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Es ist wieder Januar. Es war wieder anNÄHerung! Schon zum F Ü N F T E N. Mal!

Das finde ich ziemlich unfassbar und wundervoll zugleich.

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anNÄHerung, das ist das Nähwochenende, das ich seit nunmehr 5 Jahren zusammen mit Drehumdiebolzeningenieur und Alle Wünsche werden wahr organisiere. Immer in Bielefeld. Immer im Januar. Es ist mein persönlicher Auftakt ins neue Nähjahr. Und bei vielen Teilnehmerinnen, die von Anfang an dabei sind, ist es wohl ähnlich.

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Die anNÄHerung bringt mein Näh-Mojo in Schwung und sorgt meist dafür, dass ich ein erstes Teil von meiner Nähliste streichen kann. Ein befriedigendes Gefühl.

Diesmal konnte ich eine fix und fertige Culottes mitnehmen (eine modifizierte 307 von DP Studio, die ich noch mal seperat verblogge). Und weil die Muse hold war, hab ich sogar noch einen A-Linie-Rock-Basisschnitt so verändert, dass ich einen fast fertigen Rock ohne jegliche Abnäher habe. (Okay, Futter muss nun noch rein.) Ich habe also einmal nach Plan gearbeitet und einmal erfolgreich improvisiert. Das hat mir wirklich viel Freude gemacht.

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Auch sonst war unser erstes Jubiläum ein schönes Wochenende: wie immer viele neue und spannende Schnitte in Aktion gesehen. Wie immer: tolle Gespräche übers Nähen und über andere relevante Dinge geführt. Wie immer neue Tricks und Gadgets kennen gelernt.

Darüberhinaus überraschte uns die Jugendherberge Bielefeld mit liebevollen Kleinigkeiten wie Dinner im Separée mit Kerzenlicht und weißer Tischwäsche.

Besonders auffällig fand ich in diesem Jahr die vielen, vielen Hosen, die genäht wurden: schmal, karottig oder megaweit. Mit Latz, mit Schlag oder extravaganten Taschen. Verglichen mit der ersten anNÄHerung ist das eine extreme Veränderung. Da wurden vor allem vintage-inspirierte Kleider und Röcke genäht. Die Formensprache hat sich deutlich in Richtung Moderne verschoben. Wie spannend.

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Die 5. Bielefelder anNÄHerung war tatsächlich schon mein 10. Nähwochenende. Deshalb habe ich für alle Nähzeitoptimalausnutzerinnen  meine Tipps zusammengestellt, wie frau ein 48-Stunden-Nähwochenende überlebt:

-Bring Zeit mit! Auf die letzte Minute ankommen oder früher fahren müssen, bringt unnötigen Stress. Nicht umsonst nehmen sich viele Teilnehmerinnen den Freitag oder den Montag oder, oh Luxus, beide Tage frei. Ich war am Freitag um 14 Uhr in Bielefeld und habe es sehr genossen in aller Ruhe Mittagessen gehen zu können und aus meiner hektischen Woche in den anNÄHerungsmodus zu finden.

– Sei realistisch mit Deinen Nähplänen! Ich neige dazu überambitioniert an diese Wochenenden heranzugehen. „Endlich mal Zeit zum Nähen“, denke ich. „Da kannst Du endlich dieses Großprojekt angehen“ Nun ja. Viel entspannter ist es, sich einzugestehen, dass nach trubeligen Weihnachtstagen, einem extrem vollen Start ins neue Jahr und einem seit 8 Wochen andauernden Infekt, die Kraft für Kompliziertes mit viel neuem Handwerk nicht da ist. Weniger Ambition ist manchmal mehr.

– Setze Prioritäten. Du willst den Wintermantel fertig mitnehmen? Dann darfst Du auch nicht neidisch auf die anderen gucken, die Samstagvormittag Stoff kaufen fahren. Und Du kannst davon ausgehen, dass Du nicht ganz so viel plaudern wirst. Was nicht schlimm ist. Schließlich gibt es dafür einen Wintermantel und im nächsten Jahr eine neue anNÄHerung, bei der du mit einem Handnähprojekt von Tisch zu Tisch wandern kannst zum Quatschen.

– Schlaf besser vor. Auch beim besten Willen werden die anNÄHerungsnächte nicht so erholsam sein wie der Wochenendschlaf zuhause. (Wenn wir mal von Kleinkindnichtdurchschlafphasen etc. absehen.) Also besser nicht erst Donnerstagnacht zuschneiden.

– Sei vorbereitet! Es ist viel schöner, gleich mit dem Nähen starten zu können, als am Freitagabend erst zuschneiden zu müssen und dann am Bügelbrett in der Schlange zu stehen.

– Nimm immer, wirklich immer Stoffreste und Schnitt Deines Projektes mit. Shit happens. Du weißt nie, ob Du nicht noch was neu zuschneiden musst.

– Keep an open mind. Wie schon gesagt: Shit happens. Stoff und Maschine wollen nicht zusammen. Die Passform ist so außerirdisch, dass nix mehr geht … aber es gibt immer noch den Tauschtisch, Schnitte sind auch da und irgendwer hat sicher noch farblich passendes Garn. Nicht lang trauern, sondern neu starten. (And girl, do I know what I’m talking about.)

Anderswo ist auch schon ganz liebevoll über unsere anNÄHerung geschrieben worden. Wenn Ihr noch mehr NähNerdFlausch lesen wollt, dann bitte hier, hier, hier hier und hier entlang.