Zurück von der anNÄHerung und wie immer hundemüde. Und gleichzeitig voll motiviert, mich gleich wieder n die Nähmaschine zu setzen. Viel nähen führt nur dazu, noch mehr nähen zu wollen.

Damit ist die anNÄherung in Bielefeld im Januar der optimale Anreißer fürs Näh-Mojo – selbst dann noch, wenn eine wie ich zwei Tage lang mit einem Projekt gerungen hat, das eigentlich als Schnell-Näh-Projekt gedacht war.

Aber von vorn.

Zum dritten Mal ging’s am vergangenen Freitag ins Jugendgästehaus Bielefeld zum Marathon-Nähen. Von Freitagabend 20 Uhr bis Sonntagmittag 14 Uhr war Zeit zum Nähen, Nähen, Nähen. Geschlafen wurde wie immer nur das Nötigste. Wenn nicht mehr genäht wurde, wurde übers Nähen geredet. Aber wie immer ratterten die Maschinen bis in die späte Nacht, bevor bei diversen alkoholhaltigen Erfrischungsgetränken und massig Knabberkram (genau, jetzt neu: anNÄHerung mit viel Chips und Co) Schnitte und Trends und tausendundein anderes nähfines Thema besprochen wurden.

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38 nähverrückte Frauen auf einem Haufen das ergibt eine Menge wunderbarer Kleidungsstücke, Stoffe, Schnitte. Inspiration galore! Kann sein, ich schrieb es schon, aber irgendwann werde ich der Yvonet den Inhalt ihres Kleiderschranks stehlen müssen.  Rita nähte eine schlichte überschnittene Jacke von Schnittchen, in einem so tollen petrolfarbenem Flausch, das ich den Schnitt gleich ausleihen musste. Die „anonymen Trenchcoat-Näherinnen“ haben mich restlos davon überzeugt, das  der Isla Trench von Named DER Trenchcoat-Schnitt der Saison sein wird. Mit heisser Nadel hatte nun schon zwei anNÄHerungen lang Zeit, mich von Marfy-Schnitten zu überzeugen. Was sie mit Bravour geschafft hat. Seid gespannt auf ihren grandiosen Wintermantel. Und irgendwann in 2016 muss ich jetzt wohl doch mal was in Chanel-Technik arbeiten, in jedem Falle aber Seidenorganza und Seiden-Georgette verarbeiten.

Anders als beim Bloglesen, wo eine sich ja auch anfixen lassen kann, bietet sich bei der anNÄHerung immer  die Chance, in das eine oder andere Teil reinzuschlüpfen und so schon vorm eigenen Nähen einen Eindruck zu bekommen, wie etwas an einem selbst aussehen könnte. Was ich sehr sehr grandios und nur ein winziges Bißchen gefährlich finde.

Ich hatte zwei Kleider nach dem Schnitt des Weihnachtskleids zugeschnitten, in der irrigen Annahme, das würde sich schon flott runternähen. Schließlich hatte die erste Version des Schnitts auch keine Ärger gemacht, sondern sehr gut funktioniert, obwohl sie aus Jersey, nicht aus Webstoff war. Die kleinen Änderungen, die ich am Schnitt vorgenommen hatten, schienen mir nicht problematisch. Je nun. Ich verbrachten den kompletten Samstag damit, die Brustabnäher mehr schlecht als recht anzupassen und war am Abend recht frustriert. Dann wollte auch die Nähmaschine nicht mehr. Manchmal läuft’s halt nicht so, wie es soll.

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Letzten Endes hab ich 1 Kleid beinahe fertig bekommen (es fehlt noch eine Reihe Stabperlen am rückwärtigen Saum) und beim zweiten (was die dritte Version des Weihnachtskleidschnitts, diesmal in Webstoff ist) alle Abnäher an die richtige Stelle bekommen.

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Dafür, dass ich bei den letzten beiden anNÄHerungen an ein und dem gleichen Mantel gearbeitet habe, ist das ja gar keine schlechte Ausbeute.

Aber nun lass ich mal die Teilnehmerinnen berichten. Die sind wohl etwas objektiver als eine der drei Organisatorinnen. Einmal mehr Danke an DrehumdiebolzeningenieurIn und Susi für Machen und Tun im Dreierpack.

P.S.: Wenn Ihr Euch schlussendlich Lust auf ein Nähtreffen angelesen habt, dann schaut mal hier. DA gibt es noch freie Plätze.