NFL – From A Far Away Place – Abschlußbericht

Keine 100 Jahre später endlich meine Tragephotos. Es hat nun doch noch länger gedauert, weil mein Fokus diese Woche auf gleich drei Veranstaltungen zum Weltfrauentag lag, die ich mitgestaltet habe. Da war für mein NFL Kleid nur wenig Kapazität.

Jetzt aber!

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Einsätze. Tatsächlich eingesetzt und nicht nur aufgenäht.

 

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Einsätze, noch mal im Ganzen. Und ja: Das übe ich noch mal.

 

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Ausschnitt: Nicht perfekt, aber ich bin mächtig stolz darauf, die Verschränkung so hingekriegt zu haben, wie ich wollte.

 

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Kimono-Ärmel mit Zwickel in einer Kombination aus Gerties Technik und der Beschreibung in nem 50s Schnitt.

 

 

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Rücken: In der nächsten Version wohl doch noch mehr Weite ab Taille.

 

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Versonnen aus dem Fenster blickend.

 

Jo. Statt Sekt gab’s ein dunkles Bier. Das war auch mehr ein Arbeitssieg. Ganz fertig bin ich schließlich nicht. Denn es sollte  noch ein Unterkleid mit Petticoat geben, damit die Weite im unteren Teil des Rocks besser zur Geltung kommt. Aber ich befürchte: das trage ich dann alltags eh nicht dazu. Also wird es wohl nur ein ganz schlichtes Unterkleid. Drunter muß in jedem Fall noch was, denn dieser Baumwollsatin klebt. An der Unterwäsche, an der Strumpfhose ….

Fazit:

Der Entwurfsprozeß hat mir unglaublichen Spaß gemacht. Und auch insgesamt war ich ziemlich OM während der ganzen Produktionszeit. Am meisten Ärger hat mir tatsächlich das mega-exakte Nähen, das die Schultereinsätze und die Paspeln erfordern, gemacht.

Im Großen und Ganzen bin ich mit meinem Ergebnis vom Design her zufrieden. Das Taillenband muß etwas weiter nach oben. Auch an die Schulternaht muß ich im nächsten Versuch noch mal ran, da stimmt was nicht, ich weiß nur nicht was. Vielleicht traue ich mich ja auch noch eingesetzte Ärmel zu versuchen. Die Kimonoärmel sind der schwindenden Zeit geschuldet. Die Falten, die sich da bilden, gefallen mir nicht so recht. Auch wenn Lucy dazu ja schon was Richtiges gesagt hat.

Die Paßform finde ich ganz okay. Vermutlich wäre etwas mehr Weite schon ab der Taille besser. Aber vielleicht tut es auch schon ein flutschiges Unterkleid. So bleibt’s halt schnell auf dem Pölsterchen hängen, wo ich’s nicht haben will.

Leider habe ich beim Informbügeln der Schrägstreifen für den Ausschnitt beide Seiten überdehnt. Merde. Die lagen nämlich an der Puppe bis zur Schulter wunderbar an. Die Stoffauswahl überzeugt mich nach wie vor nicht voll und ich habe hier schon eine monochrone Zusammenstellung in drei Grüntönen liegen.

Zum Thema Alltagstauglichkeit kann ich jetzt schon sagen, daß es wohl einen Schuhkauf nach sich ziehen wird. Einen weiteren. Denn ich war Freitag gerade erst Schuhe kaufen. Doch: hochhackig überzeugt nicht. Kitten-heel überzeugt nicht. Und Schnürschuh überzeugt, wie man sieht, auch nicht. Also wohl Ballerinas?

Wie bin ich nun zu diesem Ergebnis gekommen?

Ich habe ziemlich lange mit der Recherche verbracht.

Dann habe ich verschiedene Elemente, die mich an den Hanboks interessierten, in verschiedenen Zeichnungen an meiner Figurine ausprobiert.
Der jetzt verwirklichte Entwurf unterscheidet sich nur in zwei Dingen von der Zeichnung: Ich habe einen V-Ausschnitt gewählt, weil ich mir bei dem sicherer wahr, daß er mir steht. Und ich habe noch die türkisenen Schrägstreifen eingefügt. Als ich die zugeschnittenen Rockteile vor mir liegen hatte, was mir der Kontrast zu heftig zwischen dem hellen und dem roten Stoff.

Mit der ausgewählten Entwurfszeichnung ging es an die Puppe. Zunächst habe ich den Unterbau (eine Lage eingekräuselter Tüll) drapiert, dann den Rock darüber. Die erste Version war zu wuchtig und vor allem zu zipfelig. Die zweite gefiel mir dann schon sehr gut.

Von der Teilung der Rockbahnen ausgehend, habe ich dann die Teilungsnähte für das Oberteil mit Band auf meiner Puppe abgesteckt und die zum Drapieren nötigen Stücke ungefähr auf diese Maße zugeschnitten und dann drapiert.

Nachdem ich alle Nähte und einige Paßzeichen markiert hatte, habe ich alle Teile (also einmal die rechte Seite des Kleides) zusammengenäht und anprobiert. Dabei wurden natürlich nötige Änderungen sichtbar.

Dann habe ich dieses halbe Probekleid auseinander genommen, die Nahtzugaben abgeschnitten und den Nessel als Schnitt benutzt. Mit entsprechenden Änderungen habe ich ein zweites Probeteil mit einer ersten Ärmelvariante zugeschnitten, insgesamt eine Verarbeitungsreihenfolge festgelegt und genäht.

Danach waren Korrekturen am Ärmel nötig: Einarbeiten des Zwickels, Reduzierung der Ärmelweite.

An diesem Oberteil habe ich dann mit schwarzem Edding die Einsätze angezeichnet.

Da ich mich mit dem Ergebnis der zweiten Probe zufrieden gab, habe ich dann auch wieder alle Nahtzugaben abgeschnitten und die Schnittteile auf Papier übertragen. Und mit diesen Schnittmustern dann den richtigen Stoff zugeschnitten.

Beim Nähen mußte ich dann aber doch noch mal an den Seiten unter den Ärmeln korrigieren – und beinahe war da nicht genug Stoff.

Insgesamt hätte ich mit der Zeit hinkommen können. Aber nachdem ich einen Entwurf hatte, der mir wirklich gut gefiel, machte sich so eine “Ich-hab’s-ja-schon-im-Sack”-Stimmung breit. Von wegen. Und dann ist ein bißchen Zeit verloren gegangen, als ich nicht den Stoff fand, den ich wollte. Und im Moment hab ich zeitlich halt kaum Reserven, um so verlorene Zeit dann noch rausholen zu können.

Heißt für NFL2 KONTINUIERLICH dranbleiben.

Aber jetzt hole ich erstmal einen gemütlichen Abend mit meinem Mann nach. Die fielen nämlich in den letzten zwei Wochen auch mehrfach zugunsten der Näherei aus.

Euch allen eine schöne Woche.

 

 

 

 

 

Comments

  1. says

    Deine Interpretation des Hanboks ist hinreißend geworden! Wahnsinn, wie viel Arbeit da drin steckt. Den Schnitt kann ich mir aber auch gut mit einer schlichteren Farbkombi vorstellen und kurzen Ärmeln bzw. Ärmellos für den Sommer.

    Liebe Grüße
    Steffi

  2. Frau Lotterfix says

    Sehr schön geworden! Ich finde es super, wie exakt Du das Muster am Rücken abgestimmt hast, ein wichtiges Detail, bei dem auch gern mal geschludert wird.
    Zum Thema Schuhe: ich würde es mit Nude-farbenen Ballerinas probieren. Das Kleid macht eine schöne Silouette, zu dunkle Schuhe lenken dabei den Blick nur unnötig nach unten und weg vom Kleid (meine Meinung). Außerdem entsteht bei hellen Schuhen eine durchgehende “Farblinie” bis zum Boden, was die Beine länger wirken lässt.

    Viele Grüße,
    Frau Lotterfix

  3. Sina says

    Vielleicht bin ich nicht kritisch genug, aber auch ich finde dein Ergebnis des ersten NFL fantastisch. Ich mag Farben, Stoff, Schnitt und Form. ;)
    Du hast zwar recht, dass ein paar Kleinigkeiten nicht perfekt sind, aber das wird kaum jemandem auffallen. Herzlichen Glückwunsch zum tollen Schnitt also. Hoffentlich kann ich irgendwann einmal auch so gut nähen! :D

  4. Bele says

    “Ein Arbeitssieg” ist ja wohl die Untertreibung des Jahres! Die Schwierigkeitsgrade, die du dir in dein Projekt gebastelt hast, würden jeden Profi schwitzen lassen und du hast sie prima gemeistert.
    Ich habe jedoch die Hoffnung, dass du irgendwann den dornigen Weg verdrängen kannst und dich an diesem und den daraus folgenden Kleidungsstücken erfreuen kannst (klingt ja schon an). Und dass die nächste Herausforderung nicht so herausfordernd ausfällt, dass wir dich beim Treffen vermissen müssen ;)
    LG, Bele

    • alex1 says

      Danke schön. Wenn DU das sagst, werde ich es mir hinter die Ohren schreiben. Das ist irgendwie ein Teufelskreis. Ich häng mir halt jedes Mal den Korb einen höher. ;-) Und: ich habe gerade das Gefühl, das Kleid will eigentlich nur barfuß getragen werden – so beim durch die Wiesen tanzen. Was sagenhaft unpraktisch ist im Büro.
      Aber am gestrigen Fehlen waren meine drei Veranstaltungen am Tag vorher schuld. Da hab ich von 7.15 bis 23 Uhr moderiert, organisiert, geplant, durchlitten und durchtanzt. Da war gestern einfach mal Familienzeit fällig. ;-) Der nächste Weltfrauentag ist ja erst nächstes Jahr. …

      • Bele says

        Du hast ihn wenigstens gefeiert, den Frauentag!
        Das mit den Schuhen ist echt schwierig (nicht, dass das für mich nicht ohnehin fast immer schwierig ist…). Vielleicht lassen sich ein paar passende Sandalen finden, die man zur Not ja auch mit Kleiderstoff um die die Riemen anpassen könnte. Damit das Barfuß-Tanzgefühl auf jeden Fall erhalten bleibt!

  5. Prinzenrolle says

    Endlich! Ich habe so oft nachgesehen, was aus deinem Projekt geworden ist. Du hast den Entstehungsprozess so spannend beschrieben – auch diesmal.
    Das Ergebnis überzeugt. Wenn es den Kauf passender Ballerinas nach sich zieht – mich würde es nicht stören.
    Etwas schade finde ich, dass die Ausschnittblenden verzogen sind. Ich drücke sehr die Daumen, dass sich der Stoff beim Waschen wieder zusammenzieht und danach wieder “plattgebügelt”werden kann. Denn eng anliegend würde mir der Ausschnitt auch besser gefallen. Die Falten an den Ärmeln empfinde ich dagegen nicht als störend. Die passen vom Stil her – und ich sehe die auch immer nur am Standbild. In Bewegung – also im richtigen Leben – fallen diese Falten nicht unangenehm auf.
    Durchaus ein Schnitt, den du noch einmal nähen könntest – ich bin gespannt auf das Grüne!

  6. says

    Jetzt aber: Chapeau!
    Kann mich den anderen Kommentaren nur anschliessen.
    Und wenn du nicht erwähnt hättest, dass du bereits Stoff für eine Neuaulage bereitliegen hast, hätte ich jetzt gerufen: Nochmal, nochmal!!!

    Liebe Grüße
    Immi

  7. says

    Ich finde das Kleid vom Schnitt her genial, super ausgedacht und super umgesetzt! Hut ab! Die Linien sind sehr sehr schön, stehen dir gut und du hast das echt schön genäht.
    Auch den gedehnten Halssausschnitt finde ich nicht sooo schlimm.

    Das einzige und das ist eine reine Geschmackssache – mir gefällt der geblümte Stoff nicht so hundertprozentig dazu. Vielleicht weil er mich optisch so ablenkt, dass die andere Sachen ein bisschen untergehen, z.B. dein hübsches Gesicht ;)
    Also er passt thematisch und ist sehr schön, aber ich könnte mir das Mittelteil auch wunderbar aus einem einfarbigen, z.B. pinkfarbigen Stoff vorstellen. Ist jetzt aber ein bisschen spät. Umso gespannter bin ich auf eine Grünvariante.
    Aber dafür ist das geblümte auch schön frisch, und passt zum Frühling.

    Schuhe – ich kann mir auch gut Ballerinas vorstellen dazu. Oder Sandalen!

    Am besten finde ich das letzte Bild, da siehst du so ein bisschen püppig aus, wie viele der Frauen in den Hanbok-Kleidern – die graziöse Arm-und Handhaltung. :)

    • alex1 says

      Ja, der Kontrast zwischen dem geblümten und dem roten ist zu hart. Da hardere ich auch mit. Mal gucken, wie’s in grün wird.

  8. says

    Guten Morgen, Alex,
    also: das ist eine wirklich oscarreife Leistung, die ein Hadern mit den Stoffen nun wahrlich nicht verdient hat. Dafür, dass es so lange gedauert hat, hat sich die ganze Mühe wirklich gelohnt.

    Liebe Grüße
    Ulrike

  9. says

    Also Ballarinas gehen immer ;-)
    Hab dir gerade schnell mal ein Bild mit Fake-Ballarinas gebastelt, passt gut, schick ich Dir gleich

    Schön dass Du es nun fertig hast.
    Mich entzückt besonders die Rückenansicht, sie erscheint mir von der Materialverteilung besonders ausgewogen und die Falten an den Ärmeln sind bei dieser Art wohl normal.
    Auch die Schultereinsätze, welche ich mir vorher etwas schlecht vorstellen konnte gefallen mir sehr gut.
    Mit dem Gedehnten Kragen ist es wirklich schade, denn Auch der Gefällt mir vom Prinzip her ausgesprochen gut – vielleicht kannst du ja mal (irgendwann) näher beschreiben, wie du diese schöne Schichtung hinbekommen hast.
    Bei der Vorderseite könnte ich mir vorstellen, dass Du dich wohler damit fühlst, wenn Du die senkrechten Styllinien (oder wie man diese bewusst gestezten Nähte nennt) am Taillenband noch 5 bis 7 Zentimeter nach innen Verlegst (evenzuell auch nur beim Oberteil). Das Erzeugt dann zwar einen Sanduhreffekt, der nicht mehr ganz dem Hanbok entspricht, aber ich glaube wirklich, dass es diese Abweichung von der Sehgewohnheit ist, die Dich stört (und nicht die Stoffwahl an sich). Und es sollte ja nur eine Inspiration(nur soll nicht abwertend klingen, Inspirationen sind schließlich wichtig) sein und kein Diktat.

    Herzlichen Glückwunsch zu diesem tollen Ergebnis
    LG Christoph

    PS. Ich könnte mir gut vorstellen, dass diejenigen die am ersten NFL teilgenommen haben, ihren dort entstandenen Schnitt (oder Elemente davon) für die weiteren Aufgaben fortlaufend bearbeiten, also z.B., dass Du von Deinem jetztigen Ergebnis ausgehend eine Verwandlung vollziehst (nur so ein Gedanke)

    • alex1 says

      Da ist was dran, ich hatte die Naht schon noch etwas weiter in die Mitte verschoben beim Proberock, aber das fiel dann irgendwie doof, deshalb habe ich sie wieder etwas nach außen verlegt.
      Das mit dem Kragen fotographiere ich am besten mal. Das zu erklären ist umständlich. Zu machen ist es eigentlich nicht soo schwer.

      Die Idee, die entstandenen Schnitte immer weiter zu verwenden, finde ich eine sehr gute Idee. Wobei ich für NFL2 schon was im Kopf habe. Aber danach …. ;-)

  10. says

    Das Warten hat sich aber gelohnt! Da ist ein sehr schönes, frühlingshaftes Kleid entstanden. Die Aufteilung und die Auswahl der drei Stoffe finde ich auch wirklich gut gelungen – mit weniger Kontrasten würde das ganz anders und mMn nicht so gut wirken. Lasse mich natürlich auch von einer Ton-in-Ton-Version überzeugen, aber ich finde den Musterstoff super. Als Schuhe kann ich mir Ballerinas tatsächlich am besten dazu vorstellen – vielleicht hellrosa/nudefarbene, die könnte man ja zu vielen anderen Sachen auch tragen?

  11. says

    Ganz wunderbare bezaubernde Hanbok Interpretation. Mir gefällen die Kontrast Farben rot – helle Blümchen und türkies ausgesprochen gut und ich finde überhaupt nicht, dass der Kontrast zu stark ist. Ich finds toll. Auch die Verarbeitung und Details (Kimono mit Zwickel und der Ausschnitt) ist Dir großartig gelungen. Ich freue mich auf die zweite Runde! Grüße Susi

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