Ich hatte mir den Januar freigegeben – von allen möglichen Dingen. Vor allem von den vielen Solltest und Mußt Du nicht.
Trotzdem hab ich mittlerweile was genäht. Nicht die Leichen und Überhänge aus dem letzten Jahr, sondern lauter Lustobjekte.
Diesen wunderbaren blauen Jersey hatte ich vor Weihnachten noch gekauft, in der vollkommen irrigen Hoffnung daraus noch ein festliches Oberteil für die Festtage zaubern zu können.
Nun also hat es meinen heißgeliebten selbstkopierten 80erJahre-Fledermausärmelschnitt abbekommen, die erste Schleife, die ich für Seeräuber-Jennys zweites Weihnachtskleid genäht hatte und einen von den aasig teuren Knöpfen, die ich vor ein paar Wochen in meinem Lieblingsstoffladen kaufen MUßTE.
Der Jersey fällt toll und fühlt sich super an, aber meine Maschine mochte ihn nicht so recht. Die Ärmelsäume sind dementsprechend ein wenig gehudelt. Angezogen fühle ich mich sehr beschwingt darin. Einziger Wehmutstropfen: der recht weit gewordene U-Bootausschnitt ist nicht wintertauglich – und mit dem Schleifchen dran geht nun auch nichts mehr drüber und noch was drunter gnubbelt auch. Könnte es dann jetzt also einfach Frühling werden, damit ich mein wunderbares Riviera-Shirt täglich austragen kann?
Als ich die Knöpfe kaufen war, bestand meine Mission eigentlich darin, für ein verspätetes Weihnachtsgeschenk für eine Freundin einen winterlichen Rockstoff zu kaufen. Hab ich auch. Schließlich waren die Winterstoffe ja schon ordentlich reduziert. Unter anderem auch diese Schönheit.
Erst zuhause habe ich dann festgestellt, daß mir die falsche Seite des Stoffs noch besser gefiel, die Knöpfe allerdings mehr Kontrast brauchten, um zu wirken. Also hab ich mich ratzifatzi für den anderen Schnitt in der letzten Ottobre entschieden und das Old Teacher’s Kleid zugeschnitten.
In 48!!! Und auch dann noch mit 4 cm Sicherheitsnahtzugabe an allen Seiten. Und die hat es zwischen Ober- und Unterteil auch gebraucht, denn sonst säße die Taille nun vermutlich unter meinen Achselhöhlen. Kann mal jemand Schnitte noch nach Cup-Größen einordnen? Ja, und ich hätte nicht nur Brustumfang und Rückenlänge im Schnitt nachmessen müssen, sondern eben auch meine Ländge über meinen Busen (der, wie mir die kompetente Verkäuferin beim BH-Kauf am Wochenende zuvor mitgeteilt hatte, post-Stillen bei D!!! stehen geblieben ist).
Noch behagt mir der sehr hohe Sitz der Taille nicht, weshalb ich seit letzten Freitag nicht weiter am Kleid gearbeitet habe. Lieber erst mal Rat mit der Schneiderin im Nähkurs halten. Stoff und Schnitt zusammen finde ich aber sehr gelungen – und beim Futter hab ich mich für Pink entschieden.
Da mir der sehr 60s anmutende französische Abnäher am Kleid so gut gefallen hatte und eins meiner Nähziele für die ersten Monate 2012 ist, meinen Oberteilemangel zu beheben, hab ich mir flugs noch das rosefarbene Hemd vorgenommen, das ich schon vor Ewigkeiten seziert hatte.
Soweit, so gut. An manchen Stellen wird es mit dem Stoff allerdings sehr knapp. Deshalb grübele ich nun über den Verschluß – im Rücken – nach und über die Länge. Ich könnte natürlich eine sehr kurze Bluse daraus machen und einfach auf Taillenhöhe aufhören. Da ich nun aber eh schon über einen schwarzen Peter-Pan-Kragen fantasiere, könnte ich natürlich auch noch schwarze Godets einsetzen und der Bluse so die nötige Weite geben.
Die Apothekenknöpfe würden auf die Bluse wunderbar passen, aber so große Knöpfe auf dem Rücken? Wer soll sich denn damit noch anlehnen können? Vielleicht nur einen oben? Und einen zu reinen Dekozweken vorn? Grübeldiegrübel.
Es gibt also noch einiges auszupuzzeln.






