Mein kleiner Brunder meint, ich in meinem neuen Mantel erinnere ihn an diesen Kollegen hier:

blauesmonster

Auch der Sohn befand, ich bräuchte kein weiteres Halloweenkostüm, ich könne einfach als blaues Monster gehen.

Was zeigt uns das? Manchmal sollte man besser nicht auf die Meinungen anderer hören. Ich nämlich fühle mich in meinem Sapporo Coat ganz wunderbar. Und kein bißchen monströs.

sapporocoatvonderseite

Es gibt vermutlich schmeichelndere Silhouetten für mich als dieser überschnittene Egg-Shape-Mantel, aber ich werdee jetzt problemlos den ganzen Winter darin wohnen.

Der Alpaca-Flausch ist wunderbar kuschelig und warm. Dank der eingenähten, wärmenden Zwischenlage läßt mein Sapporo Coat keinen Wind durch. Was ich am Sonntag unter verschärften Verhältnissen getestet habe.

sapporocoatvonhinten

Und der Mantel ist trotzdem herrlich leicht. (Was ich von meinem anderen Wintermantel nicht behaupten kann.)

Genäht habe ich die kleinste Größe des Schnittmusters (XS). Zunächst hatte ich ab unterhalb der Ärmel auf beiden Seiten noch 4cm zugegeben. Die habe ich aber nach der finalen Anprobe wieder rausgenommen. Das würde ich auch allen Interessentinnen am Schnitt ans Herz legen: der Sapporo Coat ist wirklich richtig heftig oversized. Wenn man wie ich nicht besonders groß ist, dann erschlägt einen das Volumen schnell. Also nicht nach eigener Oberweite gehen, sondern die Maße des fertigen Kleidungsstückes ansehen (stehen in der Anleitung dabei) und dann für eine Größe entscheiden. Ich hätte  gar nichts ändern müssen.

sapporocoatvonhintenseitlich

Ansonsten bin ich von der Qualität des Schnittmusters sehr begeistert. Es ist unkompliziert zu nähen. Es hat für einen Mantel übersichtlich wenige Schnitteile. Die Taschen in der Teilungsnaht des Vorderteils sind eine geniale Idee und sind einfachst zu nähen. Selbst die Belege sind im Original angeschnitten, was einen weiteren Arbeitsschritt spart. Inzwischen bin ihc ja ein großer Fan der im Schnitt eingerechneten Nahtzugabe geworden. Das verkürzt  Zuschnitt und Markieren und ich nähe mittlerweile sicher genug, um die Nahtlinie auch ohne Markierung einzuhalten.

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Anders als vorgesehen, habe ich den Mantel mit einem Reißverschluss versehen. Alles andere erschien mir unpraktisch, denn es hätte die Kragenlinie verändert. Der Reißer und mein Stoff haben eine Weile miteinander gekämpft. Aber nachdem ich eingesehen hatte, dass ich besser mit der Hand vorhefte, ging’s dann doch. Ich habe übrigens einen Zwei-Wege-Reißer genommen, weil der Mantel unten ja schmaler wird und ich befürchtet hatte, die Schrittweite sei zu sehr eingeschränkt bei geschlossenem Mantel. Dem ist nicht so. Aber zum Hinsetzen ist der von beiden Seiten zu öffnende Reißer schon praktisch.

Um ihn schön einzunähen habe ich die Belege am Schnitt abgetrennt und dann diese Schnittkante natürlich am Vorderteil und am Beleg mit einer Nahtzugabe zugeschnitten. Eigentlich ganz einfach. Wenn der Stoff kooperiert.

Bei meiner Bilderrecherche zum Schnittmuster hatte ich festgestellt, das der kleine Kelchkragen bei manchen genähten Versionen gar nicht steht. Da mein Stoff zwar voluminös ist, aber keinen Stand hat, habe ich sowohl die Vorderteil als auch die Belege mit Einlage verstärkt. Anders als in der Anleitung gefordert. Das war sicher die richtige Entscheidung.

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Trotzdem reicht der kleine Kragen bei windig-kaltem Wetter natürlich nicht aus. Wie man auf den Fotos sieht, bedarf es beim Einsatz des Sapporo Coats als tatsächlichem Wintermantels eines großen Schals. Auch die 3/4-Ärmel sind nicht unbedingt tauglich für Minusgrade, allerdings kommen bei mir endlich mal meinen landen roten Lederhandschuhe wirklich zur Geltung. Es bleibt einzig das Mützenproblem. Ich war gestern einkaufen und habe alle möglichen Mützen aufprobiert, aber nichts passt zum Gesamtbild. Was würdet Ihr denn vorschlagen?

Thema beim MeMadeMittwoch ist heute Alltagskleidung. Mäntel und Jacken sind die selbstgenähten Kleidungsstücke, die ich wirklich jeden Tag trage. Die einzige Kaufjacke, die ich noch im Einsatz habe, ist meine Seglerregenjacke. Ich finde, das sich gerade bei Jacken und Mänteln der Aufwand des Selbermachens wirklich lohnt. Einen selbstgenähten Rock habe ich vielleicht alle 14 Tage an. Meine Jacken und Mäntel jeden Tag (außer an superheißen Sommertagen).

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