Diese Leute, die am 1. Januar glasklar haben, was sie vom Rest des Jahres wollen?
Zu denen gehöre ich nicht.
Nicht falsch verstehen: Mit dem Jahreswechsel setzt auch bei mir das Wünschen, Planen und Spekulieren ein. Aber bis 23 Uhr 59 am 31.12. bin ich zu sehr mit Spekulatius und dem gegenwärtigen Jahr beschäftigt, als das meine Gedanken weiter wollten als bis zum ausgeschlafenen nächsten Morgen. Dieses Jahr hab ich noch nicht mal einen Kalendar gekauft. Im Janaur erst fang ich an, das vergangenen Jahr abzuschließen, zusammenzufalten und wegzulegen, was weggelegt gehört, damit Platz wird für das, was kommen soll.
Das Problem dabei? Ab Mitte Dezember bombardiert man mich mit Planungsaufforderungen. All den fürsorglichen newslettern und Medienberichten, deren Botschaft “Failing to plan is planning to fail” ist, möchte ich unentwegt zurufen:” Leute, ich lauf auf nem agrarischen Zyklus. Januar ist Winter und Winterzeit ist Ruhezeit. Oberirdisch ist Ruhe, damit’s im Dunklen in Ruhe rumoren kann.
Tu ich aber nicht. Stattdessen mache ich aus meiner fehlenden Planbereitschaft einen weiteren persönlichen Makel. Meinereins kriegt’s eben einfach schlicht nicht auf die Kette, am 01.01. mit sauber gepackten Material am Start zu stehen. Aus mir wird nie was. Jadadajada. Alte Platte, etc.
Wer das kennt, jetzt bitte einen großen Schluck heißen Tee nehmen und einmal tief ausatmen. Denn:
Ich behaupte jetzt mal, es geht auch anders.
Sei’s meine mir selbst verordnete Nachsicht meinen Schwächen gegenüber (schließlich hat mich gezielte Selbstverachtung 39 einhalb Jahre weder schneller, noch bissiger oder gar ehrgeiziger gemacht, warum also die nächsten 40 Jahre so weiter machen?) oder die Tatsache, daß ein defektes Auto und eine Monstererkältung hoch drei meinen Jahresanfang erheblich entschleunigt haben … ich jedenfalls hab mir die Erlaubnis erteilt, den Januar brach liegen zu lassen. Nichts muß, alles kann. Zeit, Unfertiges Letztjähriges zu Ende zu bringen oder zu entsorgen. Zeit aufzuräumen und zu reparieren. Zeit genug, schlafende Ideen aufwachen zu lassen. Februar ist Winter genug, um neu anzufangen. Bis dahin ist ausgesprochen ertragreicher Winterschlaf.
In diesem Sinne, liebe Leser: Einen entschleunigten, gleichwohl lustvollen Start in dieses neue Jahr!
P.S.: Trotz Winterschlaf wird hier aber wieder regelmäßig geschrieben. Promise.
P.S.2: Allen Erkältungsgeschädigten und den pflegenden Mamis rate ich für heute Abend: Kocht Hühnersuppe. Nehmt Omas altes Kochbuch oder das verstaubte handgeschriebene Rezept, ein frisches Suppenhuhn, Ingwer und Kokosmilch, wer’s unbedingt asiatisch will und macht Euch einen großen Topf voll köstlicher, dampfender, wohltuender Hühnersuppe. Es hilft. Versprochen.












6. Januar 2012 um 16:17 Uhr
Liebe Alexandra,
deine Art zu schreiben gefällt sehr! Du schreibst mir heut auch etwas aus der Seele. Ebenso sinnierte ich heut auf meinem Blog, wie man das Jahr wohl am Besten anfangen kann, ich bin für Seele sonnen!
Liebe Grüße,
Kirsten
6. Januar 2012 um 21:08 Uhr
Hallo Kiki,
Lassen wir also den Januar in Ruhe sein Ding machen, während wir uns entspannen und in die Wanne gehen.
schön, daß Du mal wieder vorbei geschaut hast. Freue mich sehr über Dein feedback. Manchmal ist Frau ja der irrigen Meinung, sie wäre die Einzige, die dies oder das so und nicht anders empfindet.