Da sind wir wieder. Meine Abreise und unser aller Finale rückt näher. Wie sieht’s bei Euch aus? Waren die Nähgötter hold oder hat das Leben gnadenlos zugeschlagen, wie es das immer gerne tut, wenn man sich was vorgenommen hat?

Was ich bei diesem Sew-Along einmal mehr gelernt habe (komisch, die wichtigen Lektionen muß man offensichtlich mehrfach lernen), ist dies: Alles, was wert ist getan zu werden, wird man TROTZ_DEM tun müssen. Es wird sich so gut wie immer etwas in den Weg stellen. Freien Durchmarsch bis zum Ziel zu erwarten, ist also gar nicht sinnvoll.

Und da sind wir schon mittendrin im heutigen Schwerpunkt: flexible response. Wie ist die Lage? Was bleibt zu tun? Und ist das auf konventionellem Wege noch möglich? Wenn nicht, was dann?

Hier bleibt Folgendes zu tun (Stand: Samstagabend, 21:00 Uhr):

Zweite Knopfleiste und Kragen annähen.

Knopflöcher nähen und Knöpfe annähen (Letzteres ginge zur Not noch im Auto. Ist ja doch ne ganz schöne Strecke und wir sind vier Fahrer, die sich abwechseln können.)

Ärmel nähen und einsetzen.

Säumen.

Und, wenn ich das wirklich noch versuchen will, vor Abfahrt:

Futter einnähen.

Gerade bin ich angesichts der recherchierten Temperaturen sehr versucht zu sagen: Ich näh lieber noch den passenden Rock fertig (Saum, Bund), als das ich mich noch mit dem Füttern auseinandersetze. Aber ich warte einfach mal die Ergebnisse des morgigen Tages ab.

Insgesamt bin ich (noch) zuversichtlich, weil es bis jetzt, wenn ich denn zum Nähen kam, flott voran ging. Erstens sind die Arbeitsschritte bei meinem jetztigen Wissensstand relativ übersichtlich (trotz der eher spärlichen Anleitung), zweitens macht der Stoff keine Mucken. Nur etwas unwendig wird’s jetzt langsam, wo so alles aneinanderhängt und man gegen die Eigenbewegung eines großen Stoffstückes kämpft. Selbst mein Materialexperiment mit dem Volumenvlies für den Kragen scheint zu funktionieren. Gebügelt sieht er jedenfalls schon mal toll aus. Aber er ist noch nicht am Mantel.

Realistisch hab ich noch heute, sowie Montag- und Dienstagabend. Mittwoch muß ich abends arbeiten und dementsprechend morgens packen, denn am Donnerstag geht’s um sieben los.

(Die ersten Leser müssen leider wieder mal mit einem post ohne Bilder Vorlieb nehmen. Vor lauter nähen, kochen, Wäsche machen und arbeiten bin ich wieder nicht zum Dokumentieren gekommen. Photos werden aber im Laufe des Tages nachgereicht.)

Korrektur: Sonntagmittag, 14 Uhr: eigentlich wollte ich längst bei den Ärmeln sein. Aber nachdem ich die Belege fixiert hatte und den Kragen noch mal in Form bügeln wollte, mußte ich leider feststellen, daß ich auf ganzer Länge die Nahtzugabe für diesen fiesen Stoff zu kurz zurück geschnitten habe. F***! Also: neuen Kragen nähen und den Ganzen Schamott noch mal auftrennen.

So, jetzt zu Euch. Was geht noch? Was ist schon fertig? Knallen schon irgendwo die Champagnerkorken? Habt Ihr Euch auch unterwegs von kleinen Seitenprojekten ablenken lassen? Braucht jemand Hilfe oder nen doppelten Espresso? Wie sieht’s aus, Mädels?