NFL1 – From a far away place – mood-board

nixfürlemmingegross

Wie, schon der 5.1.2014? Wie konnte das passieren?

Hat das noch jemand von Euch gedacht, dieser Tage? Tja, so ist das: Nie genug Zeit für gar nichts.

Aber fangen wir mal an.

Kurz nachdem mir das Thema im September nachmittags auf dem Spielplatz einfiel, war ich mir ziemlich sicher, daß ich mich dem japanischen Kimono zuwenden wollte. Seit der Erstbegegnung mit Kurosawas Filmen im Studium war Japan irgendwie ein merkwürdig-mystisches Land für mich, mit dem ich mich immer mal näher beschäftigen wollte.

Da habe ich dann auch angefangen. Und die unglaubliche Sicherheit beim Mixen von Materialien und Mustern, die einen bei der Internetbildersuche förmlich anspringt, hat einen nachhaltigen Ehrgeiz freigesetzt, das irgendwann auch mal zu beherrschen. Macht Euch also auf eine weitere Herausforderung zum Thema Muster oder so gefaßt. ;-) Während ich also las, was mir zum Kimono in die Finger kam, und schon von einem weißen Winterwollmantel mit Birkenstämmen drauf träumte – kam mir in den Sinn, daß ich ja afrikanische Wax-Prints und die Mustermixe in verschiedenen traditionellen afrikanischen Kleidungsstücken auch überaus spannend finde. Womit ich in das nächste Kaninchenloch fiel.

Und dann bin ich doch mal bei Euch auf Pinterest gucken gegangen, was Ihr so aufstöbert. Bei Steffi begegnete ich dem ersten Hanbok meines Lebens. Korea kommt auf meiner Landkarte eigentlich nur vor, wenn einer der durchgeknallten Diktatoren im Norden mal wieder was total Beklopptes anstellt oder im Süden Olympische Spiele sind. Noch mehr Terra Incognita gibt’s bei mir fast gar nicht. Aber hach, diese Farben und diese weiten Röcke und diese entzückend kurzen Jäckchen. Kurzum: Ich bin verliebt. Als mir dann auch noch in Erinnerung kam, daß ich den Sommer nach der Geburt meines Sohnes mehr oder weniger in einem schulterlosen Kleid mit gesmokten Oberteil und weich-weitfallendem Rock sowie einem kurzen Cache-coeur verbracht hatte – und mich darin ziemlich wohl gefühlt hatte – war die Sache besiegelt.

Hanbok ist also die Silhouette, an der ich mich abarbeiten werde.

Für alle, die dieser herrlichen Gewandung noch nicht begegnet sind, hier ein paar Eindrücke.

farbspiel       darkzwei

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Hanbok besteht aus einem unter der Brust gebundenen Rock (ggf. mit ganz leichten Trägern) und einer kurzen Jacke, die mit einem Band geschlossen wird. Der Rock ist sehr weit und oft mehrlagig, bzw. es werden Unterröcke getragen.

 

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Mich reizen – wie beim Kimono auch – die Kragenvarianten.

 

 

kragen      abgestepterkragen

ausschnitt

 

Und die Ärmel.

 

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Hier noch ein paar modernere Versionen mit schmaleren Röcken und z.T. ziemlich coolen Jacken:

 

 

falten-schmalerrock           schmaleform

Jacke_Pagodenschultern           agodenschultern_kurzerrock

mantel          rocküberoberteil

 

(Quellen Bilder: hier und hier)

 

Warum gefällt mir diese Form so?

Zunächst mal liebe ich weite Röcke, auch wenn ich sie eher selten trage. Zum zweiten gefällt mir die Angezogenheit und die Art und Weise, wie der Stoff den Körper umspielt und nicht wie beim Cheongsam z.B. die Körperlinie klar abzeichnet. Ein wenig erinnert die hohe Taille natürlich ans Empire, aber ich finde den so weiten, hohen Rock doch strange genug. Ich werde aber doch wohl der Alltagstauglichkeit wegen den Rock kürzen.

Auch wenn ich natürlich wesentlich mehr Oberweite haben werde, als die durchschnittliche Nord- oder Südkoreanerin, liegt meine schmalste Stelle doch eine gute Handbreit über meiner Taille. Da könnte also einiges gehen.

Wie wird meine Reise weiter gehen?

Ich werde mich in den nächsten Tagen intensiv mit verschiedenen Möglichkeiten, Weite in einen Rock zu kriegen, beschäftigen und noch mal ausführlich zu Kragenformen und Jackenlängen recherchieren.

Der ganz vage Plan ist, einen meiner in Paris gekauften Seidenstoffe zu verwenden, um ein Unterkleid zu nähen – gewickelt – das im Sommer als eigenständiges Kleid fungieren kann. Darüber soll es dann einen sehr hoch angesetzten Rock geben(evtl. aus einem kirschroten Crêpe) und eine kurze Jacke, die auch mir verschiedenen anderen Kleidungsstücken aus meinem Kleiderschrank kompatibel sein soll. Und bei der Jacke liebäugele ich sehr mit einem Stoff von Vlisco. ABER: da die Abstimmung der Stoffe und Farben eine so wesentliche Rolle für die Wirkung des “outfits” hat, ist das alles hypothetisch gesprochen. Erstmal die Formen finden. Von der Stimmung her strebe ich eher was Freches. Was ich in Bildern schon im Kopf habe, aber nicht in Worte gefaßt kriege.

So. Genug geredet. Jetzt seid Ihr dran. Her mit Euren Ideen. Ich hol mir jetzt einen Tee und warte begierig auf Eure posts.

 

 

Comments

  1. says

    Ich bin ganz geplättet von den herrlichen Kleidern auf deinem riesigen Moodboard und finde die Silhouette wunderwschön! Kann mich gar nicht entscheiden, was mir am besten gefällt… Danke für die tolle Idee, und ich bin gespannt, wie du diese schwierige Aufgabe lösen wirst!
    Liebe Grüße,
    Nastjusha

  2. says

    Oh, ein tolles Thema – da bin ich sehr gespannt. Besonders das Unterkleid finde ich auch eine interessante Idee.

    Wird denn so ein weiter Rock noch mit einem Gestänge unterlegt oder gepolstert oder sind da einfach nur Massen an Stoff drunter?

  3. says

    Da hast du aber richtig schöne Bilder aufgetrieben. So schön! Was mir bei den Hanboks total gut gefällt, sind die Farbkombinationen. Ich bin schon sehr gespannt, wie es bei Dir weiter geht.

    Vielen Dank für diese tolle Idee!

    LG
    Steffi

  4. says

    Wunderbar! Bei dir steht schon die Silhouette – bei mir ist es leider anders herum: mein Dekor habe ich im Hinterkopf, nur die Silhouette schwankt noch, aber soll sich an die Figur anschmiegen. So, jetzt geh ich aber bei den anderen 4 Moodboards schauen, da bin ich schon sehr gespannt drauf.

    • alex1 says

      Hallo Ulrike,

      leider kann ich gerade bei Dir nicht kommentieren. Da hast Du ja eine extrem arbeitsaufwendige Technik ausgesucht. Nu will ich erst recht wissen, in welcher Form DU das an die Frau bringst. ;-)

      • says

        Hallo Alex,
        sorry dafür dass du nicht kommentieren kannst. Ich glaube, das kann keiner; ich habe mich bei meinem Anbieter erkundigt – da funktioniert das leider nicht.

        Zu dem Kleidungsstück an sich… yepp. Scheint aufwendiger zu sein als ich dachte, deswegen werde ich wohl auch schon bald mit der Filzerei anfangen – bei der Silhouette verlass ich mich auf mein schlaues Buch, wie man Schnitte konstruiert und übe mich im Zeichnen, mal sehen, bei welcher Schnitttechnik ich dann lande.

        Bustier als Unterbau vielleicht, oder doch inspiriert von fernöstlicher Wickeltechnik? I’m not quite sure yet

        LG
        Uli

  5. says

    Oh, jetzt habe ich endgültig verstanden, worum es geht und fühle mich extrem inspiriert. Da gehe ich mal meine Idee bebildern. Vielen Dank für den Anschubs! Und bei einem Thema Muster wäre ich auch dabei – schon lange bewundere ich den gekonnten Muster/Materialienmix bei den Kimonos u.a. japanischen Bekleidungen.

  6. says

    Das wird ja spannend, wo wir doch in der gleichen Gegend unterwegs sind. Diese neu aufgelegten Hanboks sind wirklich wunderschön – was für ein Glück für uns, dass manche Koreanerinnen sowas zur Hochzeit anziehen (oder deren Eltern zur Hochzeitsfeier), so dass es jede Menge aktuelle Designbeispiele gibt.

    Das Rockvolumen kommt nur durch einen Unterrock wohl auch noch durch weite Unterhosen zustande, soweit ich recherchiert habe. Wenn mans für uns für den Alltag adaptieren will, wäre alles andere auch nicht praktikabel. Also ich bin sehr gespannt! Wie ich das sehe, wird deines ja wohl eher eine Ganzjahresvariante, während meines auf jeden Fall ein Herbst/Winteroutfit wird.

    • says

      Du hast wunderschöne Fotos herausgesucht!
      Aber ich muss erst mal tief Luft holen:
      Allein diese Kragenform finde ich wirklich sehr interessant. Weiss gar nich wie man solche Kragen nennt , diese langgezogenen Stege die vorn am Hals übereinanderliegen!? Wenn du es hinkriegst allein solch einen Kragen zu konstruieren, ziehe ich schon den Hut! Auch dein Plan ist ein sehr kluger, vonwegen, dass du das Unterkleid im Sommer solo tragen können möchtest und dass du die Jacke ebenfalls getrennt vom Projekt deiner Garderobe hinzufügen willst. Bin sehr gespannt wie sich das alles weiter entwickelt!

      Liebe Grüße
      Immi

      • says

        Guten Abend,
        da fällt mir noch was ein – den Namen für diese Kragenform weiß ich zwar auch nicht, aber dank der Fotos bin ich auf jeden Fall schon mal etwas schlauer, wie ich bei meiner Kostümjacke am kommenden Wochenende Beleg und Besatz anbringe: die Fotos in dem Nähjournal sind ja nicht so richtig aussagekräftig, und bei der technischen Zeichnung bzw. Beschreibung verlassen sie mich ganz…

        LG
        Uli

  7. Fragolinchen says

    Genialer Einfall, seit ich Deinen Lemming-Aufruf entdeckt habe, kreisen meine Gedanken um ein alltagstaugliches, fremdländisches Outfit und es ist total spannend, bei den anderen Teilnehmerinnen stöbern zu gehen.

    Vielen Dank auch für den Hanbok. Bisher hatte ich bzgl. Asien Kimono und Quipao im Kopf, aber eine Adaption der koreanischen Kleidung finde ich für mich noch spannender! Nur, bin ich mir nach dem Stöbern sehr unsicher, in welches Land ich denn reisen möchte – wirklich wie die Maus im Kaufmannsladen. Das trifft den Nagel auf den Kopf!

  8. says

    Ich klinke mich für diese Runde aus. Wir waren bis heute Mittag mit den Kindern bei Oma unterwegs und ich hatte keine Chance eine Kleinigkeit zu zeichnen und einen Web-Beitrag draus zu bauen. Nur so viel: Bei mir gings in Richtung Qipao. Einmal einen Basisschnitt von diesem wunderbar wandelbaren Kleidungsstück zu haben… Vielleicht mache ich das irgendwann für mich selbst noch, aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben…

    LG
    neko

  9. says

    Nix für Lemminge – das ist gelogen!!! Jetzt wo ich all die schönen und äußerst inspirierenden Ideen und Moodboards gesehen habe, will ich auch!!! Typisches Lemming-Verhalten.

  10. says

    So, nun habt ihr es geschafft! Nach einer schlaflosen Nacht voller Ideen, möchte ich auch dabei sein.
    Ich habe das Projekt gestern erst entdeckt. Kann ich noch einsteigen????

    Liebe Grüße

    • alex1 says

      Hallo Karin.

      klar, kannst Du. Der link-up für den ersten Termin ist noch ein paar Tage offen, für weitere Einträge.

  11. Bele says

    Wahnsinn, was schon das erste Thema für einen kreativen Anklang findet. Und so schöne Fotos zeigst Du! Da kann man wirklich nur zum Lemming werden…
    LG, Bele

  12. Studio215 says

    Dürfen Zuschauer von der Tribüne runter kommentieren?

    Ich bin gespannt, wie Du hanbok übersetzen wirst. IMHO funktioniert die Form, weil Koreanerinnen wenig Oberweite (und wenig Taille) haben – gilt übrigens auch für qipao (bitte ohne u nach dem q, wie bei einigen zu lesen war) und kimono (wo traditionell flachgebunden und ausgepolstert wird, damit nur ja keine Kurven erkennbar sind.

    Ich finde vor allem die Idee der Sehr kurzen Jacke faszinierend und übertragbar. Die Kombi mit dem weiten Rock/Kleid wäre mir persönlich too much (genauso wie Asiatinnen im Dirndl), die Silhouette erinnert schnell an grässliche “Umstandskleider” der 60er. Aber die kurze Jacke zu einer schlichten, eher schmalen Silhouette (Etuikleid, schmale Tunika mit schmaler Hose etc) hat was …

    • alex1 says

      Die Anpassungsfrage an unsere westlichen Körperfprmen ist ja in dem einen oder anderen blogpost schon thematisiert worden. Aber am Beginn eines Entwurfsprozesses kommt’s meiner Erfahrung nach (die bezieht sich gleichwohl auf Theater und Graphisches) eher darauf an, alle Möglichkeiten zu erkunden. Auch die, die evtl. erstmal schwierig anmuten. Auswählen, was nun am besten aussieht an jeder von uns, werden wir schon noch. Spätestens bei der ersten Anprobe.

      • Studio215 says

        Geht es um tragbare Kleidung oder um Kostüm/Kostümierung?
        Die AsiatInnen, mit denen ich (beruflich und privat) zu tun habe, finden AusländerInnen in asiatischen Gewändern im besten Fall komisch, in der Regel ziemlich lachhaft bis lächerlich -und manchmal schlicht und einfach ignorant/respektlos.

        • alex1 says

          DAS sind die allg. Spielregeln:
          Es sollen alltagstaugliche Kleidungsstücke entstehen und nicht solche für den Schrank. Wessen Alltag also keine regelmäßigen Cocktail-Parties beinhaltet (ich weiß, Skandal, meiner auch nicht), der sollte auch keine sechs Cocktail-Kleider entwerfen. Wer sich nicht im Gehrock aus dem Haus trauen wird, der nähe keinen solche, etc. Desweiteren ist es auch nicht meine Absicht, einen Konsumwahn anzuheizen: Wer also eh schon einen reichlichen Stoffvorrat besitzt, die nehme davon. Kreativität braucht Grenzen, sonst kann sie nicht fliegen.

          DAS ist die Aufgabenstellung: Wir entwerfen und nähen ein “Outfit”, das von einer spezifischen, selbst gewählten nicht-europäischen Silhouette inspiriert ist. Bis zum 28.02.2014 entsteht ein Kleidungsstück / oder eine Kombination von Kleidungsstücken, die die Essenz und einzelne Elemente der ausgesuchten fremden Silhouette in unser Hier und Jetzt übersetzen.

        • says

          Abgesehen davon, dass ich Deinen etwas oberlehrerhaften Tonfall unpassend finde, verstehe ich auch die von Dir beschriebenen Reaktionen der Dir bekannten Asiatinnen nicht.
          Ich wohne in München. Wir werden von August bis November mit Busladungen aus Italien, England und Asien überschwemmt und alle tragen Krachlederne und Dirndl. Es gibt immer einen ersten Moment der Belustigung und Befremdung, aber dann freue ich mich, da ich das auch als ein Zeichen des Respekts und als den liebenswerten Versuch verstehe, sich an die merkwürdigen Einheimischen und Gastgeber (uns Bayern halt) anzupassen, die ja angeblich das ganze Jahr so rumlaufen und schon zum Frühstück Bier trinken.
          Das als Anmaßung zu empfinden oder gar einer Asiatin zu sagen “mei, so a flachbrüstigs Madl wie Du, des geht fei net zsammen mit ‘am Dirndl…”, das käme mir nun wirklich nicht in den Sinn.
          Und wenn sich dann auch noch jemand wirklich Mühe gibt (und das scheint mir im Projekt von Alex durchgehend bei allen Teilnehmerinnen der Fall zu sein!) und nicht nur das Dirndl für ZwoEuroFuffzig aus dem Bahnhofskiosk trägt, dann freut mich das sogar sehr.

          Grüße,
          Stefanie

        • drehumdiebolzeningenieur says

          Gerade kommst hauptsächlich du respektlos daher. Hier geht es darum, den inspirations- und entsehungsprozess sichtbar zu machen. Alexandra war ja schon so nett, die Spielregeln extra für dich nochmal hierher zu kopieren. Glaubst du ernsthaft, namhafte Designerinnen, Künstlerinnen, Wissenschaftlerinnen, Ingenieurinnen,… bauen nicht suffer das auf, was schon da ist? Die erfinden in den seltensten Fällen das Rad neu! Vielleicht liest du in Zukunft zuerst mal, worum es geht, bevor du klugscheißt und denkst darüber nach, ob es wirklich notwendig ist, auch das kleinste Haar in der Suppe zu suchen. Oder gehst du auch hin und pöbelst isabel marant, Stella McCartney, phoebe Philo, Iris van Herren,… an, weil sie sich von silhouetten inspirieren lassen, die nicht direkt ihren Sehgewohnheiten entsprechen?

          • alex1 says

            Okay, alle zusammen: Danke, an alle, die hier so in die Bresche springen.

            Folgendes:

            Ist mitzureflektieren, daß eine westliche Annäherung an fremde Kulturformen auf Grund der kolonialen Vergangenheit immer kompromittiert ist? Ich denke: Ja. Ich weiß nur noch nicht, wie. Das muß auch jede Teilnehmerin für sich selber klären und wer von außen zu dieser Diskussion beitragen möchte, der darf das in einem weniger angriffigen und fundierten Ton gerne tun.

            Haben wir vor, uns alle tolle Karnevalskostüme zu nähen? Nein. Wie die “Verarbeitung” im konkreten Fall dann aber aussehen werden, ist nun mal am Anfang des Prozesses überhaupt nicht abzusehen. UND deshalb bitte ich die außenstehenden Beobachterinnen sich mit kritischen Einwürfen zurückzuhalten, bis wir inhaltlich auch kritikfähig sind, nämlich mit den konkreten Designideen. Also an dem Punkt wo sich jeder Designprozess wieder öffnen muß.

            Wer uns noch ne Info-Fährte legen mag, bitte. Input im Sinne von “ja, und …” ist das, was ein gemeinsames Arbeiten erst so bereichernd macht. Die Einsprüche aber bitte erst an der Stelle, an der sie produktiv sind. Und dann spezifisch am jeweiligen Objekt.

            So. Jetzt steh ich vom Regiestuhl wieder auf und geh Sherlock gucken.

  13. Laura says

    Oh, und ich mache mit einer Burka mit. Die werde ich dann wahrscheinlich genauso häufig in der Öffentlichkeit tragen wie Ihr Eure exotischen Gewänder. Nix für ungut. Aber ich finde echte Kimonos, Saris und jetzt auch noch Hanboks in Mitteleuropa ziemlich deplaziert.

    Grüssli Laura

    • says

      *ähem* – Laura… meinst du nicht, dass es sinnvoller gewesen wäre, erst einmal überhaupt zu lesen, worum es bei diesem Projekt geht, bevor du mit falschen Mutmaßungen um die Ecke kommst? Hier geht es doch nicht um Kostümierungen oder Nachahmungen von fremden Trachten, sondern um die Übersetzung einzelner Elemente in den eigenen Alltag.

      Gruß
      U.

    • says

      Ich fänds ja schon interessant, wie du die Silhouette einer Burka, deren vorrangiges Ziel ja ist, jedwede Silhouette zu verdecken, in einem alltagstauglichen modernen Kleidungsstück umsetzen würdest, wie Alex’ Aufgabenstellung es ja vorsieht.

  14. says

    Ein schönes Thema hast du rausgesucht. Da bin ich ziemlich gespannt auf die Umsetzungen. Wenn ich die Hanboks sehe, könnte ich glatt zum Lemming werden.

  15. says

    Das haut mich echt um. Ich bin so gespannt. Ich habe das ja gelesen, konnte mir das Projekt nicht so richtig vorstellen, dann wieder doch.
    Dieser Post, ich glaube der hätte mir gefehlt um mich zu beteiligen.
    Die Recherchen, Wahnsinn.
    Ich finde es prima, gerade weil es darum geht, nicht komplett etwas zu übernehmen, sondern das, was selbst zu einem passt. Sei es der Kragen, die Unterbrustform. Egal. Ich bin äußerst gespannt und bedauere es gerade ein wenig.
    Spontan – ich neige ja gerne dazu, spontan dann doch mitzumachen, weil es mich dann einfach sehr interessiert – sind mir die Uniformen der Kosaken, oder Russland eingefallen. Existiert vielleicht auch nur in meinem Kopf, ich habe nicht recherchiert. Strenge schlichte Schnitte mit Akzenten.
    Ach, ich habe keine Zeit ich habe keine Zeit ich habe keine Zeit. Und ich schaue nicht mehr ich schaue nicht mehr.

    Schade, daß ich es erst so spät verstanden habe. Ein echt anspruchsvolles Thema, eine tolle Herausforderung.

    lg und ganz viel Erfolg,
    Ich sehe das ürigens nicht als eine Kostümierung an, dafür gibt es ja die Texte, die man lesen sollte.
    Herzlichst Monika, bis Freitag

    • alex1 says

      Halo Monika,

      es gibt ja noch fünf weitere Themen im Laufe von 2014. Vielleicht ist da ja dann mehr Zeit bei Dir. ;-)

  16. says

    Geniales Thema! Ich bin schon sehr gespannt, was bei dem Projekt rauskommt … Spannend!
    Asiatische Trachten und wie sie für die hiesige Moderne umgesetzt werden könnten, würden mich auch sehr interessieren.
    Leider hab ich in der Vergangenheit schon so oft erfahren, dass ich mich nicht für sewalongs eigne. Deshalb lass ich die Finger davon (es liegt mir einfach nicht, meine einzelnen Gedankenschritte aufzuzeichnen und zu berichten, wie ich beim Nähen vorgehe). Aber ich freu mich schon richtig darauf, “Non-Lemming-Kleider” zu bewundern und zu lesen, was die Damen dabei so inspirierte :)
    LG Christel

  17. says

    Liebe Alex,
    so mehr und mehr bekomme ich eine Vorstellung davon, in welche Richtung Nix für Lemminge gehen wird. Ich muss zugeben, dass ich nach den Ankündigungen von Dir erstmal mehr oder weniger Bahnhof verstanden hab ;)
    Ich finde es toll, wie Du in dieser Aktion freie Kreativität mit den Nähkenntnissen, die man sich so erwirbt, verbindest. Man merkt, wo Deine berufliche Basis ist, aber ich finde, das macht die Sache nur noch spannender!
    Ich bedaure sehr, dass ich wohl nicht genügend Zeit haben werde, mitzumachen. Aber ich werde NFL sehr genau verfolgen – denn das sieht alles jetzt schon so WOW aus!

    Lasst euch nicht beirren von den Elefanten hier im Porzellanladen. So manch eine versteht es eben nicht, wann es Zeit ist aus Unwissenheit besser schweigend weiterzugehen, anstatt zu poltern.

  18. says

    Nicht kostümiert auszusehen mit dem gefertigten Teil ist das Ziel der Aufgabe!
    Ich finde den Prozess der Entwicklung sehr spannend, wie sich im Kopf so langsam ein Bild zusammenfügt…

    Für alle Hanbok Näherinnen: zur Konfirmation habe ich für meine Tochter ein extra kurzes Jäckchen genäht, dessen Saum über der Brust liegt. Das passt, denke ich prima zu dieser Silhouette.

  19. says

    Liebe Alex,
    Dein erstesThema hat mich absolut umgehauen. Ich habe einige Zeit gebraucht, mich damit auseinander zu setzen und werde das auch weiterhin tun müssen. Ich bin restlos begeistert von all den Ideen der Teilnehmerinnen und auch wie ich mich nach und nach dem Thema anNähere. Es macht unglaublichen Spaß, auch wenn es mich wirklich fordert. Aber so soll es auch sein. Vielen Dank schon mal für dieses interessante Thema. Ich bin sehr gespannt auf Deine weiteren Schritte. Die Hanbok Inspirationen sind der Hammer. Für mich eröffnet sich eine ganz neue Welt. Far Away….
    Liebste Grüße Susi

  20. says

    Liebe Alex,
    zu dem ausführlichen Kommentar, den Du verdienst, hat am Sonntag die Zeit nicht gereicht. Also erst einmal: Ich finde es total spannend, mal in andere Länder zu gucken und auch zu sehen, was die anderen sich aussuchen. Beim Ansehen der Beiträge haben sich mir ganz viele neue Horrizonte geöffnet. Am spannendsten ist wohl die Frage, wieviel von der nicht-europäischen Silhouette in den einzelnen Entwürfen übrig bleiben wird. Um deutliche Anlehnugen an fremde Kleidung zu tragen, braucht man manchmal ganz schön viel Mut (wobei ich mich glaube ich wesentlich wohler im Qipao als in z.B. einem Dirndl oder gar in der Spreewälder Tracht fühlen würde).
    Deinen Hanbok finde ich sehr attraktiv, und von der Silhouette gar nicht einmal so uneuropäisch. Du erwähnst ja selber das Empire. Wenn man sich mal die Geschichte der Mode ansieht, ist jede Silhouette irgendwie schon mal da gewesen. Menschliche Körper kann man vermutlich nur in einer begrenzten Zahl von alltagstauglichen Formen bedecken, will sagen: die Variationsbreite ist durch die Grundform eingeschränkt. :) Interressant sind immer wieder die Details, bei Dir diese absolut hinreißenden Kragen, die dann so speziell für die einzelnen Länder sind.
    Ich freue mich, an dieser Herausforderung zu arbeiten und bin sicher, dass wir alle eine Menge lernen werden und dabei haufenweise Spass haben.
    Liebe Grüße, Stefanie

    • alex1 says

      Hallo Stefanie,

      ich finde dieses Thema auch sehr spannend und bin seit gestern total neidisch auf Susis russische Kleider. ;-) Im Ernst jetzt: ja, je mehr man hinguckt und dann noch mal in unsere Geschichte zurückguckt, desto mehr erkennt man manche Formprinzipien wieder. Es gibt auch viele norddeutsche Trachten, die im frühen 19. Jh. mit sehr hoher Taille und sehr weitem Rock getragen wurden. UNd ich bin auch völlig Deiner Meinung: da, wo’s wirklich anfängt, kniffelig zu werden ist bei der Frage: wie mache ich aus dem Bilderrausch der Inspiration was, was ich auch anziehen werde. UNd das trotzdem an seinen Ursprung erinnern.

      LG

      Alexandra

      • Fragolinchen says

        “wie mache ich aus dem Bilderrausch der Inspiration was, was ich auch anziehen werde. UNd das trotzdem an seinen Ursprung erinnern.”

        Bei dieser Frage stecke ich gerade fest. Ich hab’ bisher leider kaum Fotos eines Alltags-Hanboks entdeckt (oder man erkennt so gut wie nichts darauf). Denn unsere wunderbaren Inspirationsquellen sind doch alle eher für einen besonderen Anlass und – zumindest für meinen werktäglichen Alltag kaum kompatibel.

        Bei vielen modernen Kreationen wird das Jäckchen durch ein Brustband ersetzt (laut meiner Recherche trug man das zu einer bestimmten Zeit auch so). So erinnern sie sehr an europäische Sommerkleider, die auf alle Fälle auch in unseren Breiten tragbar sind – aber ich bin mir nicht sicher, ob man den Ursprung noch erkennen kann, wenn keine Asiatin, sondern eine Europäerin drinsteckt. Und es dann ein “stinknormales” Sommerkleid ist? Vermutlich müßte man dann doch noch Farben dazu nehmen und sich nicht nur auf die Silhouette beschränken?

    • Fragolinchen says

      Ja, dass sich die Silhoutten rund um den Erdball doch irgendwo ähneln, habe ich auch schon festgestellt. Der “Teufel” steckt im Detail. Oder aber am Muster der Stoffe und ihren Farben. Hanbok und europäisches Empirekleid – sie lassen sich eigentlich nur durch die Farbkombi und Accessoires oder kleinen Nähdetails unterscheiden und zuordnen.

      Ich glaube mittlerweile, daß die Fremdartigkeit eines Kleides nicht so sehr durch die Silhouette, sondern vielmehr durch Kragen- und Ärmelformen, Farben, Musterung des Stoffs und Accessoires bestimmt wird. Es wäre ein interessantes Experiment, wie z.B. ein Qipao mit einem “europäischen” Stoff(muster) wirkt.

      • alex1 says

        Guck mal, ob bei 3Sat noch In The Mood for Love in der Mediathek ist. Das ist ein Spielfilm, der im Hong Kong der 60er spielt und die Qipaos sind alle aus sehr 60s mäßigen Stoffen. Aber trotzdem noch als solche zu erkennen.

        • Fragolinchen says

          Danke für den tollen Hinweis. Ich hab’s zwar leider nicht mehr in der Mediathek gefunden, dafür aber einen kurzen Trailer dazu – mit etlichen Qipaos.

          Ja, ich muss Dir recht geben, dass bei sämtlichen Modellen, bei denen keines aus “typisch asiatischem” Stoff war, der Qipao deutlich zu erkennen war. Trotzdem glaube ich, lag das nicht an der Silhouette an sich, sondern an den Details: dem kleinen Stehkragen und dem asymmetrischen Verschluß im Oberteil.

          Ich für meinen Teil werde daher bei der Adaption größeren Wert auf diese typischen Details als auf Silhouette oder Farben legen.

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