Mama macht Sachen

15. Februar 2012
von alex1
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Me.Made.Mittwoch, die Dritte

Rock und Pulli selbstgemacht. Wobei der Pulli meiner Oma zuzuschreiben ist. Deren Stricktalent und -ausdauer hab ich es zu verdanken, daß ich relativ warm durch die fiese Frostperiode gekommen bin. Dieser Pulli ist bereits recycled. Ursprünglich sah er anders aus und war auch viel größer. Nun hab ich zwei in dieser Farbe und schon so lange, daß ich nicht mal mehr sagen kann, von wann der ist. Aber immer noch fleißig in Benutzung.

Die Schuhe hatte ich zum Standesamt an und danach nicht mehr so oft. Wer ist schon so blöde und kauft schwarzes Wildleder? Ich natürlich. Jedes Mal, wenn sie zu nem Outfit passen würden, denke ich nur: ‘Och, nö. Hinterher kriegst Du sie gar nicht mehr sauber. ‘ Und so bleiben sie im Schrank. Die erste Runde Photos sah mich noch in Filzpantoffeln. Was ich erst beim ersten Durchsehen bemerkte. Hui. Somit kamen diese Schätzchen zum Einsatz. – Eigentlich sollte ich die häufiger tragen.

Der Rock ist mein Weihnachtsrock und jedes Mal, wenn ich ihn anziehe, bin ich stolz auf mich. Ganz allein gemacht (auch ohne Schnitt) und das in sehr kurzer Zeit.

Und da in sehr kurzer Zeit – bis nächsten Dienstag nämlich – noch drei Teile fertig werden sollen, wird dies heut auch ein ganz kurzer Post.

Sehr viel mehr Selbstgemacht-Selbstgetragenes gibt’s wie jeden Mittwoch bei Cat.

13. Februar 2012
von alex1
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Frühling – Sommer 2012

Auch wenn draußen Schnee liegt: aus dem einen oder anderen Schaufenster lacht der Frühling schon. Höchste Zeit also, mir Gedanken zu machen, was ich im Frühling und Sommer tragen möchte. Denn das will ja erst noch genäht werden.

Da ich schon bei den Kaufklamotten immer einen Hang zu unkombinierbaren Solitären hatte, hielt ich es für sinnvoll, mir dieses Jahr grundlegende Gedanken darüber zu machen, was ich anziehen will, damit auch mal ein paar Kombinationen im Schrank hängen, die ich ohne Kopfzerbrechen greifen kann.

Auftritt: die gesammelten Modemagazine der letzten drei bis vier Jahre.

Schritt eins: alles rausreißen, was mir gefällt. (Ja, Ladies, ich hab’s rausgerissen, denn echt jetzt mal: zum Rumstehen und Verstauben waren die Dinger zu teuer und ich wollte meine geeselohrten Seiten alle vor mir auf dem Tisch.)

Schritt zwei: Kategorien bilden. Was liegt warum auf dem Tisch und was gehört noch dazu?

Und das ist das Ergebnis:

Ich mag die momentan rollende Retrowelle, denn: ich liebe rosig, puderige Farebn, ich liebe Lady-Style und ich finde, mein Leben kann mal wieder etwas Glamour gebrauchen.

Daraus ergibt sich:

Die Farbpalette:

Helles Khaki als neutrale Basis und dazu Rosa-, Rot- und Aquatöne. (Die letzten drei sind eh schon im Kleiderschrank vertreten und werden nur ausgebaut.)

Gerade im Sommer ertappe ich mich dabei, immer wieder auf die Klassiker zurück zu kommen, was die Muster angeht: Streifen und Tupfen. Ganz grandios finde ich aber auch die Kombination von Blumigem und Streifen.

Also: Blumen und Animalprint als Akzente, hie und da.

Und Retro und Lady geht eigentlich nicht ohne Schleifen, nicht? Ginger würde Schleife tragen. In jedem Fall.

Obwohl: Gerade  finde ich das Spiel mit Textur und Durchsichtigkeit viel spannender als plakative Muster.

Formen, an denen es kein Vorbeikommen gibt bei mir:

Der V-Ausschnitt. Und die weite Hose. Bevorzugt aus Leinen.

Oder doch mal so ne schmale 3/4 Hose probieren? Aber wirklich schmal wird sie bei mir ja eh nicht. Hm …

Auf der haben-muß-Liste in jedem Fall:

ein enges, Joan Holloway gewidmetes Kleid (aus einem Stoff mit nem hohen Stretchanteil)

und ein easy-peasy Kleidchen für jeden Tag:

Dazu den einen oder anderen knielangen, etwas weiteren Rock (Kopfnicken in Richtung 50s) und diverse schnuckelige Oberteile in allen Tönen, zu denen eine Pfingstrose fähig ist.

Nächster Schritt? Schnitte ausfindig machen.

Und was zieht ihr diesen Sommer an?

 

 

8. Februar 2012
von alex1
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Me. Made.Mittwoch. Nummero zwei

Ich liebe diesen Rock! Er ist nämlich nicht nur kariert und vollkommen ohne Schnitt selbstgenäht, sondern auch noch mollig warm. Yeah! Ich liebe auch mein graues Fledermaus-Shirt. Und hab es seit Fertigstellung im November ziemlich oft angehabt und leider auch oft waschen müssen. Weshalb es aus der Nähe nun schon so aussieht.

Die 10€ für den Meter sind wohl nur durch das Muster zu rechtfertigen, nicht durch die Stoffqualität. Naja. Hält mich momentan nicht davon ab, es anzuziehen. Mit noch nem und noch nem T-Shirt drunter. Wirft aber die Frage auf nach Prüfkriterien für Stoffe und ihre Güte.

Das Brot ist natürlich auch selbstgemacht, wenn auch schon gestern. Es ist nach dem Wurzelbort-Rezept aus dem Zeitmagazin von vorletztem November gemacht und einfach ein Traum für Brotbäcker, deren Angstgegner Hefeteig heißt. Und es ist was für Faule. Zutaten zusammenmixen (ich nehm immer ne große Gabel), 12 – 15 Stunden im Kalten in Ruhe lassen (Rezept sagt: Kühlschrank; ich sach: mein Treppenhaus ist kalt genug), Ofen nach dem Aufstehen vorheizen, duschen gehen, frisches Brot frühstücken.

Mehr wunderbare selbstgemachte Kleidung gibt’s wie immer mittwochs hier.

2. Februar 2012
von alex1
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Äpfel, Sanduhren, Problemzonen und die Frage: Was steht mir?

Oder:  Der Gaderoben-Queste zweiter Teil

Oder auch: Meine Gedanken zu Meikes Nähfragezeichen Nummero 25

Äpfel sind meist lecker, saftig, knackig und irgendwie rund. Sanduhren hingegen eigentlich zwei mit der Spitze aufeinander zeigende Dreiecke. Und bei Problemzonen sollte frau eher an Afghanistan, Iran, Irak oder Fukoshima denken, nicht an den eigenen Körper.

Braucht jemand, die sich seit 10, 20 Jahren alleine anzieht, tatsächlich noch Beratung hinsichtlich der Klamotten, die ihr stehen? Und was heißt ‘stehen’ in diesem Falle überhaupt?

Hm.

Fangen wir mal mit Letzterem an. Ich finde, daß mir Pink ganz hervorragend steht. Und trage es dementsprechend gerne. Allerdings hab ich nach einer ziemlich fiesen Bemerkung, die ich  so circa 9. Klasse zu meiner damaligen Lieblingsbluse – pink, Rüschen – abbekam, gute 10 Jahre gebraucht, um zu dieser Farbe zurückzukommen. Und es gibt heute noch Tage, an denen ich mich nicht in Pink vor die Tür traue. Und es gibt heute noch Tage, an denen ich mich in Pink im Spiegel sehe und mit Genugtuung denke, daß die beiden blöden Gänse damals nur neidisch waren.

Halten wir also mal fest, daß sich hinter der simplen Frage ‘welche Klamotten stehen mir’ eine komplexe, mitunter toxische Gemengelage an Normen, Konventionen, Selbst- und Fremdbildern verbirgt.

Und da sollen nun fremddefinierte, wertbesetzte Typenbezeichnungen Klarheit, Sicherheit oder auch einfach nur Entscheidungsbeschleunigung bringen (im Sinne von: brauch ich gar nicht mit in die Kabine nehmen bzw. den Schnitt brauch ich gar nicht erst abzupausen).

Nochmal: Hm.

Klar hab ich neulich sofort den online-Test gemacht, der meine Körperform bestimmte und mich klammheimlich gefreut, eine Sanduhr zu sein. Ist doch die Sanduhr – also die Frau mit ausgeprägtem Busen und ausgeprägten Hüften und einer dazwischen deutlich sich verjüngenden Taille – die weibliche Körperform, die ich am schönsten finde. Aber halt! Finde ICH die wirklich am schönsten? Und warum? Oder war ich ob des Testergebnisses nur ein Wenig über meinen Bauch hinweggetröstet?

Letztlich kocht die Gemengelage bei mir wohl ein auf die Frage, ob Frau auch mit Größe 46 noch weiblich, sinnlich, attraktiv sein kann und darf. Und ich vermute schwer, daß ich damit nicht die Einzige bin.

So, nu weiß ich also, daß ich eine Sanduhr bin und bin keine Spur entspannter. Was jetzt?

Sehen wir’s mal technisch. Unser Körper ist eine dreidimensionale Form. Er wölbt sich hier vor, da zurück. Wichtiger als seine generelle Typenbezeichnung zu kennen, scheint es mir zu sein, eine präzise räumliche Vorstellung von ihm zu gewinnen, besonders dann, wenn man für ihn nähen will.

Mit den Körperformenkategorien verhält es sich da wohl ähnlich wie mit den Größen. Sie geben eine bestimmte Richtung an. Man hüte sich aber davor, die als Vorgabe oder Ausschlußkriterium zu verstehen. Nur weil mein Busen einen 46er Umfang braucht, heißt das noch lange nicht, daß meine Schultern auch ne 46er Bluse ausfüllen. Und obwohl ich also eine Sanduhr bin, werden Klamotten, die in der Körpermitte hautnah anliegen bei mir nicht besonders dolle aussehen, weil dann das Leberwurstpellensyndrom auftritt. Sprich ich wölbe mich an meiner schmalsten Stelle nach vorn und wieder zurück und wieder nach vorn. Und nur weil die einschlägige Literatur für die Sanduhr eine Betonung des Busens anrät, heißt das ja noch lange nicht, daß busentragende Sanduhren damit auch entspannt umgehen können / wollen etc.

Bleibt die Frage, woran orientiere ich mich denn jetzt, um zu klären, ob mir was steht?

An der eigenen Trageerfahrung. Kleiderschrank öffnen, alle Lieblingsteile rausnehmen, anziehen und sich damit vor den Spiegel wagen: Dann genau analysieren, was warum so funktioniert. Das dann als Anhaltspunkte beim Kleiderkauf bzw. der Stoffauswahl.

Zusätzlich: Auch beim Nähen ab und an was riskieren. Ja, leider kann man erst anprobieren, wenn man schon Arbeit investiert hat, aber Versuch macht kluch, wie mein alter Chemielehrer immer sagte. Wenn man wieder und wieder zu einem Schnitt zurückkommt und denkt: ‘den würd ich ja schon mal gerne’, dann muß man’s halt riskieren. (Aside: Ist das mit Männern wesentlich anders?)

Gut, nun.

Also – was steht mir ( im Sinne von: was ziehe ich gerne an und fühl mich darin umwerfend):

V-Ausschnitte, gerne tiefer, gerne an schwarzen taillenkurzen Pullis.

generell alle Ausschnittsformen, die meinen Busen und meine Schultern betonen

Empire: ja; A-Linie: nein

Röcke: Bleistiftform oder aber was schräg Geschnittenes, was den Körper umspielt; mein Brautkleid sprang unterhalb des Knies auf (Meerjungfrau, also), das sah auch toll aus, allerdings war ich da leichter – um Einiges; Faltenröcke mit nicht zu vielen Falten (Tellerröcke sind zur Zeit zu voluminös);

Rocklänge: bis knapp unters Knie oder aber gerade unterhalb der dicksten Stelle meiner Wade; aber eher die kurze Variante

generell wohl: an den Stellen, an denen ich schon voluminös bin, nicht noch extra was draufpacken

dementsprechend mag ich meine Kleider eher auf Körper geschnitten als wallawalla, aber eben auch nicht Leberwurstpellen eng

Oberteile: tailliert und kurz unter der Taille endend; gerne Fledermausärmel, gerne Ärmel, die unten etwas bauschiger sind, gerne auch 3/4 Arm, weil ich alles Längere eh gleich wieder hochschiebe oder – schlage; Puffärmel hab ich noch nicht ausprobiert, obwohl ich die beim Ansehen meist schön finde

Hosen: weites, aber nicht zu weites Bein; mit hohen Schuhen auch mal Bootcut; auch immer angenehm: Stretch-Stoffe (ich sach nur: die Stretchcord-Marlenes von Noa Noa von vor vier, fünf Jahren: ein Traum!)

Kleider: in einem Stück geschnitten sieht besser aus als angesetzter Rock; meistens muß ich am Vorderteil den Taillenabnäher stark verkürzen

Gürtel geht gar nicht! Oberteile, Kleider, Mäntel dürfen gerne auf Taille geschnitten sein, aber eben nicht da gebunden

Farbe und Muster: gerne. Wobei ich zum Selbstnähen erstmal uni und Kleingemustertes vorziehe – ist nervenschonender!

Im Allgemeinen mag ich es in der Form lieber clean. Hier und da mal ne Falte, ein Drapee unterm Busen, aber ich bin kleine Volant- und Rüschenträgerin. Visuelle Abwechslung mag ich lieber über Textur und Muster des Stoffs.

Ach ja: ich bin eine Sanduhr! So wie Monica Bellucci, Sophia Loren, Marilyn Monroe. Sagte ich das schon? Oh. Aber das ist ja auch nicht sooo relevant, nich?

P.S.: Bei Gertie gibt’s eine Menge Lesenswertes zu Körperbildern und der Frage, was die mit unserem Kleidungsstil zu tun haben. Einer der posts geistert mir immer wieder durch den Kopf, wenn ich einen dieser Tage habe, wo nicht mal ein Kleid von Lanvin mich lächeln machen könnte. Sie zitiert da einen Text von Eve Ensler. Den sollte sich frau eigentlich auf den Spiegel schreiben!

 

 

 

 

1. Februar 2012
von alex1
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Me. Made. Mittwoch. Mein erster!

Okay, okay, ich gebe es zu: Als ich heute morgen bei strahlendem Sonnenschein und feinen Minustemperaturen zur Bank lief, hatte ich ne Hose und Stiefel und diverses anderes Zeug an. Aber wer will das schon sehen / tragen? Right?

Zurück Zuhause zog Sohnemann die Draußenhose aus und ich mein neues Shirt an. Und ein passendes Röckchen dazu. Wir haben ja schließlich Heizung. ;-) Und so sieht mein erster Me.Made.Mittwoch. frühlingshafter aus, als es das Wetter in Südwestfalen hergibt. Ganz gleich, nach diesen vielen trüben Tagen muß Farbe ins Spiel.

Der Schnitt für den Rock ist der Wickelrock aus der August Burda vom letzten Jahr. Super easy zu nähen und ich liebe ihn heiß und innig. Wie sagte meine Cousine neulich: “Die Farbe ist so präsent.” Right on, girl.

Ah, Momentchen mal, da fehlt noch wer.

Jaaa, mein pinkie Lieblingstuch hatte ich für den Großteil des Tages um – und nein, das ist nicht selbstgemacht. Dafür macht sich der junge Mann ja ganz gut.

Das ist es nun aber. Und ja, ich halte mich an der Wand fest. Jemand hätte den Moment festhalten sollen, als ich mich zum ersten Mal mit dem neuen T-Shirt im Spiegel sah. Das Strahlen ließ sich leider nicht mehr herstellen.

31. Januar 2012
von alex1
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3 mal neu

Ich hatte mir den Januar freigegeben  – von allen möglichen Dingen. Vor allem von den vielen Solltest und Mußt Du nicht.

Trotzdem hab ich mittlerweile  was genäht. Nicht die Leichen und Überhänge aus dem letzten Jahr, sondern lauter Lustobjekte.

Diesen wunderbaren blauen Jersey hatte ich vor Weihnachten noch gekauft, in der vollkommen irrigen Hoffnung daraus noch ein festliches Oberteil für die Festtage zaubern zu können.

Nun also hat es meinen heißgeliebten selbstkopierten 80erJahre-Fledermausärmelschnitt abbekommen, die erste Schleife, die ich für Seeräuber-Jennys zweites Weihnachtskleid genäht hatte und einen von den aasig teuren Knöpfen, die ich vor ein paar Wochen in meinem Lieblingsstoffladen kaufen MUßTE.

Der Jersey fällt toll und fühlt sich super an, aber meine Maschine mochte ihn nicht so recht. Die Ärmelsäume sind dementsprechend ein wenig gehudelt. Angezogen fühle ich mich sehr beschwingt darin. Einziger Wehmutstropfen: der recht weit gewordene U-Bootausschnitt ist nicht wintertauglich – und mit dem Schleifchen dran geht nun auch nichts mehr drüber und noch was drunter gnubbelt auch. Könnte es dann jetzt also einfach Frühling werden, damit ich mein wunderbares Riviera-Shirt täglich austragen kann?

Als ich die Knöpfe kaufen war, bestand meine Mission eigentlich darin, für ein verspätetes Weihnachtsgeschenk für eine Freundin einen winterlichen Rockstoff zu kaufen. Hab ich auch. Schließlich waren die Winterstoffe ja schon ordentlich reduziert. Unter anderem auch diese Schönheit.

Erst zuhause habe ich dann festgestellt, daß mir die falsche Seite des Stoffs noch besser gefiel, die Knöpfe allerdings mehr Kontrast brauchten, um zu wirken. Also hab ich mich ratzifatzi für den anderen Schnitt in der letzten Ottobre entschieden und das Old Teacher’s Kleid zugeschnitten.

In 48!!! Und auch dann noch mit 4 cm Sicherheitsnahtzugabe an allen Seiten. Und die hat es zwischen Ober- und Unterteil auch gebraucht, denn sonst säße die Taille nun vermutlich unter meinen Achselhöhlen. Kann mal jemand Schnitte noch nach Cup-Größen einordnen? Ja, und ich hätte nicht nur Brustumfang und Rückenlänge im Schnitt nachmessen müssen, sondern eben auch meine Ländge über meinen Busen (der, wie mir die kompetente Verkäuferin beim BH-Kauf am Wochenende zuvor mitgeteilt hatte, post-Stillen bei D!!! stehen geblieben ist).

Noch behagt mir der sehr hohe Sitz der Taille nicht, weshalb ich seit letzten Freitag nicht weiter am Kleid gearbeitet habe. Lieber erst mal Rat mit der Schneiderin im Nähkurs halten. Stoff und Schnitt zusammen finde ich aber sehr gelungen – und beim Futter hab ich mich für Pink entschieden.

Da mir der sehr 60s anmutende französische Abnäher am Kleid so gut gefallen hatte und eins meiner Nähziele für die ersten Monate 2012 ist, meinen Oberteilemangel zu beheben, hab ich mir flugs noch das rosefarbene Hemd vorgenommen, das ich schon vor Ewigkeiten seziert hatte.

Soweit, so gut. An manchen Stellen wird es mit dem Stoff allerdings sehr knapp. Deshalb grübele ich nun über den Verschluß – im Rücken – nach und über die Länge. Ich könnte natürlich eine sehr kurze Bluse daraus machen und einfach auf Taillenhöhe aufhören. Da ich nun aber eh schon über einen schwarzen Peter-Pan-Kragen fantasiere, könnte ich natürlich auch noch schwarze Godets einsetzen und der Bluse so die nötige Weite geben.

Die Apothekenknöpfe würden auf die Bluse wunderbar passen, aber so große Knöpfe auf dem Rücken? Wer soll sich denn damit noch anlehnen können? Vielleicht nur einen oben? Und einen zu reinen Dekozweken vorn? Grübeldiegrübel.

Es gibt also noch einiges auszupuzzeln.

23. Januar 2012
von alex1
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Mamas neue Kleider oder Die Garderoben-Queste, Teil 1

Wie schon berichtet, hab ich als vorgezogene Frühjahrputzaktion meinen Kleiderscharank aufgeräumt. Ausgeräumt, trifft es eher. All die Sachen, die seit nun mehr zwei Jahren nicht mehr passen, sind im Koffer oder in der Änderungskiste gelandet. “Dress for the body you have now.” Ja, ja, Mr Gunn. Super statement.

Nun ist das Angebot an Hosen, Röcken und Oberteilen jenseits von selbstgestrickten Winterpullis übersichtlich. Um nicht zu sagen karg! Ich komm zwar bekleidet durch meine Tage (dress-up zwischen Heim, Spielplatz und Pilateskurs nicht lebensnotwendig) und ich werde auch nicht erfrieren, aber Freude macht das Anziehen alle Tage nicht.

Um der Aufräum-Aktion was Gutes abzugewinnen:

Ich hab eine glasklare Übersicht, was da ist und was fehlt. (Was fehlt sind vor allem Oberteile! Jede Menge schöner, maschinenwaschbarere, bewegungsfreudiger Oberteile.)

Ich könnte mich therotisch klamottentechnisch neu erfinden.

Mamas Neue Kleider, sozusagen.

Für wen kleide ich mich? Zur Zeit im Wesentlichen für mich. Meine “Arbeitskleidung” muß nur gut zu waschen sein, mich mit der Geschwindigkeit meines kleinen Entdeckers mithalten lassen und eben auch bei längeren Außenaufenthalten warm halten. Berufsbedingte Statusnummern sind im Moment nicht nötig.

Eigentlich gar keine schlechten Voraussetzungen oder?

Trotzdem trauere ich erstmal um meine alten Kleider.

Was brauche ich denn am Dringendsten? Oberteile, schon klar. Aber vorrangig brauch ich erstmal was, was mich die Freude am Anziehen wiederfinden läßt. Kleider, die weiblich, sinnlich, sexy sind. Kleider mit viel Stretch oder gleich aus Jersey und eingenähtem Frühlingsgefühl. Gleichwohl natürlich winterwarm. Und waschmaschinentauglich.

Und dann  sollen sie mich – je nach Tagesform – bitte so aussehen lassen:

an diesen ‘don’t mess with me, busta’ Tagen

für die Tage, an denen ich das Gefühl hat, die ganze Welt starrt mich an und wartet nur darauf ihre Bewertungskärtchen zu ziehen (nicht das die Welt dazu Zeit hätte, but ya know what I mean) – impeccable, eben

Und dann ist da noch Ginger:

Einfach immer schnuckelig, selbst dann noch, wenn die Klamotte ganz nah an albern ist. Hier ist sie allerdings definitiv nicht albern. Aber weiß? Im Winter? Mit nem Kleinkind?

Dann doch lieber so’n kleines kariertes Kostüm, mit den passenden Accessoires!

Und so für na ihr wißt schon wann…

 

 

17. Januar 2012
von alex1
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How-to: Faltenrock

Das Reststückchen schwarzen Wollstoffs hatte es mir angetan. Drei Nähkursdonnerstagabende bin ich drumrum geschlichen, hatte den Bügel in der Hand und hab ihn immer wieder hingehängt. Wunderbare Stoffqualität, gar keine Frage und mit 8 Euro für 75 cm eigentlich nichts zum Langenachdenken. Aber was damit anfangen?

Brauchte ich wirklich noch einen Rock? Klar, da war dieser eine Rock aus einer der Herbst-Burdas, in rotem Wollstoff und mit Quetschfalten. Aber den wollte ich auch in rot und nach nochmaligem Konsultieren der Materialliste war auch klar, das der schwarze Rest nicht reichen würde.

Dann stieß ich beim Stöbern auf Gerties blog auf ihre Anleitung für den Dirndl-Rock. Easy, dachte ich mir. Und blätterte noch mal durch die Seiten, die ich mir neulich aus einem Nähbuch in der Bibliothek kopiert hatte. Easy, sagte auch das Kapitel über Faltenröcke. Könne man ganz einfach selbst machen. Ohne Schnitt. Okay, dachte ich. Nehm ich den schwarzen Stoff eben mit und wenn’s nix wird, hab ich 8 € in den Sand gesetzt.

Das war am 8.12. Da hatte ich noch diverse Weihnachtsgeschenke nicht mal in Angriff genommen. Am 22.12. sah die Lage ein Bißchen anders aus – ein kleines Bißchen : alles, was am 24. unterm Baum liegen sollte (exklusive des Jacketts für meinen Mann, das hatten wir vorher geklärt), war fertig. Die zwei Teile, die am 29. erst ausgeliefert werden sollten, waren a) so weit fertig, daß ich die Nähmaschine nicht mit zur Ma nehmen mußte und b) noch überhaupt nicht angefangen. Und bei Catherine lief dieser fiese Weihnachtskleid-sewalong und ich Armes hatte nichts für Weihnachten zum Anziehen.

Also kam der schwarze Stoff auf den Tisch. Wegen momentanem Muffensausen hab ich erst noch die Schnitteile des schnellen Wickelrocks rausgeholt, den ich mir kurz vorm Sommerurlaub genäht hatte. Aber da reichten meine 75 mal 140 cm auch nicht für. Dann eben doch einen selbstgemachten Faltenrock, dachte ich mir.

140 cm durch 2 minus noch ein paar cm für Nahtzugabe läßt bei meinem Taillenumfang nicht gerade viel Raum für Falten. Drei auf jeder Seite sind es letztlich geworden. Also 12 insgesamt in unterschiedlichen Tiefen.

Was hab ich gemacht?

Meine Stoffbahn in zwei Teile geteilt. An den Rändern je 3 cm Nahtzugabe angezeichnet, die Differenz zwischen verbleibender Stoffbreite einer Teils  und der Hälfte meiner Taillenweite errechnet, die Mitte mit ner Stecknadel markiert (was ich definitiv nicht empfehle; hier wär’s angebracht gewesen, die vordere und hintere Mitte mit ein paar Stichen zu markieren) und fröhlich drauf los gesteckt, immer schön symmetrisch.

Dann bin ich mit dem Vorderteil vor dem Spiegel gewatschelt, hab’s angehalten – und neu gesteckt. Bei ziemlich viel Bauch empfehle ich die Falte seitlich zu plazieren.

Einen Entscheidungstee gebraucht, ob ich die richtige oder die falsche Seite schöner finde (die fallen bei diesem Stoff beide schön aus und mit den Falten war ich mir erstmal nicht sicher). Dann das zweite Stück Stoff genauso gesteckt, die Falten einmal geheftet, Vorder- und Rückteil an den Seiten zusammengesteckt, Rock noch mal anprobiert.

Gegrübelt, wie ich die Verschlußsache ohne Reißverschluß lösen kann. Derweil auf der rechten Rockseite schon mal eine Nahttasche eingenäht. Hatte ich schon gesagt, daß ich Nahttaschen liebe? Dann einschieden, die Verschlußsache mit einem Hosenhaken auf der linken Seite zu lösen. Linke Seitennaht auch geschlossen, wobei ich die oberen ca. 12 cm mit einem großen Stich genäht hab und danach noch mal verriegelt hab. Und diese 12 cm hab ich dann wieder aufgetrennt. Gleiches Procedere wie beim Reißverschluß also erstmal. Dann hab ich den Rock noch mal anprobiert und fand, daß er mit unten viel zu viel Weite hatte, die ziemlich blöde abstand. Was vermutlich am Stoff und an der Plazierung der Falten lag und somit abhängig von Stoffwahl und Fältelung ist, u.Umständen gar nicht nötig wird. Ich hab ab Hüfte bis Saum beide Seitennähte noch mal ein ordentliches Stück versetzt und den Rock so enger gemacht.

Die Nahtzugaben habe ich dann nicht auseinander, sondern beide unters Vorderteil gebügelt. Die linke Nahtzugabe des Vorderteils hab ich auf der Rückseite mit Vlieseline verstärkt. An die hintere, linke Nahtzugabe habe ich auf den oberen 12 cm ein ebenso breites Stück Stoff (ebenfalls mit Vlieseline verstärkt) genäht. Rechts auf rechts und dann nach hinten umgebügelt und noch mal abgesteppt.

Den Bund des Rocks hab ich mit Ripsband eingefaßt. Und zwar mit zwei Lagen Ripsband, weil mir das schwarze, das ich noch hatte, recht lapperig vorkam. Also hab ich noch ein lilafarbenes unterlegt, das aber nur auf der Innenseite vorlugt. Zuerst Band eins auf der Innenseite so festgesteckt, das etwa die Hälfte über die Stoffkante des Rockstoffes übersteht. Das genäht. Das schwarze Rippsband genauso gesteckt und genäht. Dann beide Bänder auf die rechte Seite herübergeklappt. Gebügelt, gesteckt und auch genäht, wobei ich an den Seiten das Band nach innen eingeschlagen habe, so daß es einen nicht ausfransenden Abschluß ergab.

Die Nahtzugabe des vorderen Rockteils ist unter dieses eingeschlagen und mit ihm zusammen im Band eingefaßt. Da sitzt dann der Haken. Hinter die Nahtzugabe der hinteren Rockbahn hab ich das Stück Verstärkungsstoff eingeschlagen und das dann auch so im Ripsband eingefaßt. Darauf sitzt die Öse. (Ist das beim Hosenhaken auch eine Öse?)

Und zu guter Letzt hab ich die untere Stoffkante, die erstaunlich gerade  war, mit pinkem Satinschrägband eingefaßt, wobei ich genauso vorgegangen bin wie beim Ripsband. Und fertig war mein Weihnachtsrock.

Nun hätte ich aber gerne noch eine pinke Bluse dazu. Ah, und ihr müßtet den schwarzen Wollstoff anfassen können. Schwelg.

Alles in allem hab ich am 22. und 23. vielleicht jeweils drei Stunden dran gesessen. Mehr Zeit war nicht. Hat aber gereicht. Und nu, da ich weiß wie, wird’s beim nächsten Rock garantiert schneller gehen. Wobei – zum Drapieren der Falten wär ne Puppe schon ganz nett. Nich?

13. Januar 2012
von alex1
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Was getan ist, ist getan

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Hm, ja. Reichlich Stille diese Woche an dieser Stelle. Nicht ganz planmäßig.

Grund: Ich wollte endlich mal ein ‘schönes’ Photo von mir in meinen selbstgenähten Klamotten, aber leider spielte weder das Wetter noch die Arbeitszeit meines Göttergatten mit, noch hab ich mich so recht getraut mit Stativ und Selbstauslöser zu hantieren. So also ist der Stand der Dinge, was meinen guten Vorsatz BESSERE BILDER angeht. I’m working on it.

Was folgt? Ein kurzer Abriß der vor Weihnachten noch ausstehenden Projekte.

Geschenke:

Easy breezy Linen Shirt, nicht in Leinen sondern aus Papas Hemd recycled paßt und ist zwischen den Jahren ordentlich eingesaut worden. Sohnemann hat es gleich auf seinem geschenkten Bügelbrett noch mal aufgebügelt und ich hab’s ihm am nächsten Tag angezogen. Erwartungsgemäß keine Jubelstürme des Beschenkten, aber lobende Worte von Oma und Uroma.

Cranberry-Rock für Seeräuber-Jenny: Buchstäblich in letzter Minute am 29.12. fertig geworden. Bis Minuten vor unserer Abreise hab ich noch mit zwei Lagen Cordsamt und meiner Maschine um Knopflöcher gerungen. Und verloren. Auf der Fahrt zur Oma hab ich mich dann entschieden, die Biesters eben mit der Hand zu nähen. Wofür gibt’s schließlich bei youtube tausendundein tutorial? Aber dann kam der Mann zu meiner Rettung und schlug vor, die Knöpfe nur als Zierde anzubringen und Druckknöpfe zu verwenden. Davon hatte ich tatsächlich welche im Nähkasten. Yeah!

Schon als ich den Schleifenstreifen zuhause mit der Maschine nähte, dachte ich: ‘Der is abern büschen kurz und schmal.’ Aber wie das mit dieser schüchternen Stimme oft ist: Ich hab nicht drauf gehört. Was ich allerdings getan hab: Den restlichen Taft zu einem schmalen Schal genäht, mit der Absicht, mir damit eine  Schleife um den Hals zu binden. Wegen festlich und Weihnachten und so.

Ende vom Lied? Ich keine Schleife, Kleid große, barocke Schleife, Seeräuber-Jenny glücklich. Und ich hab noch einen 25cm Streifen für Gott weiß was.

Tannenbäume hab ich auch noch produziert und verschenkt und die sind auch gut angekommen. Am Besten haben mir ja die aus pink, gold, schwarzem Asia-Stoff gefallen (da sind Feuervögel drauf). Von dem Stöffchen sind nu nur noch Fetzen übrig.

Tja und dann sah ich am 22.12. bekümmert auf mein Strickkleid, das noch lange nicht fertig ist, und hatte für Weihnachten  g a r   n i c h t s  anzuziehen.

Auftritt schwarzer Wollstoff.

Reststück. Hatte ich am letzten Nähkursabend noch mitgenommen. Zusammen mit anderthalb Metern stahlblauem Jersey. Mann / Frau weiß ja nie …

Hin und her gerechnet, weil 75 x 140 cm nicht eben viel sind. Nicht noch einen geraden engen Rock gewollt und dann schließlich einen Faltenrock improvisiert. Bündchen oben mit zwei Lagen Ripsband gelöst. Saum unten mit hot pinkem Satinschrägband eingefaßt. Eine Nahttasche (o, wie ich die liebe!), und auf der anderen Seite ein Hosenhaken. Kein Reißverschlußgezicke. Und Abfahrt.

Gaaanz so einfach war’s nicht, aber doch ziemlich easy breezy. Einfacher als das Linen Shirt. En detail die Tage.

Ich bin jedenfalls auch nach mehrmaligem Tragen immer noch höchst begeistert. Brauche jetzt allerdings ein Oberteil in entsprechendem Pink. Und weil ich so begeistert bin von meinem ganz und gar selbstgemachten Rock, wollte ich ebensolche Photos.   _       _       _   Verzögerung.

Also nur ein müdes Selbstportrait, das die Falten fast verschluckt. Aaargh. Und ja, ich muß zum Friseur.

Next up auf meiner Nähliste: Beseitigung aller Leichen aus dem letzten Jahr.

Heißt: Mein Mantel und Männens Reisesakko werden wohl meinen Januar und Febrauar bestimmen.

Weshalb ich gestern noch schnell ein weiteres Fledermausarmshirt aus besagtem Jersey (Frau weiß eben nie, wann sie mal eben noch so eins nähen will) zugeschnitten und genäht habe. Fehlen noch Ausschnittblende und Ärmelsäume und die S C H L E I F E.  Sollte also morgen fertig sein. (Hust, hust.)

Und dann geht’s an meine ‘Kollektion’ für Frühjahr / Sommer 2012, denn mit diesem ich-näh-jetzt-mal-worauf-ich-Lust-hab-und-wofür-Stoff-da-ist hates heuer ein Ende. Ich hab – schwersten Herzens – meine ganzen lieblichen Klamotten in den Größen 40  und 42 aus dem Schrank geräumt und nun wirklich nicht mehr viel anzuziehen. Lauter nette Solitäre nützen nix, wo eine ganze Gaderobe verschwunden ist. Deshalb nähe ich dieses Jahr mit Plan. Und geh montags wieder zum Pilates.

Und gleich erstmal Stoff kaufen. Freude. Jubel. Tanzt ins off.

 

6. Januar 2012
von alex1
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(Noch) Keine großen Pläne, aber Hühnersuppe

 

Diese Leute, die am 1. Januar glasklar haben, was sie vom Rest des Jahres wollen?

Zu denen gehöre ich nicht.

Nicht falsch verstehen: Mit dem Jahreswechsel setzt auch bei mir das Wünschen, Planen und Spekulieren ein. Aber bis 23 Uhr 59 am 31.12. bin ich zu sehr mit Spekulatius und dem gegenwärtigen Jahr beschäftigt, als das meine Gedanken weiter wollten als bis zum ausgeschlafenen nächsten Morgen. Dieses Jahr hab ich noch nicht mal einen Kalendar gekauft. Im Janaur erst fang ich an, das vergangenen Jahr abzuschließen, zusammenzufalten und wegzulegen, was weggelegt gehört, damit Platz wird für das, was kommen soll.

Das Problem dabei? Ab Mitte Dezember bombardiert man mich mit Planungsaufforderungen. All den fürsorglichen newslettern und Medienberichten, deren Botschaft “Failing to plan is planning to fail” ist, möchte ich unentwegt zurufen:” Leute, ich lauf auf nem agrarischen Zyklus. Januar ist Winter und Winterzeit ist Ruhezeit. Oberirdisch ist Ruhe, damit’s im Dunklen in Ruhe rumoren kann.

Tu ich aber nicht. Stattdessen mache ich aus meiner fehlenden Planbereitschaft einen weiteren persönlichen Makel. Meinereins kriegt’s eben einfach schlicht nicht auf die Kette, am 01.01. mit sauber gepackten Material am Start zu stehen. Aus mir wird nie was. Jadadajada. Alte Platte, etc.

Wer das kennt, jetzt bitte einen großen Schluck heißen Tee nehmen und einmal tief ausatmen. Denn:

Ich behaupte jetzt mal, es geht auch anders.

Sei’s meine mir selbst verordnete Nachsicht meinen Schwächen gegenüber (schließlich hat mich gezielte Selbstverachtung 39 einhalb Jahre weder schneller, noch bissiger oder gar ehrgeiziger gemacht, warum also die nächsten 40 Jahre so weiter machen?) oder die Tatsache, daß ein defektes Auto und eine Monstererkältung hoch drei meinen Jahresanfang erheblich entschleunigt haben …  ich jedenfalls hab mir die Erlaubnis erteilt, den Januar brach liegen zu lassen. Nichts muß, alles kann. Zeit, Unfertiges Letztjähriges zu Ende zu bringen oder zu entsorgen. Zeit aufzuräumen und zu reparieren. Zeit genug, schlafende Ideen aufwachen zu lassen. Februar ist Winter genug, um neu anzufangen. Bis dahin ist ausgesprochen ertragreicher Winterschlaf.

In diesem Sinne, liebe Leser: Einen entschleunigten, gleichwohl lustvollen Start in dieses neue Jahr!

P.S.: Trotz Winterschlaf wird hier aber wieder regelmäßig geschrieben. Promise.

P.S.2: Allen Erkältungsgeschädigten und den pflegenden Mamis rate ich für heute Abend: Kocht Hühnersuppe. Nehmt Omas altes Kochbuch oder das verstaubte handgeschriebene Rezept, ein frisches Suppenhuhn, Ingwer und Kokosmilch, wer’s unbedingt asiatisch will und macht Euch einen großen Topf voll köstlicher, dampfender, wohltuender Hühnersuppe. Es hilft. Versprochen.