Dressmakers’ Ball – Der Pott goes Glam

Endlich mal mit anderen NähNerds herrlichst aufgerüscht in tollen, selbstgenähten Gewändern die Nacht wegtanzen? Look no further. Your wish has been granted. Eintrittskarten bestellt Ihr hier: http://www.mamamachtsachen.de/wordpress/wp-content/uploads/DressmakersBall_Eintrittskarten.pdf

Dressmakers’ Ball: Early Birds Eintrittskarten nur noch heute!

Hallo Ihr Lieben,

dies ist ein kurzer Servicepost, um Euch zu erinnern, daß die reduzierten Early Birds Eintrittskarten für den Dressmakers’ Ball nur noch heute erhältlich sind. Also: schnell zuschlagen ehe es teurer wird.

Hier gibt’s das Anmeldeformular.

Dressmakers’ Ball, was ist das noch mal?

Das wird DIE NähNerdParty schlechthin. Eine, wie es noch keine vorher gegeben hat! Ein Abend voll toller Klamotten, sehr gutem Essen aus der mit dem Bib Gourmand ausgezeichneten Küche der Rohrmeisterei, erstklassiger Musik und tiefschürfenden Fachgesprächen. Ach und: die Getränke sind auch noch inclusive.

Das alles zum Preis von 69€. Und zwar noch bis heute Abend, 24 Uhr. Danach gibt’s natürlich auch noch Karten, aber die werden teurer.

Wer jetzt denkt: Ähh, ich weiß nicht. Ich würd ja gerne, aber da sind so viele Menschen, die ich nicht kenne und überhaupt, so viel Geld hab ich noch nie für eine Party ausgegeben …

1. Wer bei der anNÄHerung war weiß: ein Raum voller NähNerds, die sich nicht alle kennen, sorgt für jede Menge anregenden Gesprächsstoff. Mensch findet leicht ins Gespräch. Dafür sorgen wir schon.

2. Wer gleich ihr Nähkränzchen mitbringt, hat sozusagen Heimvorteil. Also: Bildet Banden.

3. Der Preis beinhaltet tatsächlich alle Ausgaben des Abends – außer Ihr wollt Euch an der reichhaltigen Whiskey-Auswahl der Rohrmeisterei gütlich tun. Da werden die Dienstleistungen einer Menge Leute fair bezahlt. Und: Ihr könnt hinterher immer sagen: Also ich war ja schon beim ersten Mal dabei. Und DAS ist preislos.

Also: Zugreifen!

 

Handmade Dezember: Reh im Neonwald

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Ihr kennt diese Ecken? Die, von denen mensch weiß, daß sie dringend aufgeräumt gehören. Die neu organisiert werden müßten, weil sie einen seit 25 Ewigkeiten stören. Die, die die ganze Energie aus einem Raum saugen und die dafür sorgen, daß man sich selbst für unglaublich unfähig hält, weil man es absolut nicht auf die Kette kriegt, das Problem anzugehen?

Von genau so einer Ecke rede ich.

Sie befindet sich in unserer Küche. Die Küche ist  mittlerweile mehr als zehn Jahre alt. Bis auf die Stühle war bis vorgestern alles so wie beim Einzug eingerichtet.

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Die Ecke war ein Provisorium. Wir hatten uns für eine Küche mit freistehenden Elementen entschieden. Und nachdem wir die allernötigsten Möbel gekauft hatten, was das Geld alle. Wir stellten mithin den alten Kühlschrank auf einen Beistelltisch aus unserem Studentenwohnheim und rüsteten die Ecke zwischen dem Kühlschrank und der Anrichte mit einem klapprigen Ikea Holzregal aus. Der Kühlschrank, so nahmen wir an, würde eh in nächster Zeit abrauchen und DANN würden wir uns was einfallen lassen müssen für die Ecke.

Thing is: der verdammte Kühlschrank läuft immer noch. Deutsches Qualitätsprodukt, you know.

Was in Konsequenz hieß: die unfunktionale, unschöne, unpraktische Ecke blieb wie sie war und jede Woche fluchte einer von uns, wenn bei der Suche nach einem passenden Deckel in einer der beiden Kisten für Tupperdosen mal wieder was hinters Regal fiel.

Diese Woche habe ich ziemlich viel in der Küche gesessen. Ich war krank. Da liest, schreibt, näht und denkt es sich angenehmer, wenn mensch mit dem Rücken direkt vor der Heizung sitzt. Allerdings führte das dazu, daß ich einmal zu oft auf das sonst gerne ignorierte Regal schaute.

Als ich dann vorgestern die Anrichte abräumen wollte – schließlich brauche ich übernächste Woche den Platz um die diversen Gäste zu bewirten – und einmal mehr gegen das wackelnde Regal stieß, war seine Zeit gekommen.

Blitzschnell kombinierte ich: schäbbiges Klapperding raus, neue Kallax-Regale rein. Die hatte ich im August prophylaktisch fürs Nähzimmer gekauft. Allerdings hingen sie immer noch originalverpackt im Treppenhaus ab.

Der Sohn holte begeistert Helm, Schutzbrille, Schraubendreher, Hammer – alles was man als Baumeister für so einen Job braucht. Konnten wir das schaffen? Klar doch.

Ohne zu überlegen, ob das nun der richtige Moment war, sortierte ich Plastik- und Papiertüten aus, entsorgte Plastik- und Blechdosen und zehn Stoffbeutel noch dazu. 10 weitere wanderten zum Kochen in die Maschine. Für einen Moment war ich gewillt, die Schürze, die ich hinter dem Regal hervorzog – und die die einzige solche ist, die ich besitze – auch noch in die Mülltonne zu stopfen. Ich besann mich und warf sie mit in die Wäsche.

Als der Mann später nach Hause kam, waren die Regale aufgebaut. Ansonsten sah’s aus wie … kurz vorm Umzug.

Nun wurde es kritisch. Der Mann war hungrig und müde. Außerdem befand er, daß es im Haushalt definitiv dringendere Baustellen gäbe und wieso ich das eigentlich nicht abgesprochen hätte. Äh, nun ja. Weil: es überkam mich halt einfach so. Außerdem mußte ich jetzt los. Ich hatte ja um halb sieben im Lüdenscheid einen Termin mit meinem Coach. Zentrales Thema: Zeitmanagement.

Als ich so gegen halb neun zurück war, krachte es erst mal.  – Na gut, dann bleiben wir vermutlich die Feiertage über verschont. – Dann wurde aber doch das erste neue Regal an Ort und Stelle geschoben. Und wie ich so durch den Flur gehe und aus den Augenwinkeln das Bad sehe, lege ich den klassischen double take hin. Vorbei gehen, das Gehirn arbeitet, Erkennensmoment und dann noch mal zurückgehen und checken, ob man auch richtig gesehen hat. Da standen nämlich schon immer zwei Holzregale, die auch nicht so richtig funktional waren, weil zu klein für die Massen an Handtüchern (wie viele Handtücher braucht eigentlich eine dreiköpfige Familie?).

Ich sag: ” Schaaaatz??” Er, genervt: “Was denn?” Ich so: “Und wenn wir die Regale aus dem Bad in die Küche stellen ….” Er kommt, guckt, guckt zurück in die Küche und es macht auch bei ihm klick. “Genauso machen wirs.”

Genau. Wir schaffen das! Ab da ging’s huschusch. Noch mal Regal ausräumen. Dabei gleichmal abgelaufenen Medikamente und Kosmetika entsorgen. Feststellen, daß ich bei meinem Nagellack-Sortiment schon einen Salon eröffnen könnte. Allerdings nur für Menschen, die auf rose_koralle, dunkelrot und Metallic-Töne stehen. Dann Badezimmerregale in die Küche – jo, das funzt – und neue Regale ins Bad: Warte mal! Da bauen wir gleich noch einen Raumteiler draus, um die Wäschekiste und den Staubsauger zu verstecken.

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Als Krönung der abendlichen Räumerei drapierte der Mann so gegen elf diesen nicht gerade meinem Geschmack entsprechenden Tannenbaum auf der neuen alten Regallösung. Was dem Sohn heute morgen ein begeistertes: Aaaalter! entlockte. Ich befand: kitsch as kitsch can und besorgte heute noch ein Reh für den Neonwald.

In beiden Räumen nun mehr Ordnung, mehr Luft, mehr Leben. Ein ganz anderer Raumeindruck. Würde ich an Feng Shui glauben, würde ich sagen: Das Chi fließt wieder. Sicher ist: Ich sitze mit einem Grinsen in meiner Küche. Bis mein Blick auf die Anrichte fällt.

Die ist morgen dran. Oder: der Kühlschrank geht kaputt.

Ich gehe nicht mehr aus!

Wirklich! Ich geh nicht mehr aus!

Fällt unser NähNerdStammtisch in Köln auf einen Freitagabend, kommt ganz oft was dazwischen …

Manchmal ist es auch nur: “Jetzt noch mal raus? Und im Dunkeln zurückfahren? Trinken kannst Du eh nichts. Und morgen früh ist um sieben die Nacht auch wieder zu Ende.”

Dabei liebe ich das eigentlich, dieses Unvernünftigsein und bis nachts um drei Rotwein trinken. Mit Menschen, die man kennt – und manchmal auch gerade erst kennen gelernt hat.

Die Nacht ist nicht allein zum Schlafen da. Die Nacht ist da, das was geschieht.

Leider geschieht nach dem Getriebe der Tage meist nichts mehr außer nähen, Haushalt und einen post schreiben. Was alles seine Berechtigung hat – aber nicht für das Quentchen thrill, das Bißchen mehr an Elektrizität sorgt, daß das Leben gut vertragen kann.

Man kommt mit einer anderen Energie aus einem guten Film, einer guten Aufführung als der, mit der man hineinging. Man fühlt sich lebendiger, beschwingter, inspirierter nach einem Abend voll Wortwitz, guten Gedanken udn intensivem Austauch. Und so gut wie nichts toppt den momentanen thrill des Gefühls gesehen worden zu sein, gehört worden zu sein, erkannt worden zu sein, als etwas, daß man inm Alltagsselbst bald versteckt und bald vergißt.

Ja, ja, ich weiß: ich beschreibe hier ein Ideal. Aber: die öden Abende außerhalb, die vergißt man eh. Die Nächte mit dem gewissen Etwas jedoch, von denen zehrt man … gegebenenfalls jahrelang.

Ich bilde mir ja ein, das Dilemma liegt  auch an meiner location. Gelegenheit macht Nachtschwärmer und die Lokalitäten sind hier rar gesät. Allerdings waren die in Detmold auch nicht üppig und trotzdem wurde da manche Nacht durchgemacht. Trotz Hauptprobe am nächsten Morgen. (Nur das ein Kater am Theater ja bald zum guten Ton gehört, aber das ist Stoff für einen anderen post.)

Was also tun?

Das kommt wohl auf die eigene Verplantheit an. Wer erst noch Kinderbetreuung organisieren muß, zückt jetzt zwangsläufig den Kalender. Vermutlich sollte frau und Mutter sich neben dem Paar-Abend auch eine night on the town gönnen ab und an und in wechselnder Begleitung. Und wer wie ich in the middle of nowhere ist – zumindest gefühlt – die kann auch gleich noch unterschiedliche Städte wählen.

Das jedenfalls ist mein Plan fürs kommende Jahr.

Eine Verabredung mit uns dürft ihr alle jetzt schon zusagen! Und zwar den Dressmakers’ Ball.

Und mit UNS meine ich alle NähNerds, solche die’s noch werden wollen und Begleitung nach eigener Wahl. Das darf der Partner sein, aber gerne auch die beste Freundin, der beste Freund, die liebste Kollegin, die Ateliermitnutzerin … just don’t stay home weil der Kerl keine Lust hat oder sich nicht traut!

Ich freu mich darauf, mit Euch auszugehen. Bestellt Eure Tickets bevors zu spät ist.

 

 

 

 

Stoffwechsel: Danke! Und wir sehen uns Silvester!

Ich hatte es ja schon befürchtet. Leider ist es nun genauso eingetreten, wie ich es nicht haben wollte: Die Wochenfrist fürs Verlinken der Beiträge ist fast rum, und ich habe eine noch immer nicht fertige und auch noch nicht gut sitzende Bluse und noch keinen fertigen Rock und noch gar keine fertige Jacke.

Irgendwie grätscht mir gerade das Leben dauern in die Näherei. Und dann kam noch ein Knoten im Kopf dazu.

Vor dem flashback zunächst mal ein ganz DICKES DANKE an die Damen 700Sachen und Lottie. Das ist eine ziemlich geile Aktion gewesen. Und ich vermute ein ganzer Haufen Arbeit. Ich freue mich, daß ihr sie Euch gemacht habt. Hier sind alle fertigen Stoffwechselkleidungsstücke und ihre glücklichen Trägerinnen zu sehen.

Ich spul mal kurz zurück.

Ich kam ja aus dem Urlaub zurück mit der Idee, aus meinem Stoffwechsel-Stoff was im Stil von Walker Slater zu machen. Bevorzugt Weste und Knickerbocker.

Aber: mein Stoff wollte das nicht. Je häufiger ich ihn hin- und her wendete, desto weniger wollte sich ein Bild von der Weste und der Hose einstellen. In Konsequenz blieb nur Planänderung. Dann wollte ich schlau sein und nicht den “Fehler” machen, ein überambitioniertes Projekt anzufangen. Also dachte ich mir: Anemone von Deer&Doe, ohne Schößchen und in länger und dazu Sylphide von Papercut Patterns als Bluse. Den Rock hatte ich ja schon genäht. Das einzig Schwierige war die hohe Taille und die gedachte ich wegzulassen. Mithin: Ich startete mit der Bluse. Schnitt wurde quick und dirty geändert. Dank Rollschneider war schnell zugeschnitten … tja, und nun wollten Stoff, Schnitt und ich nicht so recht überein. Jedenfalls nicht so schnell, wie ich das gerne gehabt hätte. Liebe Stoffpatin, keine Sorge: nichts Unrettbares. Aber das Schößchen sitzt halt einfach noch nicht da, wo ich’s haben will. Da muß ich noch mal ran – nur bin ich jetzt zu allem Überfluß echt fies erkältet und hab einen viel zu dröhnenden Kopf.

Und dann hatte ich es vorvorletzte Nacht schon wieder vor Augen, so gerade kurz vorm Einschlafen. Eine Army Jacke, wie ich immer meine, daß sie Robert Ryan in Das dreckige Dutzend trägt, nur das das nicht stimmt. Aber anyway … Meine Stoffpatin hatte so schön was von Einzelstücken geschrieben. Und damit in mir den Wunsch geweckt, ihr schönes Geschenk auch in etwas Einzigartiges zu verwandeln. 2, 3 Tage nach Erhalt des Stoffes dachte ich ja schon mal: irgendwie assoziiere ich Uniform mit Farbe und Material. Und irgendwie wäre ja ein Army Battle Dress Jacket ganz cool. Dabei könnte ich meine schönen Metallknöpfe verarbeiten, die ich in Verl mitgenommen hatte, und auch das restliche Samtband von da. ABER: ich hab keine Zeit. Das wird nicht rechtzeitig fertig. Das machen wir also nicht.

Ende vom Lied: Liebe Stoffpatin, sei mir bitte nicht böse, wenn’s noch ein bißerl dauert. Aber wenn die Bluse im Kasten ist, wird das hier aus dem Wollkammgarn.

stoffwechsel_entwurf2

Kannst Dich drauf verlassen!

Ach so: Ich hatte ganz schwer RitaPepita im Verdacht, denn die war die einzige, die meine Hosenidee so kommentierte, als hätte sie den Stoff in der Hand gehabt. Aber die war’s ja wohl nicht. Und damit weiß ich’s dann wirklich nicht. Außer vielleicht, daß es dann doch jemand aus Berlin war? Erlös mich doch endlich. Ich bin doch so schrecklich neugierig.