Wir haben es wieder getan!

Zwei Tage lang durchgenäht, gefachsimpelt, Schnittmuster Probe getragen und Pläne zur Weltverbesserung aufgestellt.

Mit anderen Worten: Es war anNÄHerung.

Von Freitagabend bis Sonntagnachmittag war das Jugendgästehaus in Bielefeld unser rumdumverspflegendes Zuhause (denkt Nähzimmer mit Tee- und Prosecco-Anschluß), so daß den 38 anwesenden Frauen keine Ablenkung mehr blieb: es sollte, durfte, konnte hemmungslos besessen, total im flow genäht werden.

Wie schon 2014 sind dabei wieder großartige Dinge entstanden und garantiert hat jede, die da war, jetzt den einen oder anderen Schnitt mehr auf der to-sew-Ewigkeitsliste. Ich bin auch höchstwahrscheinlich nicht die Einzige, die wieder unglaublich viel gelernt hat.

Ich bin als Mitveranstaltering ja immer etwas anders unter Strom als die Teilnehmerinnen es sind. Klappt alles? Sind alle glücklich? Ist genug zu trinken da? Brauchen wir noch Verlängerungskabel? Aber wenn ich dann zwischen drin mal von meiner unendlichen Handnäh-Saga des Futter-in-den-Mantel-bringens, dann erfüllte mich das jedes Mal mit Stolz. So viele hochkonzentrierte, zufriedene Gesichter. So viel Autausch trotzdem. So viel gegenseitige Beratung und Unterstützung.

So sieht das aus, wenn frau einen Wunschtraum nimmt und ihn umsetzt. Okay: in meiner Idealversion ist es ein französisches Landhaus am Meer, aber hey: Wasserrauschen gibt es dank indoor-Wasserfall in Bielefeld auch und außerdem ist das Grundbrummeln von 38 Nähmaschinen mindestens so beruhigend.

Create what you need to find. Das habe ich mal auf irgendeinem amerikanischen blog gelesen und es ist mir nachhaltig hängen geblieben. Und der Wunsch, mich mal für eine Weile komplett in meine Leidenschaft Kleider Nähen vertiefen zu können, ohne Abwasch, ohne Zeitdruck, ohne Unterbrechung, war eigentlich schon da, nachdem ich unter der Woche spät abends meinen zweiten Rock ever fertignähte, wohlwissend, daß ich am nächsten Morgen fix und foxy sein würde. Dann hatte ich  für meinen Geschmack einmal zu oft gesagt: Man müßte ja mal …  Als ich mich im Herbst 2013  traute, öffentlich auf Twitter anzusagen, daß ich gewillt wäre, so ein Näh-Retreat zu organisiseren, kamen mir zum Glück zwei tolle, unternehmungslustige Frauen zu Hilfe. Frau Drehumdiebolzeningenieurin und Frau AlleWünscheWerdenWahr: es hat wie immer großen Spaß gemacht, mit euch vorzubereiten. Gerne immer wieder.

Fazit: Nicht nur die anNÄHerung lohnt sich jedes Jahr wieder. Anders als im letzten Jahr waren wir dieses Jahr keine Fremden mehr und ich hatte den Eindruck, die Gespräche waren schnell auf einer persönlicheren Ebene.

Es lohnt auch, sich die verrückte Idee, diesen niggeligen Herzenswunsch mal ernsthaft anzuhören und zu überlegen, ob er nicht in abgespecktem Maßstab schon zu realisieren lohnt. Create what you need to find.

Zwischen meinen Dreijahresmantel fertig stellen, organisieren und NähNerds besser kennenlernen hab ich das Phtographieren leider komplett vergessen. Da ich aber mehrere große Kameras und immer wieder Telefone im Einsatz gesehen habe, bin ich zuversichtlich, daß sich bald Beiträge finden werden, wo’s auch wirklich was zu sehen gibt.

Ansonsten bleibt mir für heute nur zu sagen: Ladies, es war bezaubernd mit Euch allen! We‚ll always have Bielefeld.

Und wer jetzt ganz dringed das Bedürfnis hat, endlich unter NähNerds zu kommen, zum Fachsimpeln und Feiern: Karten für den Dressmakers‘ Ball gibt’s NOCH.