Wie das Eichhörnchen

Das sprichwörtliche. Mühsam, mühsam. Nicht besonders viel geschafft in den letzten beiden Wochen. Und dabei hatte ich mir einmal mehr so viel vorgenommen. Brrrr!

Immerhin: Ich hab meiner Hose noch mal den Bund abgenommen, ihn verkleinert und wesentlich ordentlicher wieder angenäht als beim ersten Mal. Sie sitzt jetzt besser, könnte aber noch  einen Touch enger sein an der Taille. Was nun machen? Noch mal auftrennen? Ich habe Bedenken, ob der recht grob gewebte Stoff das oben am Bund aushält. Und Lust hab ich auch keine dazu. So wie sie jetzt ist, zuppelt ich aber immer dran rum und am Po hängt die Hose recht unschön. Grübel.

Hat im Übrigen jemand einen heißen Tip für eine Buchquelle zum Thema HOSEN SCHNEIDERN?

Nach dem recht zügigen Start meines Reststück-ich-improvisier-jetzt-mal-Rocks macht er nun nur noch langsam Fortschritte. Der Reißverschluß ist drin und wirklich ganz ordentlich verschwunden und die zweite Borte wird wohl heut abend fertig angenäht sein. Dann sind Futter und Bund dran, denn ich hätte den Rock wirklich gerne diese Woche fertig.

Das einzige wirklich fertige genähte Stück, das ich aus den letzten zwei Wochen vorzuweisen habe, ist ein Pulli/ Shirt aus dem schön bedruckten Strickstoff, den ich vor Monaten gekauft hab. Als Vorlage diente mein auch schon gefreestyltes Fledermausarm-T-Shirt. Und diesmal mußte ich nicht mal die Ärmel neu ansetzen. Der Stoff lag breit genug. Bis auf den Saum – den ich die Schneiderin im Nähkurs hab mit der Cover nähen lassen – war das Oberteil am Ende eines sehr langen Abends, den meine Tante mit Rheinknie versüßt hatte, fertig und wurde in den Rock gesteckt auch prompt am nächsten Tag zu Omas 85. getragen.Und seit dem noch einige Male mehr. Yeah!

Und dann hab ich nach dem roten Schal noch einen in einer dünneren, weicheren Farbverlaufswolle nachgeschoben und den zum Geburtstag verschenkt. Die rote Filzwolle war zu dick. Der Schal fiel dementsprechend überhaupt nicht so leicht, wie er fallen sollte. Version zwei ist aber sehr gut angekommen und in der Woche, in der ich da war, jeden Morgen zum Brötchen holen getragen worden. Noch mal yeah!

Die Vorlage war ja von purlbee und ich kann sie nur wärmstens empfehlen. In zwei Abenden à vielleicht je zweieinhalb Stunden gestrickt. Von der angegebenen Nadelstärke aber nicht täuschen lassen und dünneres Garn kaufen.

(Scusi für das miserable Licht. Fünf Minuten bevor ich gefahren bin, fiel mir ein, daß ich mein kleines Werk noch gar nicht fotografiert hab. Da war’s dann natürlich schon dunkel. Aaargh!)

Friday Night Dinner: Lachs in Pergament

Nein, es ist kein Trip in den Künstlerbedarfsladen notwendig. Ganz normales Backpapier tut hier seinen Dienst. Pergament hört sich nur besser an. Doppelt gelegt und über dem Fisch eingeschlagen funktioniert es in etwa wie der in den frühen 80ern aus der Mode gekommene Bratschlauch: Fisch und Beigelegtes garen in einem herrlichen Microklima der Aromen, das einem dann verführerisch in die Nase steigt, wenn man sein Päckchen direkt auf dem eigenen Teller öffnet.

Natürlich läßt sich der Lachs austauschen gegen das Fischfilet der eigenen Wahl. Wels funktioniert allerdings nicht so gut. Dafür lassen sich – bei etwas längerer Garzeit – auch Hähnchenfilets so zubereiten.

Dazu gibt es mit Gemüse gegarten Reis. Der macht auch nicht viel Arbeit und sieht hinterher toll aus. Kurzum: das ist ein feines Freitagabendessen, das man getrost auch Besuch auftischen kann.

Was braucht’s?

Backpapier

200-250g Lachsfilet pro Person

frischen Ingwer (oder aber den rosafarbenen, eingelegten japanischen, den’s sonst zum Sushi gibt)

2 unbehandelte Orangen (Blutorangen wären toll, aber es ist noch nicht ganz ihre Zeit)

Rohrzucker

pro Person einen Sternanis

1 großen Kaffeebecher Basmati- oder Jasminreis  (für Vollkornliebhaber gern auch Wildreis, dann Wassermenge im Rezept anpassen)

1 kleine Zwiebel

1 Paprikaampel

2 Möhren

Meersalz

Butter

Chilipulver oder aber eine kleine frische rote Chili

Pfeffer

Paprikapulver

Gemüsebrühe

 

Das ist zu tun:

Pro Person zwei ca. 30 cm lange Stücke Backpapier abreißen.

Orangen schälen und in 5 mm breite Scheiben schneiden. Ingwer schälen und in hauchdünne Scheiben schneiden. Wie groß das Ingwerstück sein muß, hängt von der Anzahl der Mitesser ab. Pro Päckchen Lachs drei Scheibchen Ingwer. Zwiebel fein würfeln, Möhren putzen und in Julienne schneiden (oder aber, wenn man keinen dazu praktischen Hobel hat, fein würfeln), Paparika putzen, entkernen und in mittelgroße Stücke schneiden. Die frische Chili mit aller gebotenen Vorsicht (Handschuhe, nicht die Augen wischen und so weiter) abwaschen, aufschneiden, die Kerne entfernen und feine halbe Ringe schneiden. Oder eben Chilipulver benutzen. Die Filets auf übersehene Gräten kontrollieren und selbige ggf. mit einer Pinzette herausziehen.

Backofen auf 180°C vorheizen. Zwiebeln mit etwas Öl in einem großen Topf anschwitzen. Dann den Reis hinzufügen und rühren, bis der Reis das übrige Fett aufgenommen hat. Möhren und Paparika dazugeben und ein paar Minuten anbraten. Dann zweieinhalb Becher heißes Wasser angießen und gut durchrühren, so daß alles, was sich vielleicht am Topfboden festgesetzt hatte, gelöst wird. Mit Gemüsebrühe, Paprikapulver, Pfeffer würzen. Dann den Deckel auflegen und die Hitze auf kleinstmögliche Stufe reduzieren. (Wer gern Ingwer mag, lasse sich nicht abhalten, auch hier ein Scheibchen mit reinzuwerfen.)

Zwei Blatt Backpapier übereinanderlegen. Zwei oder drei Scheiben Orangen auf das Papier legen, darauf ein Lachsfilet. Den Fisch mit ein paar Körnchen Meersalz bekrümeln und ein, zwei Chiliringe und drei Ingwerscheiben auflegen. Darüber noch eine Lage Orangenscheiben und darauf eine Viertelteelöffel Rohrzucker. Obendrauf den Sternanis. Dann das Papier längs über dem Fisch zusammenfalten und die kurzen Seiten wie beim Butterbroteinpacken knicken und unter das Paket stecken. Mit allen anderen Fischstücken ebenso verfahren.

Reis ausschalten, aber auf der heißen Platte stehen lassen. Fischpäckchen auf ein Backblech legen und in den vorgeheizten Ofen auf die mittlere Stufe verfrachten. Den Ofen auf 160°C zurückschalten. Je nach Dicke der Filets nach 15 bis 20 min. den Ofen ausschalten und spätestens fünf Minuten später den Fisch aus dem Ofen nehmen und servieren.

Wenn der Fisch im Backofen ist, ein gutes Stück Butter schmelzen. Den Deckel vom Reistopf lüften und den Reis probieren. Falls nötig nachwürzen, die Butter darübergießen und einmal vorsichtig durchrühren. Deckel wieder schließen und bis zum Servieren auf der warmen Platte stehen lassen.

Jedem Esser ein ungeöffnetes Päckchen Fisch auf den Teller setzen. Etwas Reis dazugeben und heiß, heiß, heiß auf den Tisch.

Es empfiehlt sich, einen leeren Teller mit auf den Tisch zu stellen für all die Sternanise, Ingwerscheiben und irgendwann die Pergamente, die nicht mitgegessen werden wollen.

Natürlich lassen sich die “Aromastoffe” im Fischpaket nach Lust und Vorrat variieren. Den Lachs auf ein Bett aus Fenchel zu packen ist auch fein. Ebenso im Frühjahr Bärlauch dazu zu tun. Oder Mandarinen und Kardamon in der Weihnachtszeit.

Und damit hinein in das erste ADVENTWOCHENENDE.

Zehn Dinge, die ich mir zu Weihnachten wünsche

 

1. ganz viele selbst gemachte Geschenke verschenken

2. viel, viel Zeit mit meinen beiden Männern und viel, viel Zeit ganz für mich ( was ist nur aus diesen endlos langen ersten Weihnachtsfeiertagen geworden, an denen man ein halbes Buch lesen konnte oder dieser stillen, nachmitternächtlichen Stunde mit nur mir und dem Tannenbaum?)

3. am 22.12. abends mit allen Vorbereitungen außer dem Baumschmücken fertig zu sein

4. Schnee – aber erst, wenn wir da sind, wo wir hin wollen

5. ein fertig gestricktes petrolblaues Paillettenkleid

6. meinen Clan zu treffen

7. Omas Grünkohl

8. da zu sein und nicht meinen Erwartungen hinterher zu hecheln

9. mich selbst in weihnachtlicher Stimmung

10. entspannte Festlichkeit – wenn’s so was gibt

 

Bin dann mal weg

Nach einem sehr hektischen Freitag, an dem ich nicht mal dazu kam, was Gescheites zu kochen, geschweige denn, ein schönes Rezept zu posten, geht’s heut für eine Woche auf Reisen. Und deshalb wird’s hier wohl sehr ruhig bleiben. Zurück spätestens am übernächsten Montag erholt und mit hoffentlich vielen fertig genähten Stücken.