nixfürlemmingegross

Entschuldigt bitte die Verspätung. Seit Anfang April bin ich durch eine neue berufliche Aufgabe gefühlt zwei Monate hinter meinem allgemeinen Zeitplan. Weshalb der fällige Nix für Lemminge-post heute erst kommt. Wesentliches zum Thema Besonderheiten kann ich auch nicht vermelden.

Ich hoffe, alle anderen Mitstreiterinnen haben Leben und Terminkalender besser im Griff und zeigen schon tolle Verarbeitungsexperimente. Ich kann von dem wenigen, das ich ausprobiert habe, heute nicht mal Fotos zeigen, weil mein Nähzimmer 300 km weit weg ist (liefere ich aber nach).

Gut. Genug der Vorrede.

Worum soll es heute gehen?

Ein Teil der Nix für Lemminge Herausforderung ist es, in die Kollektion drei Besonderheiten / Techniken einzubauen, die frau schon immer ausprobieren wollte.

Ich hatte viel bei Pinterest gestöbert und war ganz fasziniert von Stickereien aller Art. Meine zentrale Idee war dann, Waldmotive aus meinen Fotos zu isolieren und die in Stickvorlagen zu übertragen. Den Beginn machte ein sehr klar strukturierter Grashalm, den ich mit Plattstich und Perlen versucht habe umzusetzen. Ich dachte, er würde ich toll für als Kantenzier an Säumen eignen.

Mit den ersten Ergebnissen war ich allerdings im höchsten Maße unzufrieden – was bei näherem Nachdenken zu erwarten gewesen wäre, denn ich hab seit Jahren nichts mehr gestickt. Resultat diese Experiments: ich müsste sehr viel Zeit investieren, um allein dieses eine Motiv so schön hinzubekommen, wie ich mir das vorstelle. Und wenn ich nach dem bisherigen Verlauf des Jahres gehe, werde ich die nicht haben. Es macht also deutlich mehr Sinn, nach Verzierungstechniken zu suchen, die nähmaschinenkompatibel sind. Auch da muss ich beachten, dass ich ausgesprochen selten irgendwas zur Zierde aufnähe und dementsprechnd ungeübt und langsam bin.

In Stoffmanipulation von Ruth Singer habe ich einige sehr spannende Ideen für Ripsbänder gefunden. Rips ist ein Material, das ich sehr gerne mag, entsprechend oft kaufe, aber außer zur Bundverarbeitung kaum einsetze. Außerdem gibt es in diesem Buch eine Applikationsmethode für gefaltete Stoffkreise, die im Effekt an Schuppen erinnert. Da hatte ich gleich die Ärmelansätze meiner Jacke im Kopf. Und es gibt Anregungen, mehrere Stofflagen übereinander zu verarbeiten und dann in verschiedener Weise die Stofflagen aufzuschneiden, so dass die untenliegenden Stoffe hier und da aufblitzen.

All das ist aber noch nicht ausprobiert. Ideen an sich schön, aber ob ich mit meiner Umsetzung dann zufrieden bin? Bleibt abzuwarten.

Das Tuch, an dem ich gerade ab und zu stricke (Heaven und Space von Strickmich), wird auf graphische Art ganz plastisch und das gefällt mir ausgesprochen gut. Vielleicht muss ich mich von den eher figurativen Anmutungen, die ich für meine Woodland Creatures-Kollektion im Kopf habe, verabschieden und gezielt nach abstrakten, plastischen Elementen suchen.

Das ist der recht mickerige Stand der Dinge hier. Ich hoffe sehr, anderswo sind spannende und gelungene Umsetzungen zu sehen.