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In weiser Voraussicht hatte ich erst gar nicht den Versuch unternommen, beim Weihnachtskleid-Sew-Along mit zu machen. In den Wochen vor Weihnachten war meine Zeit im 15min Takt verplant. Insgeheim hab ich aber gehofft, zwischen den Jahren wenigstens noch ein Silvesterkleid fertig zu kriegen. Ähm, nun ja. Statt dessen hatte ich Silvester 2016 dann das Weihnachtskleid 2015 an. Was auch schön war.

Insgesamt habe ich mittlerweile wieder so viele schöne Sachen im Schrank, dass ich mir diesen ich-näh-ein-besonderes-Kleid-für-diesen-Tag-Stress eigentlich gar nicht mehr machen bräuchte. Ich bin auch dann gut angezogen, wenn besagte Klamotte nicht mehr fertig wird.

Anyway: Ich schaffte es nicht zu Silvester, aber kurz nach Neujahr war dieses Schätzchen dann fertig. Und hat seitdem schon eine Rekordtragezeit hingelegt.

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Weil es nämlich beinahe die eierlegende Wollmilchsau ist: chic, ein bißchen außergewöhnlich und saubequem. Dazu knittert es nicht und mit Langarmshirt und Thermoleggings drunter ist es sogar brrrr-Minus-Grade-tauglich. Siehe Fotos. Die Sonne hat Zähne. Selbst am Rhein war’s am Sonntag fürchterlich kalt.

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Dann mal die Koordinaten.

Der Schnitt ist ein Very Easy Vogue; und zwar V8825. Tatsächlich verursachte der Schnitt nähtechnisch keine Probleme. Es gibt eine einzige kniffelige Stelle, da wo die Raglannähte am Kragen zusammentreffen, aber wenn frau gewissenhaft alle Markierungen überträgt und mit der Originalnahtzugabe näht, sollte selbst die sauber hinkommen.

Ich musste pfuschen, weil ich zwischen der Größenangabe auf dem Umschlag (Gr. 20) und meinen Vorerfahrungen mit Vogue-Schnitten (eher so 16) gemittelt hatte. Und dann kamen die drei Nähte da halt nicht schön zusammen. Insgesamt hatte ich ein bißchen Ärger mit der Paßform. Ab Brust abwärts hatte ich nämlich tabellengemäß 20 zugeschnitten und musste dann massiv was wegnehmen, weil doch sehr viel zu viel Stoff da war. Bei der nächsten Version werde ich sicherlich das Oberteil auch noch einen Hauch kürzen, weil ich besonders vorne die Stelle, an der der Rock ansetzt für nicht optimal an meinem Körper halte.

Am meisten Ärger hat der Stoff gemacht. Es ist ein Poly-Stretch-Samt und er wandert, wohin er will. Ich habe noch nie auf so kurzer Strecke sooo viele Stecknadeln gesteckt. Trotzdem schaffte es die untere Stofflage immer einen halben Zentimeter raus zu wandern. Aber auch das Ärgernis hielt sich in Grenzen, da ich eh zu viel Stoff hatte.

Der Schnitt ist also tatsächlich zu gebrauchen. Vor allem, wenn eine ihre Stoffstatiktik bereinigen will. Er verschlingt nämlich ordentlich Stoff. Rückwärtig sind die Ärmel ans Oberteil angeschnitten und damit ist das Schnittteil so lang, dass einlagig zugeschnitten werden muss. Ich hatte am Ende von meinen knapp drei Metern nicht mal mehr genug Stoff am Stück um den sehr langen, aber sicher auch sehr schönen Bindegürtel, der den Kimonoeffekt noch unterstützen würde, zu nähen. Da ich eh kein Gürteltyp bin, war das erstmal kein großer Verlust. Wer aber gerne wickelt, kann hier gut Stoffmengen umsetzen. Zumal der Schnitt sich locker runter näht.

Insgesamt bin ich schwer angetan. Ich hatte das Kleid schon einen ganzen Tag an, bevor ich den Saum endlich nähen konnte. Und seither ist es in heavy rotation. Der Jahresauftakt ist also geglückt.

Was anderswo im Januar genäht und getragen wird, heute wieder beim MeMadeMittwoch.

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