert.

Augenmerk liegt auf Schultern und Ärmeln. Denke ich. Ich vermute mal, daß es auf eine Mantel sonstwas Kombo hinausläuft, auch weil ich einen Übergangsmantel ganz gut brauchen könnte.

Farblich wird es sich wohl zwischen schwarz, grau und dunklen, satten Tönen bewegen. Also durchaus schon herbstlich.

Meine Gedanken zum Thema power dressing sind auch noch nicht ganz zu Ende gedacht, aber da liefere ich sicher noch ein paar Ideen nach.

Als Abschluß meine Skizzen. Und dann bin ich sehr gespannt, in welche Gefilde es Euch verschlagen hat.

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