Wow, Ladies!  Steffi und ich sind ziemlich geplättet und höchst erfreut, daß so viele von Euch mitmachen. Herzlich willkommen also und in bestem Ruhrpöttisch: Give it your best shot! Äh: Haut rein.

Das ist der Hafen von Arromanches, Spätsommer 20008.

Denkt Euch die letzten Betonbrocken weg und Ihr habt den Hafen von Arromanches 1943.

Das ist der Hafen von Arromanches während der Landung der Allierten 1944.

Genau. Unmöglich ist gar nichts.

Die Zeit ist knapp. Das wissen wir alle. Aber: Eine reguläre Theaterproduktion hat auch nur sechs Wochen. EIN genähtes Teil sollte also machbar sein.

Deshalb lege ich Euch aus weiser Theatererfahrung ans Herz, einen Gang runter zu schalten. Was nicht heißt, jetzt erstmal ein heißes Bad und Kakao mit Sahne und so, nene, was das heißt, ist dieses: nicht hudeln, nicht hetzen, keine short-cuts (jedenfalls jetzt noch nicht), sondern konzentriert und mit totaler Zen-Attitüde ans Werk gehen. (Also, im Wesentlichen sage ich das mir.*Fingernägel knabber.)

Als nächstes empfehle ich Euch, Euch für die Zeit des Himmelfahrtskommandos ein alter ego zuzulegen. Ich schwanke noch zwischen Lee Marvin in Das dreckige Dutzend und Harvey Spector aus Suits. Vermutlich zuerst der Drill Segeant und dann der beste gottverdammte closer ever.

Und damit wären wir jetzt wirklich bei der Sache:

Was ist Euer Auftrag, compadres?

Ihr wollt an Himmelfahrt vor Gott und der Welt  WAS GENAU zum ersten Mal austragen?

Für welchen Schnitt habt Ihr Euch entschieden?

Und für welchen Stoff?

Werdet Ihr große Veränderungen vornehmen oder ist es im Anbetracht der Zeit sinnvoll, auf einen Schnitt zuzugreifen, von dem Ihr wißt, daß er paßt?

Näht Ihr ein Probeteil? Habt Ihr gar gestrebert und schon eins genäht?

All diese Fragen interessieren uns heute.

Ich fahre über Himmelfahrt in die Normandie. Wie in jedem zweiten Jahr grübele ich mit Beginn des Frühjahrs darüber nach, was zum Teufel ich denn zum Anziehen mitnehme. Schließlich schafft es die Französin an sich, noch im Morgendmantel chic auszusehen. Ich hingegen hatte beim letzten Besuch das Gefühl, nur mehr die letzten noch passenden Sachen zusammengekramt zu haben. Ich brauche also ein paar wirklich tolle Kleidungsstücke zum Mitnehmen.

Seit ich Casablanca gesehen hatte, wollte ich einen Trenchcoat. Irgendwann kaufte ich mir einen. Nach der Schwangerschaft blieb er zu klein. Also wollte ich einen neuen. Und da beginnt diese Aktion.  Steffi und ich unterhalten uns per twitter über diesen Trenchcoat. Ich hatte den Curser schon auf dem ZurKasseGehen-Button und dachte plötzlich: „Obacht Gerull, Du hast doch letzten Herbst schon diesen Schnitt gekauft.

Was spricht denn gegen den?“ Ja, das ist kein Trenchcoat, aber ein sehr schöner, cleaner Schnitt.

Klick hin, klick her. Dilemma bei twitter vorgetragen. Klick hin, klick her. Bauchgefühl gefolgt. Steffi bestellte bei sewaholic und ich entschied mich für la Veste Pavot. Schließlich fahre ich nach Frankreich. Also ein französischer Schnitt, non?

Nun ja. Wie immer: Triffste ne Entscheidung, fragste Dich, ob das ma so sinnig war. Also ich meine Mini-Me rausgeholt und mich reingezeichnet in den Mantel. Laune sank. Irgendwie nicht wirklich bombig. Konnte aber an meinen Zeichenkünsten liegen. Aber Entscheidung getroffen, auf keine Fall die Taille irgendwie zu betonen.

Dann Bilderrecherche. Der Mantel ist ja im französischsprachigen Teil der blog-Welt schon ein paar Mal genäht worden. Richtig umgehauen haben mich nur zwei Wintervarianten, beide gefüttert – was die Anleitung nicht vorsieht – beide aus etwas volumigerem Stoff. Folglich hab ich mich trotz der Kürze der Zeit entschieden, ihn zu füttern und Einlage hab ich auch gekauft (die sieht die Anleitung auch nicht vor) und für den Kragen, der in wirklich jeder Variante, bis auf die in Cord, total ebsig aussah, hab ich sogar ganz dünnes Volumenvlies genommen. Schaun mer mal.

Konsequenterweise werde ich also ein Probeexemplar nähen. Zumal die 46 wohl für französische Figuren geschnitten ist und ich den Schnitt noch ganz ordentlich vergrößern muß. Ich hab noch eine halsbrecherische Idee im Bezug auf die Taille. Aber damit gehe ich erstmal zu Waltraud. (Die Nachbarin der Schwiegervaters und Schneidermeisterin im Unruhezustand.)

Und da mir die ganz schlichte Version oben zwar gut gefällt, aber ich doch immer noch irgendwas anders machen muß, hab ich einen Jaquard gekauft, den ich für den Unterkragen nehmen werde und für zwei Paspeln rechts und links der Knopfleiste. (Äh, ja. Es gibt eine Variante mit Kragen!) Ich hatte mit dem Gedanken gespielt, ein Kontrastgarn für das Absteppen zu kaufen, ihn aber auf Grund seines Streßfaktors wieder verworden. Dafür hab ich so wundervolle Knöpfe gefunden, daß ich eigentlich nichts machen muß, als die Knöpfe irgendwo dran zu nähen. 😉

Hier also ist mein Stöffchen – der kleine stretch-Anteil macht mir etwas  Sorge – und dazu Futter, der Jaquard für Kragen und Paspel und die weltwunderschönsten Knöpfe.

So. Und jetzt Ihr. Der Reihe nach vortreten und Euren Auftrag vorstellen. Wir sind gespannt.