nixfürlemmingegross

Wie, schon der 5.1.2014? Wie konnte das passieren?

Hat das noch jemand von Euch gedacht, dieser Tage? Tja, so ist das: Nie genug Zeit für gar nichts.

Aber fangen wir mal an.

Kurz nachdem mir das Thema im September nachmittags auf dem Spielplatz einfiel, war ich mir ziemlich sicher, daß ich mich dem japanischen Kimono zuwenden wollte. Seit der Erstbegegnung mit Kurosawas Filmen im Studium war Japan irgendwie ein merkwürdig-mystisches Land für mich, mit dem ich mich immer mal näher beschäftigen wollte.

Da habe ich dann auch angefangen. Und die unglaubliche Sicherheit beim Mixen von Materialien und Mustern, die einen bei der Internetbildersuche förmlich anspringt, hat einen nachhaltigen Ehrgeiz freigesetzt, das irgendwann auch mal zu beherrschen. Macht Euch also auf eine weitere Herausforderung zum Thema Muster oder so gefaßt. 😉 Während ich also las, was mir zum Kimono in die Finger kam, und schon von einem weißen Winterwollmantel mit Birkenstämmen drauf träumte – kam mir in den Sinn, daß ich ja afrikanische Wax-Prints und die Mustermixe in verschiedenen traditionellen afrikanischen Kleidungsstücken auch überaus spannend finde. Womit ich in das nächste Kaninchenloch fiel.

Und dann bin ich doch mal bei Euch auf Pinterest gucken gegangen, was Ihr so aufstöbert. Bei Steffi begegnete ich dem ersten Hanbok meines Lebens. Korea kommt auf meiner Landkarte eigentlich nur vor, wenn einer der durchgeknallten Diktatoren im Norden mal wieder was total Beklopptes anstellt oder im Süden Olympische Spiele sind. Noch mehr Terra Incognita gibt’s bei mir fast gar nicht. Aber hach, diese Farben und diese weiten Röcke und diese entzückend kurzen Jäckchen. Kurzum: Ich bin verliebt. Als mir dann auch noch in Erinnerung kam, daß ich den Sommer nach der Geburt meines Sohnes mehr oder weniger in einem schulterlosen Kleid mit gesmokten Oberteil und weich-weitfallendem Rock sowie einem kurzen Cache-coeur verbracht hatte – und mich darin ziemlich wohl gefühlt hatte – war die Sache besiegelt.

Hanbok ist also die Silhouette, an der ich mich abarbeiten werde.

Für alle, die dieser herrlichen Gewandung noch nicht begegnet sind, hier ein paar Eindrücke.

farbspiel       darkzwei

dark

 

Hanbok besteht aus einem unter der Brust gebundenen Rock (ggf. mit ganz leichten Trägern) und einer kurzen Jacke, die mit einem Band geschlossen wird. Der Rock ist sehr weit und oft mehrlagig, bzw. es werden Unterröcke getragen.

 

blackandwhite2

blackandwhite          schwarzweisspink

 

Mich reizen – wie beim Kimono auch – die Kragenvarianten.

 

 

kragen      abgestepterkragen

ausschnitt

 

Und die Ärmel.

 

kragenundärmel

 

 

Hier noch ein paar modernere Versionen mit schmaleren Röcken und z.T. ziemlich coolen Jacken:

 

 

falten-schmalerrock           schmaleform

Jacke_Pagodenschultern           agodenschultern_kurzerrock

mantel          rocküberoberteil

 

(Quellen Bilder: hier und hier)

 

Warum gefällt mir diese Form so?

Zunächst mal liebe ich weite Röcke, auch wenn ich sie eher selten trage. Zum zweiten gefällt mir die Angezogenheit und die Art und Weise, wie der Stoff den Körper umspielt und nicht wie beim Cheongsam z.B. die Körperlinie klar abzeichnet. Ein wenig erinnert die hohe Taille natürlich ans Empire, aber ich finde den so weiten, hohen Rock doch strange genug. Ich werde aber doch wohl der Alltagstauglichkeit wegen den Rock kürzen.

Auch wenn ich natürlich wesentlich mehr Oberweite haben werde, als die durchschnittliche Nord- oder Südkoreanerin, liegt meine schmalste Stelle doch eine gute Handbreit über meiner Taille. Da könnte also einiges gehen.

Wie wird meine Reise weiter gehen?

Ich werde mich in den nächsten Tagen intensiv mit verschiedenen Möglichkeiten, Weite in einen Rock zu kriegen, beschäftigen und noch mal ausführlich zu Kragenformen und Jackenlängen recherchieren.

Der ganz vage Plan ist, einen meiner in Paris gekauften Seidenstoffe zu verwenden, um ein Unterkleid zu nähen – gewickelt – das im Sommer als eigenständiges Kleid fungieren kann. Darüber soll es dann einen sehr hoch angesetzten Rock geben(evtl. aus einem kirschroten Crêpe) und eine kurze Jacke, die auch mir verschiedenen anderen Kleidungsstücken aus meinem Kleiderschrank kompatibel sein soll. Und bei der Jacke liebäugele ich sehr mit einem Stoff von Vlisco. ABER: da die Abstimmung der Stoffe und Farben eine so wesentliche Rolle für die Wirkung des „outfits“ hat, ist das alles hypothetisch gesprochen. Erstmal die Formen finden. Von der Stimmung her strebe ich eher was Freches. Was ich in Bildern schon im Kopf habe, aber nicht in Worte gefaßt kriege.

So. Genug geredet. Jetzt seid Ihr dran. Her mit Euren Ideen. Ich hol mir jetzt einen Tee und warte begierig auf Eure posts.