Hereinspaziert!

Herzlich willkommen in meinem Digitalen Salon. Es gibt ein neues Feature auf meinem Blog! Tada! Rechts in der Sidebar könnt Ihr Euch für die Style & Substance Depesche eintragen. Darin erfahrt Ihr als erste, wann und wo das nächste (Näh-)Event stattfindet - ich sag nur Sewing by the Sea und kommt in den Genuss eines Frühbucherinnen-Bonus. Also: Sign up!

Save the date: Working Girl-Sew-Along

Berufskleidung

Dress for Success! Dress for the job you want, not the one you have. Kleider machen Leute. Power dressing. Dress Code. Corporate Fashion. Business Kleidung. Berufsbekleidung.

Arbeits-Klamotten!

Einerseits ist es ja ganz einfach: frau braucht etwas zum Anziehen, wenn sie arbeiten geht. Je nach Branche, Beruf und Betrieb gibt es dafür klare Anweisungen oder eben nicht.

Andererseits ist Berufsbekleidung überhaupt nicht einfach: wie bringt frau den berufsbezogenen Dress-Code mit ihrem eigenen Stil überein? Wie kleidet sie sich angemessen, wenn es keine expliziten Kleidervorschriften gibt? Und was zieht eine an, wenn der SEHR wichtige Termin ansteht, sie also Selbstvertrauen, Kompetenz und Power, gar Führungsanspruch ausstrahlen will?

Berufsbekleidung ist ein vielschichtiges Ding – erst recht, weil sich uns NähNerds ein deutlich weiteres Feld an Optionen eröffnet hat, als das, was in den einschlägigen Warenhäusern auf den Ständern hängt.

Ich bin gerade wieder mitten in einer beruflichen Veränderung und damit wiederum mitten in Überlegungen rund um die Frage, was ziehe ich zum Arbeiten an. Anlass also, Euch zu einem Sew-Along einzuladen.

Los geht’s am 06.10.2015. Das Finale ist am 01.11.2015. Ziel ist es, im Verlaufe des Sew-Alongs eine Mini-Garderobe für die Arbeit zu nähen, in der Ihr Euch angemessen gekleidet fühlt für Euren beruflichen Alltag und ganz Ihr selbst.

Also, schnappt Euch Eure Kalender und kreist den 06.10.2015 rot ein! Nächste Woche verrate ich Euch den genauen Zeitplan. Bin gespannt und freue mich auf rege Beteiligung!

Bevor es aber richtig losgeht, habe ich noch eine organisatorische Frage an die nichtbloggenden Leserinnen: Wie viele von Euch würden gerne mitmachen? Wenn es deutlich mehr als nur ein, zwei sind, würde ich überlegen, welche Möglichkeiten es gäbe, Eure Beiträge mit einzubinden. Sagt mir dazu mal was in den Kommentaren bitte.

 

 

 

 

Tellerrock-Taufe in Trouville (RUMS)

tellerockmitwetter

Für einen einfachen Tellerrock (ganzer Teller) war es eine lange Produktionszeit.

Alles begann mit einem Berlin-Besuch von Frau Drehumdiebolzeningenieur und der Maxima-Ausgabe der Knipp.

Halb scherzend hatte ich die Ingenieurin gebeten, mir einen weißgrundigen Blumenstoff vom Maybach-Ufer mitzubringen. Sie fand diese japanischen Blüten auf leichter Baumwolle für mich. Herzlichen Dank noch mal dafür.

tellerrockmitrosablueten

In der Maxima-Knip hatte es mir das Schößchen-Top angetan. Ich glich den Schnitt mit einem Oberteilschnitt ab, den ich gerade genäht hatte, änderte ein bißchen was und schnitt frohgemut den Blümchenstoff zu. Es wurde beinahe ein Teil für die Tonne. Den Rücken konnte ich retten. Ich änderte den Plan. Ein Kleid mit engem Oberteil und Tellerock sollte es nun werden.

Tellerrock und Oberteil wurden erstellt. Beim Zusammensetzen überzeugten mich Blümchen all over überhaupt nicht. Es wurde Herbst. Die Teile wanderten in die Kiste.

Zum Spring Style-Along kramte ich beides wieder vor, beschloß, das Oberteil zu vergessen und den gefütterten Rock zu retten. Es brauchte dann noch einige Wochen, aber kurz vor dem Urlaub war der Tellerrock endlich fertig.

Tellerrock

(P.S.: Up close sieht der Stoff von dem Prada-Jackett eher schäbbig aus.)

Gestern habe ich ihn zum ersten Mal ausgetragen. Beim Bummeln durch Deauville. Der Mann hatte den Auftrag, Fotos zu machen. Das ging irgendwie schief. Daher nur zwei Bilder. Auf denen kann frau ahnen, wie der Rock im Wind fliegt. Ich brauche mich gar nicht wie Marilyn auf einen Lüftungsschacht stellen. Eine Steife Brise reicht völlig. Zum Glück fliegt aber nur der Oberstoff. Das Futter sorgt für ein Minimum an Bedeckung. Sehr ungewohntes Tragegefühl.

Tellerrock

Nach Bummel und obligatorischem Crêpes-Essen am Hafen von Trouville, mußte das Kind natürlich noch an den Strand und ins Meer trotz aufziehendem Sturm.

Tellerrock

Erst die nette Dame vom poste de secours, die uns unmißverständlich auf das nahende Gewitter aufmerksam machte, ließ den Sohnemann einsehen, dass es besser wäre, sich beim Anziehen zu beeilen. Wir hätten uns das Anziehen schlicht sparen und in Badeklamotten zum Auto zurücklaufen sollen. So erwischte uns der einsetzende Sturm voll. Alle drei klatschnass. Am nassesten, schien mir, mein neuer Rock. Der nun gar nicht mehr fröhlich im Wind flatterte, sondern schwer an meinen Beinen klebte.

Ich betrachte ihn damit für offiziell getauft. Vielleicht auf Misaki Trouville?

Welche Geschichten hinter anderen selbstgenähten Kleidungsstücken stecken, lest Ihr heute hier bei RUMS.

 

In the library, by the fire, with Starsky & Hutch

Nach dem theoretischen Teil am Donnerstag, nehme ich Euch heute mit in erste, eigenen Überlegungen zu meiner Herbst und Winter Garderobe.

1. Soul-Searching:

Welche Kriterien lege ich an meine selbstgenähten Kleidungsstücke an? Hat sich da etwas verändert in den letzten Monaten?

Mittlerweile ist der Kleiderschrank ganz gut gefüllt – verglichen mit dem Stand von vor 2-3 Jahren. Dieses innere Drängeln nach mehr, mehr, mehr hat deutlich nachgelassen. Ich möchte mich in Zukunft darauf konzentrieren, ordentlicher zu arbeiten, mehr Zeit ins Design zu stecken und die Verzieungen, vor denen ich aus Zeitgründen bis jetzt immer zurück geschreckt bin, umzusetzen.

Aber nicht nur der Kleiderschrank, sondern auch der Stoffvorrat ist gut gefüllt. Insofern werde ich max. 2 neue Stoffe für die kommenden Monate kaufen.

Was ist für mich in Herbst und Winter unverzichtbar?

Unverzichtbar für mich sind in Herbst und Winter Wärme, Kuscheligkeit, Farbe und Glamour.

Wärme: Kälte macht mich extrem unleidlich. Also starten die Überlegungen zu H/W-Garderobe bei mir immer bei der äußersten Hülle. Für den richtigen Winter bin ich mit einem superwarmen Mantel versorgt. Aber für den Übergang fehlt etwas Warmes und etwas Regenfestes.

Kuscheligkeit: Grundbemühen in Herbst und Winter ist bei mir, eingemuckelt auf der Couch zu sitzen und ins Feuer zu gucken. Da sich das meist nicht mit den Anforderungen meines Lebens verträgt, erwarte ich von meinen Kleidungsstücken eine gewisse taktile Anschmiegsamkeit. Stoffe, die ich in der kalten Jahreszeit vernähe, sind zumeist griffig und kuschelig.

Farbe: Je monochromer es draußen wird, desto mehr will ich Farbe an mir. Kräftige, tiefe Töne. Eigentlich. Ich springe erstaunlicherweise gerade auch auf Beige und Taupe an.

Glamour: Entwickelt sich mehr und mehr zu einer Grundanforderung für alle Jahreszeiten, aber besonders im Winter gelüstet es mich nach Glitzerndem. Nach Glänzendem. Nach Funkelsteinen.

Was habe ich vor in den kalten Monaten?

Mich erfasst dieses Jahr mehr als sonst der Wunsch, mich in mein nun vorhandenes Studio zurück zu ziehen und sehr intensiv an ein paar wenigen Dingen zu arbeiten. Ungestört. Ich möchte einen e-Kurs entwickeln und eine Schnittmuster-Kollektion, also werde ich viel drin sein und arbeiten. Allerdings liebe ich auch die Weihnachtszeit und freue mich darauf, mit dem kleinen Menschen über Weihnachtsmärkte und durch hoffentlich verschneite Wälder zu spazieren. Außerdem stehen diverse Besuchswochenenden an.

Wie will ich mich fühlen?

In den kalten Monaten will ich mich oft vor allem beschützt fühlen und hätte gern Kleidung, in die ich mich wetterbedingt wie in ein Schneckenhaus zurückziehen kann.

Gleichzeitig mag ich aber nicht das Gefühl von Schwere, das oft mit Winterkleidung einhergeht. Warm und trotzdem federleicht wäre schön.

Welche Bilder schweben in Eurem Kopf herum?

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In meinem Kopf spukt die Bibliothek eines englischen Landsitzes, in der das Kaminfeuer brennt und das Chesterfield davor steht. Ich sehe nebelverhangene, dunkelgrüne, menschenleere Wälder und glitzernde Parties. Und über dem liegt so ein 70s Starsky & Hutch / The Professionals Hauch. Yeah, don’t ask. Go figure.

Nehme ich mir nur die Bibliothek einmal näher, dann sind da die Farben der ledergebundene Bücher. Bücher mit Illustrationen. Mit schön gemustertem Einbandpapier. Handschriftliches. Kalligraphie. Ich sehe Samtvorhänge und -kissen. Ein Cord-Sakko. Ein Tee-Service mit feinen Blumen oder Chinoiserien. Die Bibliothek ist mit hochgelegten Beinen Zeitung lesen. Am Fenster sitzen und kompliziertesten Abhandlungen nachsinnen. Unanagestrengte Kleidung, weil es hier um Kopfarbeit geht. Stille. Konzentration.

Der Nebelwald sind Regentropfen wie kleine Diamanten auf dunklem Stoff. Raschelnde Säume weiter Capes. Elbenumhänge. Große Kaputzen und Silberfibeln. Feine, durchsichtige Stoffe, die sich wie Nebel über andere legen.

70s Flavour: Die Farben: Bordeaux, Cognac, Moos. Leder und Wildleder. Große Revers und Kragen. Röcke mit Kellerfalte. Britische Armeepullover. Cabanjacken. Lederblousons. Stiefel mit Blockabsatz. Collegeschuhe. Boho-Maxikleider mit Empiretaille und Borte über Borte.

Winterglamour: Stickereien, Glitzerstein-Applikationen, glänzende Stoffe, vielleicht sogar nur Details aus glänzenden Stoffen. Gequiltete, glänzende Oberflächen. Eine Herzköniginnenjacke aus dem in München gekauften Wollstoff. Lange rote Handschuhe. Ein Nachthemd aus Seidenjersey und Spitze. Ein gefütterter Morgenmantel.

Das sind die ersten Ideensplitter für meine H/W Garderobe. Die lasse ich jetzt mal ein paar Tage vor sich hinblubbern. Und kümmere mich in der Zwischenzeit um den Realitätscheck.