drapierte Jacke anNÄHerung_süd

Le sigh! Die anNÄHerung_süd ist vorbei. Der Alltag hat mich wieder. Leider. Aber mein Näh-Mojo ist wieder da. Yeah, yeah, yeah!

Auch diesmal war es sehr kuschelig, sehr konzentriert und sooooo wunderbar in Würzburg. Ein herrliches Wochenende lang nur NÄHEN. Nicht einkaufen. Nicht kochen. Nicht Kind bespassen. Nichts mit irgendwem verhandeln müssen. Nur nach Herzenslust bis in die Morgenstunden nähen, fachsimpeln, spannende Schnitte, die andere nähen, anprobieren …

Ach ja, ich habe Stoff kaufen vergessen … Zufällig hatte Rene Lezard am letzten Wochenende nämlich Fabrikverkauf … da gibt’s auch ein kleines Stoff- und Kurzwarenangebot … und so was können NähNerdettes ja schlicht NICHT links liegen lassen. Nachdem ich mich Freitagabend in den Burda-Eggshape-Mantel, der anderswo genäht wurde, schockverliebt hatte, musste natürlich ein toller Mantelstoff her. Bingo. Inklusive Fellkragen.

Wie schon beim ersten Mal war die Jugendherberge am Fuße der Festung unser Veranstaltungsort. Keine weiten Wege zwischen Schlafzimmer, Seminar- und Speiseraum. Dafür 41 nähverrückte Mitstreiterinnen, die vom BH bis zum Wintermantel alles genäht haben, was das Herz begehren kann.

Bei dieser zweiten anNÄHerung_süd herrschte ganz klar der Trend zum Zweit-, Dritt- und Viertprojekt vor. Das absolute Fleißkärtchen wurde für SIEBEN Jerseykleider und einen Strickmantel vergeben. Ähm, ja.

Ich war ganz unambitioniert nur mit Nessel und meinem neuen Draping-Buch angereist, denn ich habe ja noch einige Nix für Lemminge-Teile zu entwerfen. Mein Plan war, ein paar Teile zu drapieren und die entsprechenden Probeteile zu nähen. – Quick ’n dirty. –

Dann tauchte auf dem Tauschtisch ein grauer Wollstoff und ein leuchtend violetter Sari auf und mit einem Mal war klar, dass ich meine Probejacke nicht aus langweiligem Nessel, sondern aus grauem Wollstoff nähen würde. Mithin war ein bißchen mehr Sorgfalt angesagt. Damit es ein tagbares Probeteil werden konnte. Also verbrachte ich wesentlich mehr Zeit mit der exakten Passform, als ich das sonst  getan hätte.

Am Sonntag hatte ich einen wirklich schön sitzenden Korpus inklusive Kragen und Belegen fertiggestellt und und einem ersten Probearm gesteckt. Unglücklicherweise geht mein neues Drapingbuch beim Drapieren des Ärmels von einer Puppe mit Arm aus. Das Buch mit dem Verfahren für Ärmel ohne Puppenarm hatte ich ungeschickterweise zuhause gelassen. Naja, zumindest habe ich nun eine Ärmelvorlage, mit der ich den zweiten Versuch wagen kann.

Da ich so auf meine Jacke konzentriert war – wie herrlich sich das anfühlte nach Wochen mit mal zehn Minuten hier, zehn Minuten da zum Nähen – habe ich leider so gut wie gar keine Fotos gemacht. Ich hoffe, die anderen Teilnehmerinnen waren da bessere bloggerinnen als ich. 😉

Ich bin immer noch nachhaltig geflasht von der entspannten, zugewandten und mega-konzentrationsfördernden Athmosphäre, der gegenseitigen Hilfsbereitschaft, den tollen Gesprächen beim Nähen und zu später Stunde beim Wein. Ich freue mich schon sehr auf nächstes Jahr.

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