reverskragen

Zu gerne würde ich ja mit Sherlock sagen: The game is on! Aber sooo überzeugend ist mein Nähmojo derzeit nicht.

Trotzdem: Neues Jahr, neues Nähglück. Erhoffe ich mir jedenfalls so. Und Euch auch!

Vielen Dank fürs Lesen, Kommentieren und Mitmachen im letzten Jahr. Der Austausch übers Bloggen hat mir schon sehr gefehlt, im letzten Jahr. Aber die Zeit war so knapp, dass ich immer wieder zwischen schreib ich was oder näh ich was entscheiden musste und dann hat meistens das Stricken gesiegt. 😉

Ich gelobe Besserung. Und starte mal mit meinen guten Nähvorsätzen fürs neue Jahr bzw. einem Mini-Rückblick auf 2016.

NähNerd-highlights waren ganz sicher die vielen persönlichen Begegnungen mit Euch, ob nun in Berlin, an der See, in Würzburg oder anderen Orts. Ich staune noch immer, wie schnell völlig fremde Frauen über das gemeinsame Hobby ins Gespräch kommen und von da auf die ganze Welt.

Nähtechnische Neuentdeckung in 2016, die mich voll und ganz überzeugt hat: die Verwendung von Seidenorganza. Das immer noch nicht ordentlich fotografierte HGO aus dem Sommer, das ich komplett mit Seidenorganza unterlegt hatte, ist so meilenweit über allen anderen genähten Sachen aus diesem Jahr … das hat schon eine ganz andere Anmutung, wie es da auf dem Bügel hängt. Was das HGO auch mal wieder bewiesen hat: 60s Schnitte aus „Der vollschlanke Schick“ funktionieren bei mir am besten.

Meine in Würzburg angefangene Jacke war das Stück, bei dem mich der Entstehensprozess am meisten gefordert hat und mich dabei dann trotzdem nicht so entnervt hat, dass ich’s zur Seite gelegt hab.

Und schließlich: das Nähen mit relativ kooperativen Strickstoffen. Das möchte ich echt nicht mehr missen. Denn diese Teile schaffen es alle in meine Alltagsgarderobe. Ich bin nun mal kein Blusentyp. Und selbstgenähte Strickoberteile geben mir die Bewegungsfreiheit, die ich haben will, ohne dass ich endlos stricken müsste.

Mein wiedererstarktes Strickinteresse bezieht sich bisher nur auf Tücher.

Was in diesem Jahr so gut wie gar nicht ging: Mich abends noch an die Maschine zu setzen. Erstens war ich zu müde, da noch konzentriert nähen zu können. Zweitens ist mir das trotz exzellenter künstlicher Ausleuchtung des Nähzimmers zu mühsam auf den Augen. Ich teste nun noch mal an, ob die neuen Brillengläser da was verbessern, ansonsten muss ich wohl in 2017 ziemlich umdisponieren, um an Nähzeit zu kommen.

Wie immer, wenn ich wenig zum Nähen komme, hab ich 2017 arg Frustbekämpfung in Form von teuren Stoffeinkäufen gemacht. Deshalb ist Vorsatz Nummer eins auch: Fundus-Abbau. Gekauft wird erstmal nix mehr. Jedenfalls für mich. Kinderstoffe werden hier ja immer gleich umgesetzt. Dafür sorgen gewisse Nörgler schon.

Da der Stapel mit Unfertigem kontinuierlich wächst, erlege ich mir außerdem ein Parallelprojekt-Verbot auf. Ich bin immer schnell dabei, in umfangreichere Projekte „eben mal schnell“ was einzuschieben. Das Einzige, was eben mal schnell funktioniert, sind T-Shirts für den Sohn. Alles andere führt dazu, dass ich entweder das Hauptprojekt aufgebe oder das Mal-Eben-Projekt. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich etwas fertig kriege, ist auch wesentlich höher, wenn ich in einem Rutsch durcharbeiten kann. Die Eichhörnchen-Taktik funktionierte in 2016 so gut wie gar nicht bei mir. Damit ich mich also in der eh knappen Nähzeit nicht noch mehr vertändele, bleibe ich bei dem Angefangenen.

Hinsichtlich dessen, was ich nähen will, streiten hier gerade Notwendigkeit und Lust ganz heftig: Ich brauche ganz dringend Hosen, Unterwäsche incl. BHs und noch ein paar Oberteile. Ich trage meine vielen Röcke gerne und oft. Aber ich bin genauso oft in Hosen unterwegs. Und die zwei, die ich habe, sind schon fast nicht mehr gesellschaftsfähig. Ich finde es schon einigermaßen bemerkenswert, dass ich mich zwar gerne in das Gefrickel einer Schnittentwicklung stürze, aber jede Ausrede finde, mich an die noch ungewohnten Nähaufgaben Hose und BH zu machen. Klar, da droht auch erstmal aufwendige Schnittanpassung, aber es sind auch beides dringend benötigte Dinge, die ich sonst für teures Geld kaufe(n muss). Also: Ich werde mindestens 5 notwendige Teile nähen.

So richtig Lust habe ich aber auf Drapieren und Schnittentwicklung! Und nachdem ich nun gerade wieder länger als gewollt an einem Kauf-Strick-Schnitt rumgefrickelt hab – mit nicht wirklich zufriedenstellendem Ergebnis – bin ich mehr denn je motiviert, mir endlich mal eine solide Grundlage an eigenen Schnitten herzustellen, die ich dann mit weniger Aufwand. Außerdem ist das Kribbeln, wenn das Ding auf der Puppe anfängt sein Eigenleben zu entwickeln, einfach zu göttlich. Ich möchte bis Ende des Jahres zwei Kleider-, zwei Oberteil- und einen Jackenschnitt entwickelt haben, die ich dann nach Lust und Laune variieren kann.

Das ist mein Plan. Und Eure so?