juhe

Zurück aus Würzburg. Und hundemüde. Zwei sehr kurze, etwas weinseelige Nächte (schließlich kann eine von der JuHe Weinberge segen, so was inspiriert halt). Zwei sehr intensive Tage, an denen ich versucht habe, viel zu nähen, mich mit möglichst vielen Teilnehmerinnen zu unterhalten nd die Veranstaltung möglichst smooth verlaufen zu lassen. Zwischendurch hab ich  ein kleines bißchen Stoff verkauft (ähem).

nadelkissen

Aber zum ersten Mal bei der anNÄHerung alleine in der Position der Verantwortlichen, da näht eine nur mit halber Aufmerksamkeit. Und so hab ich nur meinen samtigen Rock fertig genäht, den aber auch gleich am Sonntag getragen. Woraufhin mir unterstellt wurde, als zusätzliche Nähmotivation für den Sonntag gar nichts zum Anziehn mitgenommen zu haben. Dem war nicht so. Aber ist ja eine hinterhältig wirkungsvolle Strategie, unter Umständen.

insidechanel

Der Rekord an gefertigten Stücken lag an diesem Wochenende übrigens bei VIER Teilen. There you go.

Ich kann mit Bestimmtheit sagen, dass ich noch nie zu einer anNÄHerung gefahren bin, bei der ich so wenige der Teilnehmerinnen vorher persönlich kannte. Aber die kleine Panikminute, in einen Raum zu kommen, in dem ich zunächst nur in ein einziges „bekanntes“ Gesicht entdeckte, war schnell überwunden. (Ähm, ja: einige Teilnehmerinnen waren vor mir da. Stau und so. Wer schon mal mit in BI war, kennt da so ne Geschichte.)

stickerei

Wie schon die Male zuvor, war das Fremdeln binnen Minuten vergangen. Erstens waren wir ja zu einem verbindenden Zweck da und zweitens sind NähNerd-Ladies nunmal sehr umgänglich. Und dabei total unterschiedlich. So viele tolle Frauen, mit ganz unterschiedlichen Persönlichkeiten und Kleidungsstilen. Spannend und wunderbar, wie immer.

nähnerdsfootwear

Auch meine leisen Befürchtungen hinsichtlich des unbekannten Veranstaltungsortes, die sich in der letzten Woche manchmal zu Alpträumen aufblähten, vergingen flugs. Unser Tagungsraum war viel, viel heller, als die Bilder im Internet das gezeigt hatten. Beide Langseiten boten Panoramablicke über Würzburg. Auf der eine Seite leuchtete uns, wenn’s dunkel wurde, ein zwiebelbetürmtes Kirchlein. Auf der anderen Seite lockte fußläufig die Stadt. Und vom Gang zu meinem Zimmer sah ich die Festung.

blickausfenster

So viel barocke Pracht zog viele von uns stundenweise doch mal weg von der Nähmaschine. Manche gaben vor, ein Stromkabel für die Maschine kaufen zu müssen und ließen dann sogar das Mittagessen ausfallen, um sich die Residenz anzuschauen. Und auch ich konnte der Burg, die da über uns thronte, nicht widerstehen und marschierte am Samstagnachmittag mit der Kamera bewaffnet durch Weinberge hinauf. Aber andere NähNerds waren schon da. Und so schlenderten wir zusammen runter zum Fluß und ins Café, wo der Tee viel besser als in der Jugendherberge schmeckte. Nun gut, das ist ein altbekanntes Tee-Trinker-Dilemma. 😉

imweinbarg

Unverabredet war das wohl die Winterjacken-anNÄherung. Überdurchschnittlich viele Mäntel und Jacken wurden genäht und bei jedem war ich versucht zu sagen: Get in my closet, now! Aber es wurden auch BHs genäht, so dass ich mal spinzen gehen konnte, denn obwohl mich das Thema reizt, trau ich mich doch nicht so recht ran. Mehrere schnitte wanderten auf die to-sew-Liste. Oder gleich in meine Tasche! Denn der Schnitt-und Stofftauschtisch war unfassbar üppig.

gearbag

Eigentlich könnte ich jetzt noch ewig weiter erzählen. All die wunderbaren kleinen Begebenheiten und Beobachtungen. Aber dann würde dieser Post endlos. Deshalb noch ein paar Dankeschöns als Abschluß.

Danke allen, die für Muriels Näh-Aktion für Flüchtlinge Stoff mitgebracht haben. Da ist ja wirklich ordentlich was zusammen gekommen.

Meine Nähtisch-Gesellschaft war toll. Danke für die Fach- und sonstigen Gespräche. Ich gehe mit doppelter Motivation zurück an die Arbeit.

Danke schließlich an alle Teilnehmerinnen, denn die tolle Athmosphäre macht Ihr. Ich kann immer nur den Rahmen dafür setzen.

Die Premiere ist überstanden. Der Termin fürs nächste Jahr optioniert. Würzburg, wir kommen wieder!

Berichte der Teilnehmerinnen findet Ihr hier im Folgenden.